Arbeitsfelder

Journalisten arbeiten – frei oder fest angestellt – im Printbereich, in Online-Redaktionen, bei Radio- oder TV-Sendern sowie in Nachrichtenagenturen und Pressebüros. Mit der Verbreitung des Internets etablierte sich die Gattung der Online-Medien in der deutschen Medienlandschaft. Die Grenzen zwischen einzelnen Medien und Verbreitungskanälen lösen sich immer weiter auf, Journalisten sind zunehmend gefordert, dieser Entwicklung aktiv zu begegnen, beispielsweise in dem sie in der Lage sind, Geschichten crossmedial zu denken und umzusetzen.

In Deutschland arbeiten rund 77.000 fest angestellte Journalisten und Redakteure sowie ca. 74.000 Freie.[1] Printmedien zählen, trotz der Entwicklungen im Medienmarkt, nach wie vor zu den größten Arbeitgebern im Journalismus. Im Vergleich zu anderen Medien wird ihnen weiterhin vor allem eine hohe Glaubwürdigkeit bescheinigt, sie werden als Wegweiser durch das (Über-)Angebot an Informationen wahrgenommen.[2] Der Bundesverband der Deutschen Zeitungsverleger weist für 2014 329 Tagezeitungen, 20 Wochenzeitungen und 6 Sonntagszeitungen aus, im Bereich der Fachmedien listet die Deutsche Fachpresse für 2013 3.800 Fachtitel für den deutschen Markt.

Die Arbeit im Rundfunk ist geprägt von einem hohen Aktualitätsdruck. Viele Journalisten senden direkt live vor Ort.  

Zeitdruck und ständige Betriebsamkeit sind auch Merkmale von Nachrichtenagenturen wie DPA, AFP, Reuters, etc. Diese Anbieter bereiten aktuelle Informationen auf und bieten sie anderen Medien zur Weiterverarbeitung an.

Online-Medien bedienen sowohl sehr spezielle Interessentengruppen als auch ein breites Spektrum an Medienkonsumenten. Zu Plattformen bzw. Kanälen im Online-Journalismus gehören unter anderem auch Blogs, Apps für Smartphones und Tablet-PCs, E-Mail-Newsletter, Kurznachrichtendienste und Podcasts. Online-Redaktionen dürfen in ihrer Zuverlässigkeit und Verständlichkeit Nachrichtenagenturen in nichts nachstehen.[3] Online-Medien sind als Hypertext meistens netzförmig oder hierarchisch strukturiert. Sie haben die Möglichkeit, das Interesse des Nutzers beispielsweise mit Hilfe eines Teasers (kurzes Text- oder Bildelement) zu lenken. Weitere Berufsbilder im Bereich Online-Journalismus sind unter anderem Video-Reporter, Content-Manager, Daten-Journalist und Social-Media-Manager.


Journalistische Tätigkeitsbereiche

Der permanente Wandel der Medien führt zu immer neuen Arbeitsbeschreibungen und Berufsfeldern. Für Journalisten, insbesondere angehenden Journalisten, bedeutet dies einerseits, dass sie mit diesen Anforderungen Schritt halten müssen, gleichfalls ergeben sich aber gerade hierdurch auch Möglichkeiten der Profilierung und (Neu-)Positionierung. Eine Auswahl von Arbeitsfeldern und Tätigkeitsbeschreibungen in alphabetischer Reihenfolge vermittelt ihnen die folgende Tabelle. Sie soll und kann keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.

