Repressionen, fortgesetzte Gewalt und Inhaftierungen bedrohen unabhängige Berichterstattung.
67 getötete Journalistinnen und Journalisten, mehr als 500 weltweit inhaftierte Medienschaffende: Die aktuelle Jahresbilanz von Reporter ohne Grenzen macht eindrücklich sichtbar, welchen Gefahren Reporterinnen und Reporter weltweit ausgesetzt sind – und wie bedrohlich die Lage für die Pressefreiheit in vielen Ländern bleibt.
Meisten Todesopfer in Gaza
29 – und damit beinahe die Hälfte aller in insgesamt 22 Ländern getöteten Journalistinnen und Journalisten – kamen bei der Berichterstattung in Gaza durch Angriffe der israelischen Armee ums Leben. Auch Mexiko bleibt ein besonders gefährliches Land für Medienschaffende: Seit der letzten RSF-Zählung im Dezember 2024 wurden dort neun Berichterstattende getötet – so viele, wie seit drei Jahren nicht mehr. Dies geschah trotz der Ankündigung der seit 2024 amtierenden Präsidentin Claudia Sheinbaum, mehr für den Schutz von Journalistinnen und Journalisten zu tun. Im vom Bürgerkrieg gezeichneten Sudan starben vier Medienschaffende in Zusammenhang mit ihrer Arbeit. Und in der Ukraine wurden drei Reporterinnen und Reporter durch russische Drohnenangriffe getötet.
Hunderte Inhaftierte – die meisten in China, Russland und Myanmar
Von den weltweit 503 in insgesamt 47 Ländern inhaftierten Medienschaffenden befinden sich 121 in China. Es folgen Russland (48) und Myanmar (47). Die russische Regierung hält zudem die meisten ausländischen Journalistinnen und Journalisten fest (26), gefolgt von Israel (20).
Die guten Nachrichten: 2025 kam es auch zu Freilassungen von Medienschaffenden, die monate- bzw. auch jahrelang in Haft gewesen waren. Dazu zählen neun belarussische Journalistinnen und Journalisten, die nach diplomatischen Verhandlungen der US-Regierung freigelassen wurden. Zudem kamen zwei in Russland inhaftierte ukrainische Medienschaffende im Rahmen eines Gefangenenaustauschs frei. Und ein britisch-ägyptischer Blogger wurde nach fast zehn Jahren Haft in Ägypten durch eine Begnadigung freigelassen.
Von den weltweit 20 entführten Medienschaffenden wurden 2025 sieben von Huthi-Rebellen im Jemen verschleppt, wie RSF ermittelte. In Syrien bleiben viele Journalistinnen und Journalisten, die vor dem Sturz des al-Assad-Regimes in Gefangenschaft gerieten, weiterhin verschwunden. Acht Journalistinnen und Journalisten werden nachweislich weiterhin von Rebellen- oder Dschihadistengruppen festgehalten. Insgesamt gelten 2025 137 Journalistinnen und Journalisten als vermisst.
Exil, Repressionen und Polizeigewalt bei Protesten
Kriege und Repressionen zwingen immer mehr Medienschaffende ins Exil. Staaten wie Afghanistan, Russland und Belarus gehen laufend systematisch gegen unabhängige Medien vor und verdrängen diese aus ihrem Staatsgebiet. In anderen Ländern, etwa in El Salvador, beobachtet RSF eine besonders feindselige Haltung gegenüber Medienschaffenden.
In zahlreichen Staaten kam es 2025 zu Polizeigewalt gegenüber Journalistinnen und Journalisten, die über Proteste berichteten. Besonders betroffen waren Nepal, Serbien, Indonesien, Frankreich und Madagaskar.
Seit seiner Gründung engagiert sich der DFJV für eine unabhängige journalistische Berichterstattung. Als langjähriges Fördermitglied von Reporter ohne Grenzen unterstützen wir den weltweiten Einsatz der Organisation für die Pressefreiheit. Die diesjährige Rangliste verdeutlicht die anhaltende Dringlichkeit dieser Arbeit.
