Studie: Deutsche hören unterwegs oft Nachrichtenformate Das Podcast-Angebot für Regionalnachrichten ist jedoch ausbaufähig.

Einer repräsentativen Nutzer:innenbefragung zum Thema mobile Audionutzung zufolge hören rund zwei Drittel der deutschen Bevölkerung Audioinhalte, vor allem wenn sie im Auto unterwegs sind. Von 1.700 Befragten gaben 81 Prozent an, mobil Radio zu hören; es folgten Musik (77 Prozent), Podcasts (28 Prozent) und Hörbücher oder -spiele (22 Prozent).

Aber was hören die Befragten unterwegs am liebsten? Ein Blick auf die Teilergebnisse in Bezug auf die bevorzugt gehörten Radio- und Podcastthemen zeigt zum Beispiel auf, dass Nachrichten beim mobilen Hören hoch im Kurs stehen. Auf die Frage, was im Radio unterwegs gehört wird, gaben 90 Prozent der Befragten Musik an; es folgten aktuelle Nachrichten aus dem In- und Ausland (58 Prozent) an zweiter und Regional- und Lokalnachrichten (49 Prozent) an dritter Stelle. Ebenso nahmen beim Hören von Podcasts In- und Auslandsnachrichten (39 Prozent) nach dem Themenblock „Wissenschaft, Forschung und Technik“ (42 Prozent) den zweiten Platz ein. Nur 24 Prozent gaben hingegen an, Lokalnachrichten in Podcast-Formaten zu hören; diese werden damit als Podcast deutlich weniger gehört als über das Radio. Die Verfasser:innen empfehlen daher vornehmlich lokalen Radiosendern und weiteren Lokalmedien, diese „Lücke zu füllen“, also das Podcast-Angebot hier zu erweitern. Des Weiteren könnte auch über kurze Podcast-Formate und Inhalte nachgedacht werden, die auf dem Weg zur Arbeit oder zu Erledigungen gehört werden könnten.

Die im August veröffentlichte Nutzer:innenbefragung, aus der die Ergebnisse stammen, ist Teil der Studienreihe „On Track – Studien zu Audio und Mobilität“. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts wurden 2021 mehrere Studien zur mobilen Audionutzung veröffentlicht, so im November eine „Tagebuchstudie“, in der das Nutzungsverhalten sowie Aspekte der Audionutzung vertiefend untersucht wurden. Das Forschungsprojekt ist auf Initiative des Journalismus Lab entstanden und wird von der Landesanstalt für Medien NRW in Kooperation mit dem VAUNET – Verband Privater Medien, der RTL Radio Deutschland GmbH und dem MedienNetzwerk Bayern durchgeführt. Inhaltliche Unterstützung bieten die radio NRW GmbH und die Ford-Werke GmbH.

Weitere Informationen zum Projekt und zu den einzelnen Studien sind auf der Webseite der Landesanstalt für Medien NRW aufrufbar.

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