Logo DFJV

Jetzt Mitglied werden und sofort profitieren!

Werden Sie jetzt Mitglied und lassen Sie sich kostenlos und individuell von unseren Experten beraten.

Mitglied werden

Jetzt Mitglied werden und sofort profitieren!

Werden Sie jetzt Mitglied und lassen Sie sich kostenlos und individuell von unseren Experten beraten.

Mitglied werden

Jetzt Mitglied werden und sofort profitieren!

Werden Sie jetzt Mitglied und lassen Sie sich kostenlos und individuell von unseren Experten beraten.

Mitglied werden

Jetzt Mitglied werden und sofort profitieren!

Werden Sie jetzt Mitglied und lassen Sie sich kostenlos und individuell von unseren Experten beraten.

Mitglied werden
Background-Bild

ProQuote-Studie zeigt: 2025 wieder weniger Frauen in journalistischen Führungspositionen

Geschlechterparität darf kein kurzfristiges Ziel bleiben.

Jahrelang hat sich der Trend zu einer Ausgewogenheit der Geschlechter in den Chefetagen deutscher Leitmedien positiv entwickelt. Mit einem leichten Rückgang von 39 auf rund 38 Prozent  stagniert bzw. sank der Anteil von Frauen in journalistischen Führungspositionen 2025 nun jedoch im zweiten Jahr in Folge. Das zeigt eine Studie der Gleichstellungsinitiative ProQuote Medien.

Der Verein fordert, die Hälfte aller Führungspositionen im Journalismus mit Frauen zu besetzen, und untersucht hierzu jährlich deren Repräsentation in deutschen Medien. Für diese Studie gezählt wurde bei Leitmedien, Regionalzeitungen, im Rundfunk sowie bei Online-Medien und Magazinen.

Die Ergebnisse zeigen, dass der weibliche Anteil an Führungskräften über die unterschiedlichen Mediengattungen bei rund 30 Prozent liegt. Hier ein Einblick in die Teilergebnisse:

Leitmedien und Publikumszeitschriften vor Regionalmedien

Die Studie zeigt, dass sich vier von neun untersuchten Leitmedien der geforderten Geschlechterparität zumindest annähern – dazu zählen SZ, Stern, Spiegel und Die Zeit mit über 40 Prozent „Frauenmachtanteil“; es folgt die Bild mit rund 37 Prozent. Allein die taz hat mit rund 65 Prozent Anteil weiblicher Führungskräfte die geforderte Parität überschritten. „Weit abgeschlagen“ sehen die Studienmacherinnen mit ungefähr einem Viertel weiblicher Führungskräfte Die Welt, das Magazin Focus und die FAZ. Im Mittel liege der im Juli des Jahres ermittelte Wert für 2025 bei 37,8 Prozent – und damit um rund einen Prozentpunkt niedriger als im Vorjahr.

Publikumszeitschriften haben im Schnitt 44 Prozent weibliche Führung – den recht guten Wert würden sie jedoch hauptsächlich dank höherer Frauenanteile in den Bereichen Frauen, Lifestyle sowie Haus und Garten erreichen, so die Studienmacherinnen.

Am wenigsten Macht haben Frauen weiterhin bei Regionalzeitungen: Zwar hat sich der Anteil seit 2016 (12 Prozent) auf 22 Prozent fast verdoppelt, doch der Rückstand auf die Leitmedien bleibt groß. Besonders bemerkenswert sei, dass 74 Prozent der 97 untersuchten Regionalzeitungen im Jahr 2025 keinerlei weibliche Führung in den beiden obersten Ebenen aufweisen.

Rundfunk ÖRR ausgewogen mit Ausreißern

Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk wurden 13 Sender untersucht. Der weibliche Führungsanteil bei den TV-Sendern liegt bei 53 Prozent. Bei den öffentlich-rechtlichen Radios liegt der Frauenanteil in Führungspositionen mit 45 Prozent durchschnittlich auch hoch. Bei acht von dreizehn Sendern zeigt die Auswertung in den beiden obersten Führungsetagen einen Frauenanteil von nahezu 50 Prozent oder höher. Dennoch erreichen einzelne große ÖRR-Sender wie NDR, Deutsche Welle und Deutschlandradio nur niedrige Quoten von 25 bis 33 Prozent.

Viel schlechter schneidet der private Rundfunk ab: RTL hat 33 Prozent, Sat.1/ProSieben keine einzige Frau in der Leitung. In den Redaktionen von 34 privaten Radiosendern sind insgesamt nur etwa zwölf Prozent der Führungspositionen weiblich besetzt.

Online-Medien Schlusslicht; Sport nach wie vor „Männerdomäne“

In der aktuellen Auswertung zeigt sich, dass der Anteil von Chefredakteurinnen bei Online-Medien nur 16,7 Prozent beträgt – und damit im Vergleich zu den anderen vier Mediengattungen am geringsten ausfällt. Und das, obwohl es um 2015 als Chance für Frauen gegolten habe, Führungspositionen in Online-Medien zu übernehmen, wie die Studienmacherinnen darlegen.

Betrachtet man den Frauenmachtanteil in Hinblick auf Ressorts und Berichterstattungsfelder, wird ersichtlich: Auf Sportseiten wie kicker.de oder sport1.de sind ausschließlich Männer in der Leitung. Nachrichtenportale haben weniger als 20 Prozent Frauen in Führungspositionen. Im Bereich Wirtschaft, Finanzen, Wissenschaft liegt der Anteil von Frauen bei journalistischen Online-Angeboten bei rund 30 Prozent.

Fazit

Positiv ist: Die Studie zeigt in Bezug auf die Geschlechterparität in deutschen Redaktionen und Verlagen große Fortschritte. So hat sich der Wert bei den Leitmedien, der 2012 noch bei 12 Prozent lag, mehr als verdreifacht. Durch die aktuelle Stagnation des Wertes bei rund über einem Drittel sind Frauen in der Medienwelt jedoch weiterhin nicht gleichberechtigt vertreten. Auch bei den schlechten Werten bei Regional- und Onlinemedien sowie im privaten Rundfunk ist noch viel Luft nach oben.

Der DFJV unterstützt die Forderung nach Parität und Gleichstellung in den Medien. Auch aus fachjournalistischer Sicht ist eine ausgewogene Geschlechterverteilung in Leitungspositionen von Bedeutung, um die Vielfalt journalistischer Inhalte zu sichern. Dies fördert unterschiedliche Perspektiven in Themenwahl, Berichterstattung und Entscheidungsprozessen, stärkt somit die redaktionelle Qualität und trägt dazu bei, dass Medien repräsentativ für die Gesellschaft berichten. Gleichzeitig setzt ProQuote ein wichtiges Signal für Chancengleichheit und strukturelle Gleichberechtigung im Journalismus. Wir fordern die Redaktionen daher auf, dem Abwärtstrend entgegenzuhalten – und durch gezielte, transparente Maßnahmen eine inklusive Arbeitskultur zur nachhaltigen Sicherung von Geschlechterparität zu schaffen.

Alle Beiträge

Überzeugen Sie sich von unseren Leistungen

Mitglied werden
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner