Logo DFJV

Jetzt Mitglied werden und sofort profitieren!

Werden Sie jetzt Mitglied und lassen Sie sich kostenlos und individuell von unseren Experten beraten.

Mitglied werden

Jetzt Mitglied werden und sofort profitieren!

Werden Sie jetzt Mitglied und lassen Sie sich kostenlos und individuell von unseren Experten beraten.

Mitglied werden

Jetzt Mitglied werden und sofort profitieren!

Werden Sie jetzt Mitglied und lassen Sie sich kostenlos und individuell von unseren Experten beraten.

Mitglied werden

Jetzt Mitglied werden und sofort profitieren!

Werden Sie jetzt Mitglied und lassen Sie sich kostenlos und individuell von unseren Experten beraten.

Mitglied werden

Interessenvertretung

Medienpolitik

Der Deutsche Fachjournalisten-Verband versteht sich als Interessenvertretung und Dienstleister für seine Mitglieder. Die wichtigste Leitlinie unserer Arbeit sind Ihre Interessen. Unsere Grundprinzipien sind Weitsicht und Nachhaltigkeit. Auf dieser Basis können wir am besten unsere Ziele verfolgen: journalistische Qualität sichern, Medienpolitik vorantreiben und zu einem positiven Bild unserer Branche in der Öffentlichkeit beitragen.

Bei unserer Arbeit setzen wir auf Realismus und Pragmatismus. Wo immer es geht, suchen wir die Zusammenarbeit – und nicht die Konfrontation. Wenn inhaltlich vertretbar, kooperieren wir mit Parteien und anderen Interessengruppen, um in der Medienpolitik etwas zu bewegen. Dabei interessieren uns vor allem folgende Fragen: Wo lassen sich neue Chancen für Fachjournalistinnen und -journalisten entdecken? Wie lassen sich ihre beruflichen, rechtlichen und sozialen Interessen am besten vertreten? Und wie können wir die Arbeitsmarktentwicklung unserer Branche am besten fördern? Eine Zusammenfassung unseres medienpolitischen Programms finden Sie hier:

Pressefreiheit

Das oberste Gebot der Medienpolitik des DFJV ist die unabhängige Berichterstattung und die uneingeschränkte Berufsausübung der Journalisten zu festigen und zu stärken, um ihre öffentliche Aufgabe zu wahren.

Demokratie in den Medien bedeutet, dass die in Deutschland und in Europa herrschende Interessenvielfalt auf allen Gebieten in den Medien repräsentiert wird. Ansichten und Meinungen sollten nicht im Konformitätsdruck oder durch Political Correctness verdrängt werden, sofern sie ethisch akzeptabel sind. Eine Strafe für Meinungsäußerungen, jede Zensur oder Einschränkung der Informationsfreiheit sind unzulässig.

Die Privilegien der Journalisten gehören zu den zentralen Errungenschaften einer Demokratie. Sie sind zu bewahren und gegenüber Angriffen und Versuchen der Einschränkung zu verteidigen. Die bestehenden Privilegien sind Abwehrrechte gegenüber dem Staat, nicht gegenüber anderen Privaten. Alle Rechte, mit Ausnahme des allgemeinen Persönlichkeitsrechts und der inneren und äußeren Sicherheit, sind der Pressefreiheit nachzuordnen. Das allgemeine Persönlichkeitsrecht schützt das Recht am eigenen Bild, die Ehre, den eigenen Namen und das Recht am Unternehmen. Vermeintliche Gefahren für die öffentliche Sicherheit dürfen nicht als Vorwand zur Einschränkung der Medienfreiheit durch den Staat herangezogen werden.

Der DFJV erkennt an, dass die Regelung des Presserechts Ländersache ist und seit der Förderalismusreform zum 01. September 2006 die Möglichkeit eines Presserechtsrahmengesetzes gem. Art. 75 Abs. 1 Nr. 2 GG a. F. nicht mehr möglich ist.

