Qualitätskriterien

Der Mediennutzer stellt einen hohen qualitativen Anspruch an den Verbraucherjournalismus. Die Qualität der Beiträge bemisst er üblicherweise am Nutzwert, dem ihm ein Bericht bietet. Der Mediennutzer erwartet vom Verbraucherjournalisten nicht nur einen neutralen Vergleich der getesteten Produkte und Dienstleistungen, sondern darüber hinaus ganz konkrete Hilfestellungen. Diese richten sich nach dem jeweiligen Thema, das der Verbraucherjournalist behandelt.

Bei Finanzthemen oder Tarifvergleichen etwa erwartet der Mediennutzer konkrete Beispielrechnungen, um zu erfahren, wie viel er bei einem Anbieterwechsel sparen kann. Zum Service für den Mediennutzer gehören außerdem diverse Checklisten, oder auch Musterformulare. Letztere sind beispielsweise gefragt, wenn der Verbraucherjournalist über Änderungen im Steuerrecht berichtet. Bei rechtlichen Themen sollte der Verbraucherjournalist die Aktenzeichen einschlägiger Gerichtsurteile in seinem Beitrag nicht vergessen. Der Mediennutzer kann dann bei Interesse das komplette Urteil inklusive der Beweisführung nachlesen und seinen Anwalt möglicherweise auf Präzedenzfälle hinweisen, wenn er in einen ähnlichen Fall verwickelt ist.

Preise für hochwertige Berichterstattung

Der Bedeutung des Verbraucherjournalismus zollen mittlerweile verschiedene Preise Rechnung. So vergibt die Stiftung Warentest seit 2004 einen Preis für Verbraucherjournalismus in den deutschsprachigen Medien. Bewertet werden hier nicht einzelne Beiträge, sondern das redaktionelle Gesamtkonzept, in welches der Verbraucherjournalismus eingebunden ist.

Der Markenverband, die Interessenvertretung der deutschen Markenwirtschaft, hat sich 2010 mit dem Verbraucherjournalistenpreis angeschlossen. Vergeben wird dieser Preis für besondere Leistungen im Bereich der Verbraucherinformation n den Printmedien. Der Markenverband vergibt diesen Preis an Medien, welchen es gelingt, komplizierte Fragestellungen bei alltagsrelevanten Themen aus Verbrauchersicht gut verständlich und nachvollziehbar zu erläutern.

Crossmedia zur Steigerung der Qualität

Vor allem Verbraucherjournalisten können das Internet nutzen, um dem Mediennutzer qualitativ hochwertige Informationen zu bieten. Während sie im Hauptmedium die wichtigsten Aspekte eines Themas erläutern, können sie in der Online-Präsenz ein deutliches Mehr an Informationen bieten und das Thema dadurch äußerst umfangreich beleuchten. Durch entsprechende Querverweise tragen Verbraucherjournalisten außerdem zur Bindung des Mediennutzers an ihr Medium bei. Denn wer sich bereits mit dem Thema beschäftigt hat, wird kaum das Medium wechseln und dort nach dem jeweiligen Thema suchen, um sich eingehender zu informieren.

Information oder Werbung?

Weil der qualitativ hochwertige Verbraucherjournalismus als sehr zeitintensiv gilt, ist der Verbraucherjournalist besonders gefährdet, zum unfreiwilligen PR-Journalisten zu werden. Denn er benötigt für die Berichterstattung Beispielrechnungen, Checklisten und vieles mehr. Diese Informationen bezieht der Verbraucherjournalist üblicherweise von externen Experten, die möglicherweise eigene Interessen verfolgen und bestimmte Produkte oder Dienstleistungen positiv hervorheben wollen.

Der Verbraucherjournalist agiert also in vielen Fällen auf einem relativ schmalen Grat zwischen Information und Werbung. Dieser Gefahr und seiner besonderen Verantwortung muss sich ein guter Verbraucherjournalist jederzeit bewusst sein. Schließlich greift er mit seiner Arbeit sehr viel direkter in das Leben der Mediennutzer ein als seine Kollegen aus den anderen Ressorts. Für den Verbraucherjournalisten gilt also insbesondere: Fehler darf er sich auf keinen Fall leisten.


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