Corona-Krise: Liste der „Heldinnen und Helden der Informationsfreiheit“ veröffentlicht Mit Mut und Hartnäckigkeit berichtet.

Die Journalistenorganisation „Reporter ohne Grenzen“ (ROG) würdigt mit der Liste der „Heldinnen und Helden der Informationsfreiheit“ den Einsatz von Medienschaffenden während der Corona-Pandemie. Auf der Liste befinden sich exemplarisch 30 Journalistinnen und Journalisten, Whistleblower, Medien und Vereinigungen, die mit besonderem Mut und Hartnäckigkeit über die Pandemie berichten.

„Unabhängiger Journalismus kann Leben retten, daran erinnern uns diese Heldinnen und Helden der Informationsfreiheit“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. „In autoritär regierten Staaten sind unabhängige Medien oft die einzigen, die Fakten über die Ausbreitung der Pandemie zusammentragen und die Wirklichkeit realistisch beschreiben. Dafür haben viele Medienschaffende einen hohen Preis bezahlt: Sie wurden verhaftet, bedroht oder haben sich selbst mit dem Virus infiziert und sind daran gestorben. Ihr Mut und ihre Beharrlichkeit verdienen unseren Dank und unsere Hochachtung.“ Dem schließt sich der DFJV an.

Auf der Liste befindet sich zum Beispiel der freie Journalist Darvinson Rojas aus Venezuela. Er saß zwölf Tage lang im Gefängnis, weil er in einem Tweet die offiziellen Zahlen der Regierung zur Pandemie in Frage gestellt hatte. Auch der indische Journalist Vijay Vineet ist auf der Liste. Ihm drohen sechs Monate Haft, weil er über Mangelernährung von Kindern infolge des Lockdowns berichtete, was die Ermittlungsbehörden Indiens als „Fake News“ einstuften. Und lebenslange Haft droht dem Karikaturisten Ahmed Kabir Kishore aus Bangladesch, der auf Facebook Zeichnungen über Politik und Korruption in der Corona-Krise veröffentlichte.

Wie erwähnt, sind auch Vereinigungen auf der Liste zu finden wie das Wayuri-Netzwerk. Das Netzwerk, das Journalistinnen und Journalisten im Amazonasgebiet gründeten, informiert mehr als 750 indigene Gemeinschaften über das Coronavirus. Und in Russland gründeten 25 unabhängige Medien die Vereinigung Syndikat 100. Sie bietet Ärztinnen und Ärzten die Möglichkeit, die Presse anonym über das Fehlen von Schutzausrüstung und Mängel im Gesundheitswesen zu informieren.

Auch Bürgerinnen und Bürger sind auf der Liste vertreten. Etwa der 34-jährige Augenarzt und Whistleblower Li Wenliang aus Wuhan. Er machte bereits im Dezember 2019 auf ein sich schnell verbreitendes, neuartiges Virus aufmerksam. So auch der Anwalt Chen Qiushi, der in seinem Blog Videos über die chaotischen Zustände in den Krankenhäusern von Wuhan veröffentlichte. Li Wenliang starb am 7. Februar nach einer Covid19-Infektion; Chen Qiushi wurde am gleichen Tag angeblich zwangsweise in Quarantäne geschickt, seitdem fehlt von ihm jede Spur.

Zur Liste der „Heldinnen und Helden der Informationsfreiheit“ gelangen Sie hier.

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