Der DFJV betont den hohen Wert des Auskunftsrechts gegenüber dem Staat. Wir fordern eine gesetzliche Klarstellung, dass Auskunftsrechte auch für Unternehmen in Staatshand gelten. Die Existenz des Informationsfreiheitsgesetzes, welches der DFJV ausdrücklich begrüßt, darf nicht zu einer Benachteiligung der Auskunftsrechte von Journalisten nach den Landespressegesetzen führen. Dies gilt insbesondere für die Gebührenpflicht, die für Presseauskünfte nicht gilt. Außerdem setzt sich der DFJV für eine Verbesserung der rechtlichen Grundlagen zum Informationszugang bei Behörden ein.

Wir unterstreichen das Zeugnisverweigerungsrecht der Journalisten, demzufolge Informanten in Strafverfahren gem. § 53 Abs. 1 Nr. 5 StPO bzw. in Zivilverfahren gem. § 383 ZPO vor Gericht nicht preisgegeben werden müssen. Dies gilt insbesondere auch dann, wenn es sich um Dienstgeheimnisse oder Betriebsgeheimnisse handelt. Auch das Beschlagnahmeverbot für selbstrecherchiertes Material wie Schriftstücke, Datenträger o. Ä. nach § 97 Abs. 5 StPO muss geschützt werden.

Von besonderer Wichtigkeit ist auch die „innere Pressefreiheit“. Journalisten dürfen in ihrer redaktionellen Arbeit nicht von unternehmerischen Interessen abhängig sein. Der DFJV begrüßt daher Redaktionsstatuten in Verlagen und Sendern, die diese Unabhängigkeit auf ein solides Fundament stellen und nach diesen Prinzipien arbeiten.

Auskunftsrechte weiterhin gebührenfrei

Der Deutsche Fachjournalisten-Verband fordert, dass auch nach Einführung des primär für Bürgeranfragen gedachten Informationsfreiheitsgesetzes die vorrangige gesetzliche Grundlage für journalistische Anfragen die Landespressegesetze sind. Wir betonen, dass sich die Gebühren nach § 1 Abs. 1 der Informationsgebührenverordnung (IFGGebV) auf Amtshandlungen nach dem Informationsfreiheitsgesetz beziehen, nicht auf Auskünfte, die nach den Landespressegesetzen kostenfrei zu erteilen sind.

Auskunftsrechte gegenüber Unternehmen der öffentlichen Hand

Wenn sich die Bundesregierung oder die Bundesländer privatwirtschaftlich betätigen, indem sie GmbHs oder AGs gründen, so verwenden sie Mittel der Steuerzahler. Die Gemeinschaft hat daher Anspruch auf Information.

Das Auskunftsrecht muss daher auch uneingeschränkt gegenüber Unternehmen gelten, die sich überwiegend oder ausschließlich in öffentlicher Hand befinden. Obwohl bereits mehrere Gerichtsurteile diese Haltung bestätigt haben, ist die Informationspolitik solcher Unternehmen häufig noch von starker Intransparenz geprägt. Es ist in den Landespressegesetzen klarzustellen, dass auch das Bankgeheimnis bei öffentlich-rechtlichen Finanzinstituten abzustufen ist, soweit das öffentliche Interesse an Antworten besteht.

Sichere Recherche bei Privaten

Der Deutsche Fachjournalisten-Verband billigt, dass die Privatsphäre dem Presserecht vorgeht. Einzelne Aspekte sind jedoch noch unzureichend geklärt. So sind Journalisten explizit vom Stalking-Bekämpfungsgesetz und damit vom § 238 StGB auszunehmen. Hartnäckiges Recherchieren, wozu auch die wiederholte Aufforderung eines Betroffenen zur Stellungnahme gehört, könnte sonst von Gerichten als Stalking interpretiert werden.

Weiterhin sind Journalisten gesetzlich von der Vermutung rechtswidriger Spam-Mails freizustellen, soweit E-Mails aus Gründen der Recherche versendet werden.

Schließlich fordert der Deutsche Fachjournalisten-Verband eine klarere rechtliche Abgrenzung zwischen Privatsphäre und öffentlichem Leben bei Politikern. Soweit das Privatleben von Politikern ihre öffentliche Aufgabe beeinträchtigt, muss die Berichterstattung zweifelsfrei gestattet sein.

Straffreiheit bei Verletzung von Dienstgeheimnissen

Zwar ist die Veröffentlichung von Dienstgeheimnissen seit 1973 für Journalisten straffrei. Bei dieser Regelung kann es sich jedoch nur um ein Lippenbekenntnis handeln, denn wenn auch der Abdruck von Dienstgeheimnissen straffrei ist, haben die Strafverfolgungsbehörden eine Hintertür offen gelassen, indem sie den Tatbestand der „Beihilfe zur Verletzung“ von Dienstgeheimnissen konstruiert haben.

Mit Inkrafttreten des „Gesetzes zur Stärkung der Pressefreiheit im Straf- und Strafprozessrecht (PrStG)“ wurde zum 1. August 2012 diese Hintertür geschlossen. Eine wichtige Neuerung besteht darin, dass die Rechtswidrigkeit der Beihilfe zum Geheimnisverrat für Medienangehörige in § 353b StGB ausgeschlossen wird, sofern sich die Medienangehörigen darauf beschränken, geheimes Material entgegenzunehmen, auszuwerten oder zu veröffentlichen.

Vorratsdatenspeicherung

Wir lehnen die Vorratsdatenspeicherung von Kommunikationsverbindungsdaten („data retention“) für Journalisten ab. Im Rahmen des investigativen Journalismus ist es ein ganz normaler Vorgang, dass ein Journalist auch mit illegalen Internetinhalten in Kontakt kommt. Wenn Journalisten dadurch in die computergesteuerten Beziehungsdiagramme der Polizeibehörden gelangen und sämtliche Kontakte geprüft werden, kann es nicht nur zu unangenehmen Verdachtsmomenten kommen, sondern das mühsam aufgebaute Informantennetzwerk zusammenbrechen. Der Informantenschutz kann so nicht mehr garantiert werden und die gesamte journalistische Tätigkeit wird bedroht.

Der DFJV sieht in der Vorratsdatenspeicherung eine massive Bedrohung der Pressefreiheit und fordert die generelle Verwerfung solcher Pläne.

Der DFJV unterstützt den Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung und hat die gemeinsame Erklärung zum entsprechenden Gesetzesentwurf mit unterzeichnet. Im Oktober 2022 hat der Verband zudem einen offenen Brief gegen die anlasslose Vorratsdatenspeicherung von IP-Adressen unterschrieben.

Starkes Urheberrecht

Urheberrechte sind wie die gewerblichen Schutzrechte, also Patente, Gebrauchs- und Geschmacksmuster sowie Marken, Güter, für die das geistige Eigentumsrecht gilt. Ihr besonderer Schutz ist gerade in Wissensgesellschaften wie Deutschland unumgänglich. Nur wenn geistige Güter genauso geschützt sind wie physische, ist die Wohlfahrt der Volkswirtschaft gesichert.

Die Verwertung eines Werkes hat nach dem Willen des Urhebers zu erfolgen. Die Verwertung von Urheberwerken gegen den Willen des Urhebers muss daher unterbleiben, so dass Urheber zweifelsfreie Unterlassungs- und Schadenersatzansprüche gegen den unberechtigten Nutzer haben. Der Schadenersatzanspruch sollte – gesetzlich verankert – deutlich über dem regulären Nutzungshonorar liegen, um die illegale Nutzung, die zudem häufig unentdeckt bleibt, mit der legalen Nutzung finanziell gleichzustellen.

