Rezension im DFJV-Magazin.
Regisseur Marc Bauder widmet sich in der aktuellen Dokumentation Whistleblower den Bedrohungen, denen Hinweisgebende nach Enthüllungen ausgesetzt sind. Er zeigt, wie die Initiative The Signals Network Whistleblower weltweit berät, schützt und unterstützt. Nah begleitet der Film Jean-Jacques Lumumba, der die Veruntreuung öffentlicher Gelder durch den damaligen Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo, Joseph Kabila, aufdeckte. Aber auch weitere Fälle kommen zur Sprache, wie jener von Reality Winner, Informantin der US-amerikanischen National Security Agency (NSA). Die Journalisten Bastian Obermayer und Frederik Obermaier geben zudem Einblicke in ihre mitunter gefährliche investigative Arbeit. Wie der Film den hohen Preis veranschaulicht, den Hinweisgebende für ihren Mut zahlen mussten – von der Haftstrafe bis zum vorzeitigen Tod –, und dabei einprägsame und aufschlussreiche Momente schafft, beleuchtet Dobrila Kontić in ihrer Filmkritik. Sie zeigt aber auch, warum die Inszenierung mit Mitteln des Spionage- und Paranoia-Thrillers der Komplexität vieler Fälle nicht gerecht wird.
