Hashtag #AusgebranntePresse, Morddrohungen auf Telegram DFJV fordert erneut mehr Schutz für Demo-Berichterstatter:innen.

Immer wieder wurden im vergangenen Jahr Journalistinnen und Journalisten bei ihrer Arbeit auf Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen attackiert und behindert, wozu auch der DFJV in seinen Meldungen berichtete. Unter dem Hashtag #AusgebranntePresse twittern Journalistinnen und Journalisten seit kurz vor dem Jahreswechsel wiederum über beängstigende Übergriffe auf die Presse bei Corona-Protesten.

Zunehmender Hass gegenüber Medien und ihren Vertreter:innen zeigt sich einer Recherche des funk-Journalisten Jan-Henrik Wiebe zufolge außerdem in Kommunikationskanälen des Messengerdienstes Telegram. Bei der Auswertung offener und geheimer Kanäle und Chats aus rechtsextremen Kreisen und der Querdenker-Szene wurden mehr als 250 Tötungsaufrufe gefunden. Diese richten sich „gegen Personen aus Politik, Wissenschaft, Medizin, Behörden und Medien“; die Betroffenen würden oft mit ihrem richtigen Namen genannt. Wiebe konstatiert in diesem Zusammenhang eine zunehmende Radikalisierung der Impfgegner:innen: Insbesondere seit Beginn der Impfpflichtdebatte Mitte November 2021 hätten die Tötungsaufrufe stark zugenommen.

Angesichts der erschreckenden Schilderungen auf Twitter über Übergriffe auf Medienschaffende bei Corona-Protesten sowie der massiven Drohungen auf Telegram verurteilt der Deutsche Fachjournalisten-Verband (DFJV) hiermit erneut jegliche Gewalt und Angriffe auf Medien und ihre Vertreter:innen auf das Schärfste. Laut Koalitionsvertrag sollen Hassrede und Desinformation bekämpft werden sowie ein Einsatz für die Sicherheit von Journalistinnen und Journalisten stattfinden. Der DFJV fordert die Politik daher auf, den Vorhaben auch Taten folgen zu lassen und entsprechende Maßnahmen umzusetzen. Aus aktuellem Anlass fordern wir insbesondere, Berichterstatter:innen bei ihrer Arbeit bei Protesten gegen die Corona-Maßnahmen noch besseren Schutz zu garantieren.

© DFJV Deutscher Fachjournalisten-Verband AG