Die Herstellung geistigen Eigentums muss sich lohnen. Daher ist eine angemessene Vergütung für die Verwertung von journalistischen Texten und Fotos sicherzustellen. Der DFJV hat zu diesem Zweck Honorarrichtlinien erstellt. Im Gegensatz zu älteren Honorarempfehlungen spricht sich der DFJV für eine Stundenhonorierung aus, wie sie in allen professionellen Berufen üblich ist. Zeilenhonorare sind nicht zeitgemäß und begünstigen keinen Qualitätsjournalismus.

Verträge, die die Verwertung von Texten in (noch) unbekannten Nutzungsarten vorsehen, müssen eine angemessene Honorierung für solche Zweitverwertungen vorsehen. So genannte „Total Buy-out-Verträge“ zwischen Verlagen und Urhebern lehnt der DFJV daher strikt ab. Das Urheberrechtsgesetz (UrhG) muss hierzu mindestens eine dispositive Regelung treffen, die eine Mindestvergütung vorsieht, sofern der Vertrag hierzu nichts Genaueres regelt.

Die fortschreitende Digitalisierung und die damit verbundenen allgegenwärtigen Publikationsmöglichkeiten im Internet machen es jedoch auch notwendig, über alternative Lizenzmodelle nachzudenken bzw. diese zu kennen. Denn bei vielen juristischen Problemen, die sich im oder beim Umgang mit dem Internet ergeben, stößt das heutige Urheberrecht an seine Grenzen. Zahlreiche Fragestellungen, die sich völlig neu stellen. Für Weblogs oder auch wissenschaftliche Publikationen, die keine kommerziellen Ziele mit dem Schreiben verfolgen, können freie Lizenzen (Creative-Commons-Lizenz) eine wichtige Rolle spielen.

Der DFJV strebt daher die notwendige Weiterentwicklung des Urheberrechtsgesetzes und des Urhebervertragsrecht auf Basis des „Gesetz zur Stärkung der vertraglichen Stellung von Urhebern und ausübenden Künstlern“ von 2002 an.

Leistungsschutzrecht

DFJV kritisiert Leistungsschutzrecht

Am 01. März 2013 hat der Deutsche Bundestag das sogenannte Leistungsschutzrecht für Presseverleger in der zuletzt geänderten Fassung verabschiedet, zum 01. August 2013 ist das Gesetz in Kraft getreten. Es gibt den Verlegern ein eigenes Schutzrecht an den von ihnen verlegten Beiträgen. Im Wortlaut heißt es im Gesetz: „Der Hersteller eines Presseerzeugnisses (Presseverleger) hat das ausschließliche Recht, das Presseerzeugnis oder Teile hiervon zu gewerblichen Zwecken öffentlich zugänglich zu machen, es sei denn, es handelt sich um einzelne Wörter oder kleinste Textausschnitte.“ Das Recht erlischt ein Jahr nach Veröffentlichung.

Bereits am 29. August 2012 hatte die Bundesregierung den heftig debattierten und umstrittenen Entwurf zur Einführung eines Leistungsschutzrechts für Presseverleger mit der Begründung beschlossen, Verleger von Zeitungen und Zeitschriften seien mit diesem Gesetz vor „systematischen Zugriffen“ auf ihre Leistung zu schützen.

Mit dem Gesetz zur Einführung eines Leistungsschutzrechtes hat die Bundesregierung nun auf die Forderung der Verleger reagiert. Der DFJV hat Bestrebungen zur Einführung eines Leistungsschutzrechtes für Presseverleger von je her abgelehnt.

Im jetzt beschlossenen Gesetz sieht der DFJV erhebliche konzeptionelle und handwerkliche Fehler, es schafft zudem Rechtsunsicherheit.

Der DFJV kritisiert das Gesetz im Grundsatz und in seiner konkreten Ausgestaltung:
Das Leistungsschutzrecht soll Presseverlegern für das Onlinestellen ihrer Presseerzeugnisse zu gewerblichen Zwecken ein eigenes Schutzrecht verschaffen. Bisher mussten dem Verleger erst vom Journalisten Rechte eingeräumt werden. Online-Nutzungen ihrer Presseerzeugnisse werden damit lizenzpflichtig, ohne Lizenz erfolgende Nutzungen können unterbunden werden und die Verleger können dann Schadensersatz verlangen. Damit werden die Verleger an den Einnahmen, die im Rahmen der weiteren Nutzung ihrer Presseerzeugnisse entstehen, beteiligt.

Wenn von Verlagsseite behauptet wird, es gehe darum, zukunftsfeste Grundlagen für „Qualitätsjournalismus“ im Internet zu schaffen, so darf das bezweifelt werden. Hierzu gehört nämlich gerade auch, die „Basis“ – nämlich die Journalistinnen und Journalisten, ohne die Presseerzeugnisse gar nicht erst entstünden – zu schützen. Gerade darauf ist das Gesetz aber nicht ausgerichtet. Vielmehr verschafft es den Verlagen über ein Leistungsschutzrecht eine zusätzliche Einnahmequelle. Die Einführung neuer Schutzrechte hält der DFJV nicht für zielführend. Solche Schutzrechte können, wie auch Subventionen oder Einfuhrzölle, leidende Geschäftsmodelle nicht wiederbeleben. Einzig Innovation kann das Überleben sichern und Gewinne ermöglichen.

Der DFJV sieht weiterhin keinen Sinn in einem nationalen Alleingang. Im globalen Zusammenhang wäre allenfalls eine internationale Übereinkunft sinnvoll.

Das Gesetz ist wegen der fehlenden Berücksichtigung der „Hauptdarsteller“, der Journalistinnen und Journalisten, unvollständig und letztlich unsinnig. Das Nebeneinander von neuem Leistungsschutzrecht der Verlage und auch bisher schon bestehendem Urheberrecht der Urheber führt zu unnötigen Komplikationen. Es besteht die Gefahr, dass letztlich die Urheber für ihre Leistungen keine angemessene Vergütung erhalten.

Kurz vor der Verabschiedung im Bundestag ist der Gesetzesentwurf in einem wesentlichen Punkt geändert worden – das Gesetz soll nun nicht mehr für jede gewerbliche Online-Nutzung von Presseerzeugnissen gelten, sondern es gibt eine Ausnahme für die Nutzung von einzelnen Wörtern oder kleinsten Textausschnitten. Damit ist bspw. an Schlagzeilen gedacht, die nicht monopolisiert werden sollen – sonst könnte der Erstverwender dieser Schlagzeile allen anderen die Nutzung untersagen. Das wäre mit der Informationsfreiheit nicht vereinbar. Diese Änderung ist zwar zu begrüßen, sie führt aber zu erheblichen Unklarheiten, wann eine Ausnahme vorliegt.

Auch der Vergütungsanspruch an den Einnahmen aus dem Leistungsschutzrecht ist nicht geregelt. Wie die Vergütung abgerechnet wird, etwa über eine Verwertungsgesellschaft, bleibt im Gesetz ebenfalls unklar. Urheber sind laut Gesetz an den Einnahmen aus einem Leistungsschutzrecht angemessen zu beteiligen. Dass Verlage diese Regelung einhalten werden, erscheint fraglich – auch sonst haben Urheber Anspruch auf eine angemessene Vergütung (§§ 32 ff. UrhG), die Realität sieht häufig genug anders aus (Stichwort Buy-Out-Verträge).

Zu erwarten ist, dass ein solches aus Sicht des DFJV unnötiges Gesetz über Jahre die Gerichte beschäftigen und ein enormes Potenzial für Streitigkeiten bieten wird. Diese werden nicht nur Verlage und Suchmaschinen sowie andere Aggregatoren, sondern auch Journalistinnen und Journalisten betreffen.

Die mit dem Gesetz einhergehende Rechtsunsicherheit kann zudem dazu führen, dass innovative Online-Angebote wie Aggregatoren, Clipping- und Bookmarking-Dienste, Zusammenstellungen von RSS-Feeds und Twittermeldungen sowie Medienbeobachtungsdienste ihre Geschäftsmodelle überdenken müssen und sich ggf. aus dem deutschen Markt zurückziehen werden.

