Berichterstattungsgegenstände

Das Tätigkeitsfeld in der Justizberichterstattung ist die Justiz im weitesten Sinne. Die Tätigkeit von Gerichten und die Entscheidungen, welche von Richtern getroffen werden, sind das Hauptfeld der Berichterstattung. In erster Linie berichten Journalisten, die im Bereich der Justizberichterstattung tätig sind, also über Prozesse, bei welchen öffentliches Interesse besteht, größtenteils handelt es sich dabei um Strafgerichtsprozesse.

Warum stehen Strafprozesse im Vordergrund?

Dass Strafprozesse in der Justizberichterstattung im Vordergrund stehen, hat mehrere Gründe: Diese Prozesse werden in der Regel öffentlich geführt, im Gerichtssaal sind also Zuschauer willkommen. In anderen Rechtsfeldern wie dem Zivilrecht oder dem Arbeitsrecht legen die Betroffenen oft großen Wert darauf, dass der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt wird. Sie wollen dadurch ihre Privatsphäre schützen und beispielsweise von ihrer Scheidung nichts in der Zeitung lesen. Eine Ausnahme besteht lediglich für Personen des Öffentlichen Lebens. Führt etwa ein prominenter Fußballer einen Prozess gegen seinen Arbeitgeber vor dem Arbeitsgericht, ist das durchaus ein Thema für die Medien.

Ein weiterer Grund liegt darin, dass Rechtsfelder wie das Verwaltungsrecht äußerst kompliziert sind, sodass selbst ein Journalist mit juristischem Hintergrundwissen Probleme dabei hat, dem Prozessverlauf zu folgen und das Thema anschließend dem Mediennutzer verständlich zu vermitteln. Hinzu kommt, dass in der Justizberichterstattung natürlich auch das Interesse der Mediennutzer berücksichtigt werden muss. Während Strafprozesse und juristische Streitereien, in die Prominente verwickelt sind, auf großes Interesse stoßen, werden abstrakte Themen, von welchen die Nutzer außerdem nicht direkt betroffen sind, in den Medien weitgehend ignoriert.

Der Journalist als Ratgeber

Die Justizberichterstattung fungiert außerdem als Ratgeber für den Mediennutzer. Am deutlichsten wird das in den umfangreichen Ratgebern zum Thema steuerliche Änderungen und ihre Auswirkungen auf den Steuerzahler, die gern am Jahresende publiziert werden. Die Journalisten nehmen dann die jeweiligen Änderungen im Steuerrecht unter die Lupe und schildern, welche finanziellen Folgen welche Änderung auf den Mediennutzer hat. Auch bei Reformen bereits bestehender Gesetze tritt das jeweilige Thema in den Fokus der Justizberichterstattung. Als beispielsweise Soldaten der Bundeswehr in den 1990er Jahren erstmals zu Auslandseinsätzen aufbrachen, erfolgte die Diskussion darüber in den Medien auch unter juristischen Gesichtspunkten.

Journalisten, die sich auf die Justizberichterstattung spezialisiert haben, müssen also in jedem Fall in der Lage sein, ressortübergreifend zu denken. Denn ihre Themen streifen von Fall zu Fall auch die klassischen Mantelressorts wie Politik, Sport oder Wirtschaft. Letzteres ist der Fall, wenn es sich um Wirtschaftskriminalität oder spektakuläre Firmenpleiten handelt, bei welchen im Hintergrund unsaubere Machenschaften vermutet werden. So beschäftigte der Medienmogul Leo Kirch nach dem Zusammenbruch seines Firmenimperiums sowohl Gerichte als auch Medien noch über Jahre hinweg.


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