Journalistische Tätigkeitsfelder

(Auslands-)Korrespondent (Freier) Mitarbeiter einer Redaktion, der dauerhaft oder für einen bestimmten Zeitraum über ein Land, eine Region oder zu speziellen Anlässen/über bestimmte Ereignisse aus dem Ausland berichtet.
Bild- oder Fotoredakteur Verantwortlich für die visuelle Umsetzung von Publikationen/Beiträgen. Bildredakteure recherchieren geeignetes Bildmaterial und agieren oft in enger Abstimmung mit dem Redakteur, sofern erforderlich auch mit dem Grafiker und/oder Fotograf.
Chefredakteur Bestimmt die inhaltliche Leitlinie eines Mediums, verantwortet den Inhalt und fungiert als Vorgesetzter für die Redaktion. Der Chef vom Dienst ist als Bindeglied zwischen Redaktion und Produktion für die technisch und terminlich korrekte Anlieferung der zu druckenden Texte bzw. des zu sendenden Materials zuständig.
Content-Manager Stellt redaktionelle Inhalte online und kontrolliert ihre inhaltliche und formale Richtigkeit. Neben der Prüfung des Inhalts ist der Content-Manager meist dafür verantwortlich, die freigegebenen Inhalte zu veröffentlichen und gleichzeitig zu archivieren. Technisches Knowhow und Kenntnisse verschiedener Online-Publishing-Systeme sowie Programmiersprachen sind hier notwendig.
Daten-Journalist Datenjournalisten identifizieren und sammeln Daten, analysieren diese, führen Daten zusammen, werten diese systematisch aus und entwickeln auf dieser Basis visuelle, interaktive Grafiken und Anwendungen. Je nach Schwerpunkt (Analyse, Programmierung, Gestaltung) sind in diesem Prozess unterschiedliche Kenntnisse notwendig; Datenjournalismus wird deshalb meist von Teams mit den entsprechenden Kompetenzen betrieben.
Fachjournalist Fachjournalisten sind spezialisiert auf ein bestimmtes Ressort, Fach- oder Themengebiet. Sie verfügen gleichermaßen über eine hohe Fach- als auch Formalkompetenz. Auftraggeber/Arbeitgeber sind Fach- als auch Publikumsmedien.
Freier Journalist Selbstständiger Journalist auf Honorarbasis. Freie Journalisten können entweder nur für einen Auftraggeber (feste Freie) oder für mehrere Auftraggeber arbeiten. Sie müssen "marktfähige" Themen recherchieren und diese den Redaktionen anbieten. Nicht selten nehmen freie Journalisten auch weitere Tätigkeiten als Berater, Moderator oder als Dozent wahr.
Kommentator Ordnet aktuelle Geschehnisse ein, stellt Zusammenhänge her und bewertet sie anschließend. Dazu benötigen Kommentatoren eine fundierte Allgemeinbildung, hohe Sachkenntnis über den Gegenstand des Kommentars und die Fähigkeit, auch komplexe Sachverhalte in kürzester Zeit genau auf den Punkt zu bringen.
Nachrichtenredakteur Selektiert, bewertet und kommentiert die Nachrichten, die tagtäglich an Redaktionen geliefert werden. Nachrichten sind der "publizistische Rohstoff", den Journalisten in allen Medien verarbeiten und dem Publikum zur Verfügung stellen. Nachrichtenredakteure verfügen meist über eine hohe Allgemeinbildung, da sie die entsprechenden Hintergründe der aktuellen Nachrichten bewerten und beschreiben müssen.
Offline-Redakteur Sammelt, bearbeitet, verfasst und veröffentlicht Informationen in den Medien. Offline-Redakteure arbeiten oft bei Herstellern digitaler Medien (z. B. bei Software-Verlagen). Sie können aber auch in Rundfunk- und Fernsehanstalten oder in der Filmwirtschaft (DVD-Produktion) tätig sein.
Online-Redakteur Bereitet Informationen webgerecht auf und muss über Kenntnisse im Bereich Recherche, Konzeption, Visualisierung und Informationsvermittlung verfügen.
Pressesprecher und PR-Fachkräfte Aufgrund der Entwicklung des Arbeitsmarktes für Journalisten in den letzten Jahren streben immer mehr Journalisten in "artverwandte" Berufe und Bereiche wie Public Relations oder Corporate Publishing. PR-Fachkräfte arbeiten wie Journalisten, sie müssen aber wie Lobbyisten denken. Journalistische Qualifikationen wie Recherche, sprachliche Ausdrucksfähigkeit, Bewertung und Aufbereitung von Informationen sind erforderlich. Allerdings ist die Kommunikation der Public Relations von Unternehmen und Organisationen interessengeleitet, während Journalismus als objektives Beobachtersystem der Gesellschaft dienen soll.
Redakteur Fest angestellter Journalist, der innerhalb einer Redaktion ein bestimmtes Sachgebiet bearbeitet, Texte redigiert und auch selbst verfasst.
Social-Media-Redakteur Bedient Social Media-Kanäle wie Facebook, Twitter, YouTube und Blogs (Redaktion, Moderation, Recherche) in Redaktionen, Agenturen,  Pressestellen und Unternehmen. Wichtig ist, vor allem bei Agenturen und in den Kommunikationsabteilungen von Unternehmen, eine hohe Affinität zur Kampagnenarbeit im Onlinebereich sowie die Bereitschaft zur schnellen Online- und Offline-Recherche. Technisches Wissen wird in diesem Tätigkeitsbereich als zusätzliche Fähigkeit vorausgesetzt.
Social-Media-Manager Verantwortlich für die Inhalte des Auftraggebers (Unternehmen, Organisation, etc.) in den sozialen Medien. Social-Media-Manager koordinieren, steuern und überwachen die entsprechenden Aktivitäten, ggf. in Absprache mit der Redaktion. Oft werden sie auch als Community-Manager bezeichnet. Die Abgrenzung zum Social-Media-Redakteur ist oft fließend bzw. nicht trennscharf.
Technischer Redakteur Konzipiert, erstellt und aktualisiert technische Dokumentationen, wie Bedienungsanleitungen, Installations- und Montageanleitungen und Schulungsunterlagen oder Online-Hilfen. Oft arbeiten technische Redakteure unternehmensintern und verfassen Handbücher oder kümmern sich entwicklungsbegleitend um Terminologien oder Bedieneroberflächen. Der technische Redakteur fungiert als Mittler zwischen Produkthersteller und Anwender und ist zunehmend für das gesamte Informationsmanagement zuständig.
Video-Reporter Ist verantwortlich für Inhalt und technische Realisierung (Ton, Schnitt) von Video-Beiträgen. Steht oft selbst vor der Kamera und kommentiert das Geschehen.