Zur Einführung des“Leistungsschutzrechtes für Presseverleger“ am 01. August 2013 hat der DFJV einen ausführlichen Leitfaden veröffentlicht: Dieser erklärt das Gesetz und beantwortet DFJV-Mitgliedern die wichtigsten mit diesem Gesetz in Verbindung stehenden Fragen.

Arbeitsbedingungen für Journalisten

Die Arbeitsbedingungen für Journalisten haben sich über die Jahrzehnte hinweg kaum zum Positiven verändert. Heute beherrschen Rationalisierungs- und Leistungsdruck, Dumpinglöhne sowie Selbstausbeutung die Redaktionen. Wer sich dennoch bewusst dafür entscheidet, als Journalist seinen Lebensunterhalt zu verdienen, der entscheidet sich für einen anspruchsvollen und vielschichtigen, mit Privilegien und Pflichten ausgestatteten Beruf, dessen Erfolg nicht mehr journalistisch beurteilt, sondern gemessen wird: Anhand der Auflage, der Quote, der Zahl der Klicks und Besuche von Webseiten sowie der Reichweiten. Zudem konkurrieren ausgebildete Journalisten heute mit einer Vielzahl von Laienschreibern, die dank des Internets eine jederzeit verfügbare Publikationsplattform an ihrer Seite haben.

Sozialpolitik für Journalisten

Die soziale Sicherheit von Journalisten ist eine Grundvoraussetzung für ihre journalistische Unabhängigkeit. Im Gegensatz zu den meisten anderen Berufsfeldern gliedert sich der Journalismus in solche Berufsträger, die fest angestellte Arbeitnehmer sind, und in solche, die freiberuflich tätig sind. Diese Dualität kann nur ein Berufsverband auffangen, da zwischen Gewerkschaftsarbeit und Interessenvertretung freier Journalisten häufig ein Trade-off besteht.

Der DFJV nimmt mit Bedauern zur Kenntnis, dass immer mehr Verlage und Sender Tarifflucht begehen, sei es durch den Austritt aus dem Arbeitgeberverband, durch die OT-Mitgliedschaft („ohne Tarifbindung“) oder durch Outsourcing von Redakteuren in neue Gesellschaften, für die keine Tarife gelten. Die klassischen Instrumente der Gewerkschaftsarbeit stoßen zunehmend an ihre Grenzen. Dieser Tatsache muss ohne ideologische Verblendung ins Auge gesehen werden. Der DFJV sieht daher das Erfordernis des instrumentellen Paradigmenwechsels und setzt sich ein für dialogische Maßnahmen zur Konfliktreduzierung.

Der DFJV befürwortet Maßnahmen zur Arbeitszeitflexibilisierung zugunsten von Redakteuren sowie zur Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg des Medienunternehmens, sei es in Form einer Tantieme oder durch Kapitalbeteiligung. Bei Kapitalbeteiligungen fordert der DFJV eine angemessene steuerliche Begünstigung. Der DFJV spricht sich aus für einen Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge in jeder Durchführungsform und fordert eine deutliche Anhebung der steuer- bzw. sozialabgabenbegünstigten, gesetzlichen Höchstgrenzen. Bei Direktzusagen empfiehlt der DFJV eine Rückdeckungsversicherung, die über die reine Insolvenzsicherung über den Pensionssicherungsverein hinausgeht. Für Freiberufler fordert der DFJV eine stärkere steuerliche Förderung beim Aufbau ihrer privaten Rente. Eine gesetzliche Rentenversicherungspflicht für Selbständige lehnt der DFJV ab.

Weiterhin plädiert der DFJV für eine stärkere Weiterbildungsorientierung in Arbeitsverhältnissen. Viele Branchen haben für ihre festen und freien Mitarbeiter inzwischen dezidierte Weiterbildungspläne für ein gesamtes Berufsleben ausgearbeitet. Dem Journalismus fehlt hier jede Systematik. Weiterbildung ist hier noch kein fester Bestandteil des beruflichen Selbstverständnisses. Dies zu ändern, gehört zu den dringendsten Aufgaben des Berufs.

Vitalisierung des Arbeitsmarktes für Journalisten

Der Arbeitsmarkt für Journalisten befindet sich derzeit stark im Ungleichgewicht. Die Zahl der im europäischen Vergleich gut verdienenden, fest angestellten Redakteure sinkt permanent, während die Zahl der freien Journalisten, deren Honorare so niedrig sind, dass sie teilweise nicht einmal zur Deckung der Lebenshaltungskosten ausreichen, weiter steigt. Diese für Allroundjournalisten prekäre Situation hat teilweise auch negative Ausstrahlungseffekte auf Fachjournalisten. Deren Honorare liegen dennoch in der Regel deutlich über dem Durchschnitt.

Bei der Ermittlung von Gehältern und Honoraren ist der Maßstab der fachlichen Expertise besonders zu berücksichtigen. Gute Fachjournalisten sind stets gefragt, fachlich nicht fundierte Allroundjournalisten sind dagegen für die meisten Medienunternehmen austauschbar.

Qualitätssteigerung der journalistischen Ausbildung

Von Lesern, Zuhörern und Zuschauen, aber auch von PR-Verantwortlichen wird zunehmend die sinkende Qualität journalistischer Arbeit bemängelt. Doch nicht allein ökonomische Sparzwänge, die gern ins Feld geführt werden, sind dafür verantwortlich. Die Qualitätsprobleme beginnen bereits bei der journalistischen Ausbildung.

Das Konzept, eine nahezu beliebige Geisteswissenschaft zu studieren, um sich als Journalist zu qualifizieren, ist für eine Wissensgesellschaft längst überholt. Hier fehlen sowohl fachliche Expertise als auch journalistisches Handwerk. Nicht ein beliebiges Hochschulzeugnis, sondern ressortspezifisches Wissen ist die Währung der Fachjournalisten.

Um dem Bedarf der Rezipienten nach einer qualitativen, und das heißt in einer Wissensgesellschaft: fachlich fundierten Berichterstattung zu begegnen, müssen Journalisten zuerst eine fachliche Ausbildung durchlaufen, die mit dem späteren Ressort korrespondiert. Ein Politikjournalist sollte beispielsweise nach Möglichkeit Politologe sein, ein Feuilletonist sollte eine Kunst- oder Kulturwissenschaft studiert haben.

Auf der Fachausbildung aufbauend ist eine Ausbildung im journalistischen Handwerk in Form eines Volontariats oder an einer Journalistenschule erforderlich. Nur so lässt sich inhaltliche und formale Qualität gewährleisten.

Problemfeld Volontariat

Auch der Markt für die journalistische Volontariatsausbildung muss grundlegend erneuert werden. Verlage und Sender weichen vermehrt aus, indem sie statt bezahlter Volontärsstellen nur noch unbezahlte Hospitanzen oder Praktika anbieten oder verlagseigene „Journalistenschulen“ gründen, die unter falschem Etikett und mit weitaus geringeren Kosten verdeckte Volontariate durchführen.
Von einer journalistischen Ausbildung profitieren sowohl die Auszubildenden als auch die Verlage und Sender. Bei der Gestaltung von Ausbildungsverträgen muss die fachliche Vorbildung und die mögliche spätere Weiterbeschäftigung als Fachjournalist stärker berücksichtigt werden.

Verlage und Sender tun sich selbst einen Gefallen, wenn sie ihre fachlich gut ausgewählten und journalistisch gut ausgebildeten Mitarbeiter selbst weiter beschäftigen. Mit anderen Worten: Das Volontariat ist keine Beschaffungsmaßnahme für billige Arbeitskräfte, sondern eine Maßnahme zur Bildung und Bindung wertvoller Redakteure.

Eine Übersicht zur Journalistenausbildung finden Sie hier.

