Faszination

Ein hohes Maß an Neugierde ist die absolute Grundvoraussetzung für einen Verbraucherjournalisten. Er muss sich für Neues ebenso interessieren wie für die größeren Zusammenhänge. Denn viele verbraucherrelevante Themen werden nicht vor Ort, sondern irgendwo entschieden. So nehmen die Entscheidungen, die von den deutschen Landesregierungen getroffen werden, ebenso Einfluss auf das Leben der Verbraucher wie diejenigen der Bundesregierung oder der Europäischen Union.

Im fernen Brüssel werden beispielsweise Normen für diverse Verbrauchsgegenstände definiert, die sich unmittelbar auf den Verbraucher auswirken können. Das kennen beispielsweise Bauherren, die einen Altbau sanieren wollen und für Fenster, Türen und Elektroninstallationen oft teure Sonderanfertigungen benötigen, weil die genormten, neuen Stücke nicht passen.

Wie wirken sich Politik und Wirtschaft auf die Verbraucher aus?

Gegebenenfalls muss der Verbraucherjournalist auch die großen Zusammenhänge der internationalen Politik und Wirtschaft zuverlässig erläutern können. So wirkten sich die Folgen des aufgeblähten US-Immobilienmarktes in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends unmittelbar auf deutsche Verbraucher aus: Faule Kredite waren in Wertpapierkonstrukte gesteckt worden, die auf den internationalen Finanzmärkten gehandelt wurden. Als unmittelbare Folgen kamen verschiedene Geldinstitute und Banken ins Wanken. Schließlich griffen die Folgen auch auf die Realwirtschaft über, was zahlreiche Staaten der Eurozone gefährlich ins Wanken brachte. Die Verbraucher mussten noch Jahre später mit extrem niedrigen Zinsen auf ihre Sparguthaben für die Zockereien US-amerikanischer Immobilienhaie bezahlen. Um diese Informationen kurz und prägnant schildern zu können, braucht der Verbraucherjournalist also ein breit gefächertes Wissen und Interesse, das weit über seinen eigentlichen Aufgabenbereich hinaus reicht.

Neues als erster bekommen

Vor allem für technikaffine Journalisten besitzt der Verbraucherjournalismus einen ganz besonderen Reiz. Sobald sie sich einen guten Namen in der Branche erarbeitet haben, gehören sie zu den ersten, die neue Produkte und Modelle überhaupt zu Gesicht bekommen. Für die Medien bedeutet die Neuvorstellung von Produkten und Software einen selbstverständlichen Service für den Leser. Für die Unternehmen hingegen bedeuten die Tests - vor allem, wenn sie positiv ausfallen - kostenlose Werbung. Deshalb stellen sie ihre neuen Produkte in der Regel kostenfrei zur Verfügung. Dieses Geschäft in beiderseitigem Interesse ist ebenfalls nah am PR-Journalismus angesiedelt. Der Verbraucherjournalist muss sich dieser Verantwortung bewusst sein, weshalb die neutrale Berichterstattung für ihn die oberste Pflicht darstellt.

Geregelte Arbeitszeiten

Ein weiterer Aspekt, der den Beruf des Verbraucherjournalisten für viele angehende Journalisten interessant macht, sind die Arbeitszeiten: Verbraucherjournalisten müssen, abgesehen von Messe- und Eventbesuchen bei großen Produkt-Neuvorstellungen, üblicherweise keine Termine wahrnehmen oder Pressekonferenzen besuchen. Sie können sich in den meisten Fällen voll und ganz auf Recherche und Berichterstattung konzentrieren. Das bedeutet für den Verbraucherjournalisten, dass er anders als die Kollegen aus anderen Ressorts wie Politik oder Lokales sehr geregelte Arbeitszeiten hat und sein Privatleben nicht um den Beruf herum planen und organisieren muss. Vor allem für angehende Journalisten, die eine Familie gründen wollen, spielt dieser Faktor unter Umständen eine massive Rolle für die Berufswahl.


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