Der Deutsche Fachjournalisten-Verband stellt den Fachbezug seiner Mitglieder in den Fokus seiner Aktivitäten. Er möchte als Plattform für Experten aus den unterschiedlichsten Fachbereichen dienen und Expertenwissen verknüpfen. Der Verband erkennt zudem an, dass viele freie Journalisten aufgrund der Arbeitsmarktlage gezwungen sind, PR-Aufträge anzunehmen, obwohl er diese Entwicklung ausdrücklich nicht begrüßt. Aus diesen Gründen nimmt der DFJV sowohl Fachjournalisten als auch Fach-PR-Experten als Mitglieder auf, wenn sie den Aufnahmekriterien des DFJV entsprechen. Der DFJV verlangt von seinen Mitgliedern allerdings, dass sie die unterschiedliche Interessenlage zwischen Journalismus und PR anerkennen und sich entsprechend verhalten. Dies heißt vor allem, dass eine strikte Trennung zwischen redaktioneller Tätigkeit und PR-Tätigkeit eingehalten wird.

 


[2] Vgl. Schneider, W. , Raue, P.-J. (2012): Das neue Handbuch des Journalismus und des Online-Journalismus. Rowohlt. S. 307.

[3] Vgl. Schneider, W. , Raue, P.-J. (2012): Das neue Handbuch des Journalismus und des Online-Journalismus. Rowohlt. S. 31.

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