Berichterstattungsgegenstände

Über welche Themen wird berichtet?

Obwohl es sich beim Auslands-Ressort um keines der klassischen Ressorts handelt, bietet die Auslandsberichterstattung den Mitarbeitern das breiteste Aufgabenfeld: Die Korrespondenten, sofern sie nicht im Team arbeiten, brauchen ein fundiertes Hintergrundwissen über die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse ihres jeweiligen Gastlandes. Wo der thematische Schwerpunkt der Auslandsberichterstattung liegt, hängt stark vom jeweiligen Land und dessen Bedeutung für Deutschland ab.

Aus Krisengebieten wie dem Nahen Osten oder Afghanistan sind beispielsweise neben tagesaktuellen Ereignissen auch fundierte Hintergrundberichte und Kommentare gefragt, in welchen die Korrespondenten ihre persönliche Einschätzung der Lage geben. In wirtschaftlich wichtigen Regionen wie dem asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraum tritt die Politik zu Gunsten der Wirtschaft in den Hintergrund. Aus den Metropolen der westlichen Welt sind dagegen Nachrichten aus allen Bereichen des Journalismus gefragt, weil hier die engsten Verflechtungen bestehen und sich Entscheidungen, die etwa in Washington getroffen werden, direkt auf den Leser in München auswirken können. Ein weiterer Schwerpunkt der Auslandsberichterstattung liegt bei Reisereportagen, durch die der Leser Geheimtipps für den eigenen Urlaub erhält oder fremde und exotische Länder kennenlernen kann.

Ein eigenes Ressort für die Auslandsberichterstattung inklusive Büros unterhalten in Deutschland nur die großen, überregionalen Zeitungen, Nachrichtenagenturen, Nachrichtenmagazine und Sender wie die ARD, die ein hohes Maß an Nachrichtenkompetenz für sich in Anspruch nehmen. Kleinere Zeitungen verzichten zwar nicht auf Auslandsberichterstattung, sie halten jedoch dafür kein eigenes Ressort vor. Das hat schlicht finanzielle Gründe, weil das Auslandsressort als das teuerste Ressort in allen Medien gilt. Die kleineren Medien haben sich deshalb entweder zu einem Verbund zusammengeschlossen, der von einem Korrespondententeam beliefert wird oder sie greifen auf die Dienste von Nachrichtenagenturen oder freien Korrespondenten zurück, die ihre Berichte mehrfach anbieten.

Printmedien verzichten außerdem meist auf eigene Auslandsseiten, sondern lassen die Auslandsberichterstattung in die klassischen Ressorts einfließen. Politisch relevante Nachrichten werden im Politikteil veröffentlicht, wirtschaftliche Themen im Wirtschaftsteil, Kulturelles erscheint im Feuilleton. Damit hat die Auslandsberichterstattung einer Entwicklung vorgegriffen, die sich seit der Jahrtausendwende in den Redaktionen allgemein abzeichnet: Die Ressortgrenzen verschwimmen, weil die Redakteure nicht mehr in eigenen Abteilungen, sondern in einem Newsdesk, einer Art Großraum-Redaktion.

Auch Special-Interest-Medien wie Reisemagazine kaufen Berichte und Reportagen, für welche eine Recherche vor Ort notwendig ist, von freien Journalisten und Korrespondenten. Die Redakteure im Verlagshaus und im Sender ergänzen dieses Material gegebenenfalls durch eigene Berichte.


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Portrait Auslandsberichterstattung

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