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Jahresbericht des deutschen Presserates 2025: Mehr Rügen als je zuvor

Viele Beschwerden zur Nahost-Berichterstattung, Fachzeitschriften kaum beanstandet.

Mit 102 Rügen 2025 hat der Presserat die bisherigen Höchstwerte aus 2023 (73 Rügen) und 2024 (86 Rügen) erneut deutlich übertroffen. Am häufigsten wurden Verstöße gegen die journalistische Sorgfaltspflicht sowie den Persönlichkeitsschutz beanstandet.

Insgesamt gingen 2025 2.636 Beschwerden von Leserinnen und Lesern bei der Freiwilligen Selbstkontrolle der Presse ein, wie der Jahresbericht des deutschen Presserates zeigt.

Häufigsten Beschwerden im Themenfeld Nahost-Konflikt

Besonders viele Beanstandungen gab es im Zuge der Berichterstattung über den Nahost-Konflikt.

Seit dem 7. Oktober 2023 und mit dem Ausbruch des Gaza-Krieges verzeichnete der Deutsche Presserat insgesamt über 650 Beschwerden. Diese bezogen sich auf mehr als 200 einzelne Artikel oder Serien. Allein im Berichtsjahr 2025 gingen beim Presserat 429 Beschwerden ein. Diese erstreckten sich auf die Berichterstattung zu Krieg und Politik sowie auf Beiträge zu Demonstrationen, innerdeutsche Debatten und gesellschaftliche Spannungen. Besonders ein Beitrag auf „BILD.DE“ erregte den Unmut von Leserinnen und Lesern: 328 Personen beanstandeten einen Artikel zum Tod des Al-Jazeera-Korrespondenten Anas Al-Sharif in Gaza als unangemessen. Zu einer öffentlichen Rüge führte, dass die Redaktion in der Überschrift ohne überprüfbare Belege behauptet hatte, dass der Medienschaffende ein Terrorist sei.

Verstöße gegen Sorgfaltspflicht und Persönlichkeitsschutz besonders häufig

Insgesamt betrafen – wie auch im Vorjahr  – mehr als 40 Prozent der Rügen schwere Verstöße gegen die journalistische Sorgfaltspflicht. Am zweithäufigsten rügte der Presserat Verletzungen des Persönlichkeitsschutzes. Beanstandet wurden Beiträge, die gegen den Opferschutz verstießen – etwa durch die unautorisierte, erkennbare Darstellung von Personen – sowie Verstöße gegen die Persönlichkeitsrechte von Tatverdächtigen, die identifizierbar gemacht wurden und über die in mehreren Fällen vorverurteilend berichtet wurde.

Darüber hinaus ist die Zahl der Rügen für eine fehlende Trennung von Werbung und Redaktion von 15 im Vorjahr auf 21 im Jahr 2025 weiter gestiegen.

Kaum Beschwerden gegen Fachzeitschriften

Regional- und Lokalzeitungen (Print und online) waren 2025 erneut am häufigsten Gegenstand von Beschwerden (812 Eingänge), gefolgt von Boulevardmedien (386)  und Publikumszeitschriften (190). Erfreulich ist, dass Fachzeitschriften – nach den Nachrichtenagenturen (15 Eingänge) – mit lediglich 8 Beschwerden das Schlusslicht im positiven Sinne bildeten. Damit bleiben sie die einzige Medienform mit einer einstelligen Anzahl von Eingängen.

Insgesamt bezogen sich 73 Prozent der Beschwerden auf Online-Veröffentlichungen, 21 Prozent auf gedruckte Artikel und 6 Prozent auf beide Versionen. Überwiegend kamen die Beschwerden von Privatpersonen; nur selten von Organisationen wie NGOs, Vereinen, Unternehmen, Parteien oder Behörden.

DFJV mahnt zur Sorgfalt auch im Umgang mit KI

Hinsichtlich der steigenden Zahl von Rügen im Jahr 2025 rufen wir dazu auf, dass Medien aller Gattungen ihre journalistische Sorgfaltspflicht nicht vernachlässigen dürfen. Besonders bei sensiblen Themen wie Kriegen und gesellschaftlichen Konflikten ist eine ausgewogene und sorgfältige Berichterstattung unerlässlich.

Gleichzeitig mahnen wir über die Ergebnisse des Presserates hinaus erneut einen verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz an. Der jüngste Fall beim ZDF, bei dem im „heute journal“ KI-generiertes Bildmaterial sowie eine falsch kontextualisierte Videosequenz verwendet wurden, hat breite Kritik nach sich gezogen. Dies hat potenziell Auswirkungen auf das ohnehin angeschlagene Medienvertrauen der Bevölkerung. Das ZDF musste den Fehler eingestehen und sich entschuldigen, darüber hinaus zog es eine langjährige Korrespondentin aus ihrer Position ab. Wir erachten eine isolierte personelle Maßnahme gegenüber einzelnen Journalistinnen oder Journalisten jedoch nicht als den richtigen Weg, um systemische Herausforderungen im Umgang mit KI und redaktioneller Sorgfalt zu lösen. Stattdessen braucht es klare Redaktionsrichtlinien, Fortbildung und Qualitätskontrollen, damit Sorgfaltspflichten auch beim Umgang mit neuen Technologien gewahrt bleiben.

Insgesamt unterstreichen wir erneut die Bedeutung von sorgfältigem und ethisch verantwortlichem Arbeiten im Journalismus. Fachzeitschriften bleiben ein besonders positives Beispiel: Ihre sehr geringe Zahl an Beanstandungen im aktuellen Bericht des Presserates zeigt, dass gründliche Recherche, fachliche Expertise und Sorgfaltspflicht den Anforderungen des Qualitätsjournalismus gerecht werden.

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