Lesen Sie dazu auch unseren Leitfaden „Volontariat“.

Medienkompetenz stärken

Jede Zeitung, jedes Blog und jedes andere Onlinemedium ist nur so gut wie ihre Leser. Um qualitativ hochwertigen Journalismus in Deutschland zu gewährleisten, sind nach Ansicht des DFJV nicht nur die Journalisten, sondern auch deren Rezipienten gefordert. Der DFJV fordert daher, die Medienkompetenz schon in der Schule, beispielsweise durch Lektüre von Tages- und Wochenzeitungen und den Einsatz von digitalen Medien wie Tablets im Unterricht, zu fördern.

Dadurch werden junge Menschen nicht nur schon früh an journalistische Produkte herangeführt und finden somit schneller Zugang zu Medien, sondern sie erlernen auch die in der heutigen Wissens- und Informationsgesellschaft notwendige Medienkompetenz.

Nur die steigende Medienkompetenz der Rezipienten kann dem – vor allem im TV zu beobachtenden – Trend zur Verflachung entgegenwirken. Ohne hinreichend gebildete und ausgebildete Leser kann der Qualitätsjournalismus und somit der Fachjournalismus auf Dauer nicht bestehen.

Medienkonzentration beschränken

Eine pluralistische Gesellschaft, die von Meinungsvielfalt und der Freiheit der Meinungsbildung geprägt ist, benötigt zu ihrem Funktionieren eine ausgeprägte Presse- und Medienvielfalt. Eine marktbeherrschende Stellung von Medienunternehmen birgt stets die potentielle Gefahr der Ausnutzung der meinungsbildenden Macht zu politischen Zwecken. Publizistischer Wettbewerb ist daher eine Voraussetzung für jede Demokratie. Dies gilt für nicht nur für bundesweite Medien, sondern auch in jeder Region.

Nachdem Pressefusionen in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik vollkommen ungehindert möglich waren, hat der Gesetzgeber erkannt, dass Konzentrationstendenzen im Printsektor kontraproduktiv sind, und Möglichkeiten zur Fusion in § 38 Abs. 3 GWB eingeschränkt. Der DFJV warnt davor, die neue Pressefusionsgesetzgebung wieder deutlich zu erleichtern.

Wir fordern weiterhin, dass sich die Politik nicht allein auf Pressefusionen konzentriert, sondern ihren Blick auf Medienkonzentration erweitert. Das Cross-Ownership-Problem impliziert crossmediale Übernahme- und Fusionserscheinungen wie etwa die Beteiligung von Verlagen an Radio- oder TV-Sendern und umgekehrt. In Zeiten technologischer Konvergenz gerade im Mediensektor müssen auch solche Akteure berücksichtigt werden, die nicht in die Klassen „Verlag“ oder „Sender“ passen, etwa „Content-Produzenten“, „Netzbetreiber“ usw. Der Gesetzgeber muss sich auch hier für die Erhaltung von Medienvielfalt einsetzen und singulären Tendenzen entgegenwirken. Deshalb ist eine sektorale Eingrenzung etwa auf den privaten Rundfunk, wie dies bei der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) der Fall ist, nicht ausreichend.

Öffentlichkeitsarbeit für Journalistinnen und Journalisten

Wir betreiben systematisch Öffentlichkeitsarbeit und erklären Bürgern, Unternehmen und dem Staat dabei folgende Fragen: Welche gesellschaftlichen Funktionen erfüllt der Journalismus überhaupt? Was leisten Fachjournalistinnen und Fachjournalisten? Und welchen Qualitätsanspruch verfolgen sie?

Mehr Informationen

Welchen Themen wir uns intensiver widmen bzw. gewidmet haben, erfahren Sie bspw. auch in der Übersicht der vom DFJV beauftragten Studien, in den vom DFJV herausgegebenen Fachbüchern, Mitteilungen und Stellungnahmen oder unserem Newsletter.

Überzeugen Sie sich von unseren Leistungen

Mitglied werden
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner