DFJV Lesetipps #
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Schreiben in der Finanzwelt: Analysen, Methoden, Praxistipps
von Marlies Whitehouse
Wiesbaden: Springer VS 2019 – 168 SeitenDas Buch: Der Titel befasst sich zum einen mit den Begleitumständen des Schreibens in der Finanzwelt, und zum anderen mit der Textproduktion und den Textsorten der Finanzanalyse.
Die Autorin: Marlies Whitehouse erforscht an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW die Produktion und Rezeption von Finanztexten. Als Schreibcoach berät sie internationale Unternehmen. Gastkapitel ergänzen und bereichern die Veröffentlichung.
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Die Themen:
- Umwelt der Texte
- Funktion der Texte
- Struktur der Texte
- Zwischenbilanz
- Beispielkorpus
- Methode
- Ergebnisse
- Interpretation
- Zwischenbilanz
- Situationen (er-)klären
- Good practice verdichten
- Interventionen verbinden
- Mehrwert evaluieren
- Bilanz: Was nützt und warum es nützt
Das Resümee:
- Ein Fachbuch zur Finanzkommunikation in berufsbezogener Fachsprache mit wissens- und handlungsorientierter Ausrichtung.
- Die Veröffentlichung gliedert sich in drei Teile, betrachtet die Themenstellung aus drei Perspektiven: Kontextperspektive, Produktperspektive und Prozessperspektive.
- Der Titel beginnt mit einer theoretischen Gesamtschau, bringt dann eine empirische Fallstudie, der letzte und umfangreichste Teil hat die forschungsbasierte Schreibberatung zum Gegenstand.
- Neben der vorherrschenden fachspezifischen Komponente vermittelt die Autorin auch Vertiefendes zu Textprodukten, zur Textproduktion, zu Textmerkmalen usw.
- Das Buch ist gut strukturiert, zahlreiche Tabellen, Abbildungen und Übersichten (nicht alle sind leicht lesbar) veranschaulichen und verstärken den Text. Auf ein Stichwortverzeichnis wird verzichtet.
- Insgesamt eine Veröffentlichung zu ausgewählten Textsorten der Finanzkommunikation, die grundsätzliche wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreter Schreibberatung verbindet.
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Die Krise der Medien
von Ingo Münch
Berlin: Duncker & Humblot 2020 – 140 SeitenDas Buch: Das vorliegende Buch versteht sich aus der Sicht des Autors als Plädoyer für die Existenz und Verbreitung von gut gemachten Medien. Der Titel sieht Verbesserungsbedarf.
Der Autor: Ingo von Münch ist emeritierter Professor für Verfassungs- und Völkerrecht sowie Publizist, u. a. Grundgesetzkommentator und Politiker (FDP).
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Die Themen:
- Medienkritik – altes und neues Problem
- Die Krise der Medien
- Vom engagierten Meinungsjournalismus über den belehrenden, erregten, empörten Journalismus zum Wut- und Hassjournalismus
- Übertreibungen und Untertreibungen
- Der angebliche Untergang des Rechtsstaates
- Dürftige Geschichtskenntnisse
- Das Geeiere um Ortsnamen
- Der inflationäre und damit sich abnutzende Gebrauch des Wortes »Nazi«
- »Hetze«, »Hetzer«, »Hetzjagden«: Die Karriere eines Schimpfwortes
- Der Meinungskorridor: eng und langweilig
- Verrutschte Maßstäbe
- Die Berichterstattung zum UN-Migrationspakt: Der Mainstream lässt grüßen
- Ein überdimensionierter Heißluftballon namens Kathryn Mayorga
- Anhang: Medien und Politik
Das Resümee:
- Der Autor vermittelt mit dieser Veröffentlichung eine persönliche Bestandsaufnahme seiner Wahrnehmung „der Medien“, wobei der Akzent auf den Printmedien liegt.
- Prüfend und beurteilend befasst sich von Münch mit einer Reihe von konkreten Beobachtungen und Auffälligkeiten, beispielsweise mit dem medialen Umgang zur Kölner Silvesternacht 2015 oder der Berichterstattung über einige Anschläge, den Umgang des WDR mit dem damaligen Kinderlied „Meine Oma ist ´ne alte Umweltsau“ usw.
- Die anzulegenden Maßstäbe sind aus Sicht des Verfassers insbesondere Vertrauen und Glaubwürdigkeit, Fairness und Qualität, Unabhängigkeit und Wahrung der Berufsethik etc. Der Verfasser konstatiert bei einer Reihe von Medienberichten Schwachstellen, Fehler und Fehlverhalten. Dies verdichtet sich gemäß Buchtitel zu einer „Krise der Medien“.
- Die Kritik erfolgt aus bestimmten Perspektiven, etwa dieser: „Da ist er wieder, der Journalist als Erzieher der Leser, denen ein eigenes Urteil über jene Meinungsäußerung offensichtlich nicht zugetraut wird.“ Bevormundungen, Nachlässigkeiten, Tendenzen zur „Aufwallung“, enger Meinungskorridor und Medienkonformität, Glaubwürdigkeitsprobleme etc. zählen zu den Kritikpunkten des Buches.
- Die Veröffentlichung ist ein Debattenbeitrag und ein Impulsbuch, und damit ein Angebot, den dargelegten Einordnungen und Bewertungen zu folgen – oder auch nicht, wenn die eigene Grundhaltung und Sichtweise entgegenstehen.
- Das Buch ist lebendig und spannend geschrieben, die Ausführungen sind konkret und anschaulich, die Darlegungen tiefgründig und fundiert. Der Autor sensibilisiert, gibt Anstöße und regt zum Nachdenken an, vermittelt Warnhinweise.
- Ob es jedoch angemessen ist, statt von „Kritik an den Medien“ von „Krise der Medien“ und damit von einer gefährlichen Entwicklung zu sprechen, sei dahingestellt.
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Medienkritik: Zwischen ideologischer Instrumentalisierung und kritischer Aufklärung
von Hans-Jürgen Bucher (Hrsg.)
Köln: Herbert von Halem 2020 – 424 SeitenDas Buch: Der Band leuchtet das Thema Medienkritik in zahlreichen Einzelbeiträgen aus und leistet einen Beitrag zu einem reflektierten Verständnis der Medienkritik.
Der Herausgeber: Hans-Jürgen Bucher ist emeritierter Professor für Medienwissenschaft. Er wird von zahlreichen Co-Autoren/-innen unterstützt.
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Die Themen (Hauptkapitel):
- Theoretische Grundlagen
- Journalismus-Kritik
- Das kritische Publikum
- Medienkritik von Seiten der Wissenschaft
- Medienkritik und Ideologie
Das Resümee:
- Der Sammelband bietet eine zusammenfassende, sich auf 20 Einzelbeiträgen stützende Betrachtung der Medienkritik. Medienkritik als Ergebnis der Beobachtung durch Publikum und Wissenschaft.
- Zahlreiche Beiträge widmen sich den theoretischen Grundlagen und der Fundierung der Medienkritik. Akzente liegen u. a. auf der Erörterung geeigneter Maßstäbe und Prinzipien oder auf kritischen Diskurstheorien etc.
- Eingebettet in einschlägige Denkansätze und Lehrmeinungen finden sich Beiträge, die dazu führen können, Aspekte der Medienkritik praktisch zu handhaben und nutzbar zu machen. Dies gilt z. B. für die Erläuterung der Systematik der Journalismuskritik oder für die vergleichende Betrachtung der Berichterstattung verschiedener Medien zu konkreten Ereignissen oder auch für den Beitrag zum Lokaljournalismus.
- Die Textgestaltung ist lesefreundlich, der Aufbau ist übersichtlich, eine begrenzte Anzahl von Abbildungen unterstützt und veranschaulicht die Darlegungen.
- Der Band rückt die Medienkritik in die Aufmerksamkeit, ordnet sie ein und entwickelt eine Themenstruktur mit einem deutlichen wissenschaftlichen Akzent.
- Die Veröffentlichung kann eine Grundlage und ein Anstoß sein, über die Medien zu reflektieren sowie für die Medien bzw. die Journalisten/-innen selbst, ihre Arbeit und ihre Lage kritisch zu reflektieren. Die Medienkritik kann ein konstruktiver Impuls zur Behebung von Schwachstellen sein – stellt jedoch bemerkenswerte Anforderungen sowohl an die Abfassung qualifizierter Medienkritik als auch zu deren Nutzung im Sinne eines Optimierungsprozesses.
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PR für Freiberufler: Vom erfahrenen Profi zum gefragten Experten
von Daniel Fitzke
Offenbach: Gabal 2020 – 196 SeitenDas Buch: Der Titel versteht sich als Praxisratgeber.
Der Autor: Daniel Fitzke ist Kommunikationsmanager und Betriebswirt mit langjähriger Erfahrung.
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Die Themen:
- Freiberufler als Kompetenzträger
- Presse- und Medienarbeit
- Online-Kommunikation und Social Media
- Reden, Talks und Interviews
- Das eigene Buch als Kompetenzbeweis
Das Resümee:
- Der Autor legt eine spezielle PR vor, die zugeschnitten ist auf die Belange von Freiberufler.
- Dabei geht es im Wesentlichen um Fragen der eigenen Positionierung und des zu vermittelnden Erscheinungs- und Persönlichkeitsbildes, ferner um die wirksame Kommunikation mit der relevanten Fachöffentlichkeit.
- Dazu enthält der Titel grundlegendes PR-Wissen, Techniken und Methoden zur Optimierung der Eigen-PR.
- Zunächst geht es um Empfehlungen zur Darstellung als Kompetenzträger. Die weiteren Kapitel befassen sich mit verschiedenen Formen und Kanälen der Öffentlichkeitsarbeit und unterschiedlichen Kommunikationsbeziehungen. Zum Schluss steht die Frage im Raum, ob und wie ein eigenes Buch als Kompetenzbeweis die Arbeit und die eigene Wirkung unterstützen kann.
- Das Buch bietet vielfältiges Fach- und Erfahrungswissen. Es zeigt Möglichkeiten auf, gibt Anregungen und Anstöße. Zur Sachorientierung gehört auch, dass der Autor darüber hinaus auf Grenzen, Gefahren und Risken verweist.
- Der klare und verständliche Schreibstil fördert die Beschäftigung mit den Themen. Eine übersichtliche und gut lesbare Textgestaltung, Checklisten, Beispiele und Übungen und auch die unterhaltsame Themen-Vermittlung machen das Buch insgesamt lesefreundlich.
- Der Band kann helfen, das eigene Profil zu schärfen und die Wahrnehmung als Expertin bzw. Experte zu steigern. Der Lesenutzen hängt auch von den individuellen Vorkenntnissen ab. Für Journalisten sind möglicherweise einzelne Passagen, etwa zur Presse- und Medienarbeit, nicht in vollem Umfang aufklärend. Gleichwohl bietet der Titel viel Substanz und Potenzial.
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Journalismus der Dinge: Strategien für den Journalismus 4.0
von Jakob Vicari
Köln: von Halem 2019 – 246 SeitenDas Buch: Der Titel erscheint in der Reihe Praktischer Journalismus als Band 107.
Der Autor: Dr. Jakob Vicari ist Wissenschaftsjournalist und Freelance Creative Technologist.
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Die Themen:
- Einführung in den Journalismus der Dinge
- Vernetzt berichten
- Sensoren als Quellen
- Die neuen Empfänger
- Anhang
Das Resümee:
- Das Buch liefert einen Beitrag zur weiteren Entwicklung des Journalismus aus einer technologischen Sicht. Der Autor sieht den Zweck seiner Veröffentlichung wie folgt: „Ich werde auf diesen Seiten das Basislager für die Expedition in den Journalismus der Dinge aufschlagen (…) für alle, die sich vorwagen mögen“.
- Das hier verfolgte Konzept orientiert sich am Internet der Dinge: Die Vernetzung von Gegenständen mit dem Internet, damit diese verschiedenen Aufgaben für den Besitzer übernehmen, insbesondere Daten liefern und austauschen.
- Die Ausführungen zielen darauf, die fortschreitenden Möglichkeiten der Datenverfügbarkeit und der Informationstechnologie für den Journalismus zu nutzen. Damit werden sich auch Arbeitsweise und Inhalte des Journalismus verändern.
- Der Band erfordert technisches Verständnis und die zur fachgemäßen Ausübung und Handhabung erforderlichen Fähigkeiten.
- Journalismus wird über technisches Denkbarsein definiert. Andere Elemente des Journalismus nehmen in dieser Veröffentlichung wenig Raum ein.
- Downloads (Codebeispiele und Vorlagen) gehören zum Leistungsumfang des Buches. Der testweise Zugriff verlief erfolgreich. 131 Abbildungen veranschaulichen und verstärken die Darlegungen. Infokästen mit Tipps und eine übersichtliche Textgestaltung sowie ein modernes Layout kennzeichnen das Werk. Die gewählte Schrift beeinträchtig möglicherweise längeres Lesen.
- Der Titel vermittelt eine Aufbruchstimmung in eine neue Welt des Journalismus unter technologischem Vorzeichen. Das Buch regt zu einem Start in einen „technischen Journalismus“ an.
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Medien und Ökonomie: Eine Einführung
von Jens Schröter
Wiesbaden: Springer VS 2019 – 75 SeitenDas Buch: Der Band erscheint in der Reihe „Medienwissenschaft: Einführung kompakt“.
Der Autor : Prof. Dr. Jens Schröter ist Inhaber des Lehrstuhls „Medienkulturwissenschaft“ an der Universität Bonn.
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Die Themen:
- Einleitung
- Medienökonomie
- Medien der Ökonomie
- Ökonomie in den Medien
- Fazit und Ausblick
Das Resümee:
- Diese wissenschaftliche Veröffentlichung befasst sich mit den vielfältigen Zusammenhängen und Abhängigkeiten von Medien und Ökonomie. Der Autor geht der Frage nach, wie sich Medien und Ökonomie zueinander verhalten können.
- Dazu wählt er verschiedene Betrachtungsweisen und -möglichkeiten, um das Thema zu erschließen: Medienökonomie, Medien der Ökonomie und Ökonomie in den Medien.
- Gegenstand des Buches sind u. a. die nähere Bestimmung wichtiger Begriffe durch Auseinanderlegung und Erklärung ihrer Inhalte, die Herausarbeitung wesentlicher Themenaspekte sowie gegebenen Klärungs- und Forschungsbedarf aufzudecken, etwa Rechte der Produzenten und Urheberrechte versus Offenheit der digitalen Netze und Informationsfreiheit oder die Auswirkungen der Industrie 4.0 auf die Medien.
- Die Buchmerkmale ergeben sich aus dem Charakter einer wissenschaftlichen Veröffentlichung.
- Leser mit Vorkenntnissen und Interesse an der Zielsetzung dieser Publikation finden eine Ausarbeitung, die das Themenspektrum kompakt beleuchtet und eine weiterführende Themenbearbeitung vorbereitet.
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Presserecht – kurz und bündig: Ein Leitfaden für Praktiker/innen
von Michael Schmuck
Frankfurt: Deutscher Fachverlag 2020 – 415 Seiten (4., aktualisierte Auflage)Das Buch: Der Band erscheint in der Schriftenreihe „Kommunikation & Recht“ und gibt einen Überblick über das Presse- und Medienrecht.
Der Autor: Michael Schmuck ist Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Presse- und Medienrecht sowie Journalist und Dozent.
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Die Themen:
- Was ist Presserecht?
- Was darf berichtet werden?
- Wie darf berichtet werden?
- Interviewen und Zitieren
- Folgen von Rechtsverletzungen
- Die Verantwortlichen
- Die Recherche
- Anzeigen und Werbung
- Urheberrecht – Verlagsrecht
- Pressesprecher und Recht
- Glossar
- Anhang (Glossen und Beiträge zum Presserecht)
Das Resümee:
- „Wer etwas publiziert, (…) muss heute erheblich besser achtgeben, dass es rechtlich einwandfrei ist, als etwa vor zehn Jahren“. So begründet der Autor die Notwendigkeit und Berechtigung seiner Veröffentlichung. Übrigens, eine nachvollziehbare Feststellung.
- Die Ausführungen orientieren sich an der Relevanz rechtlicher Fragen und Regeln in der Praxis, insbesondere der journalistischen Praxis. Der Band ist insgesamt betont praxisorientiert.
- Der Autor schreibt allgemeinverständlich und anschaulich (und kein „Juristendeutsch“), viele Fälle und Beispiele unterstützen und verstärken den Text. Zahlreiche Abbildungen illustrieren die Darlegungen. Die Schilderungen sind mit 749 Fußnoten gut belegt. Die Textgestaltung ist vorteilhaft. Intensive Nutzung kann Gebrauchsspuren am Buch hinterlassen (kein fester Einband).
- Der Titel verbindet in grundsätzlichen Fragen des Presserechts Lehrbuch und Arbeitshilfe, so der Eindruck des Rezensenten nach vielfältigem Gebrauch des Buches. Insgesamt eine der besten Veröffentlichungen dieser Art.
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Storytelling für Dummies
von Petra Winkler
Weinheim: Wiley-VCH 2019 – 324 SeitenDas Buch: Der Titel erscheint in der Verlagsreihe „Für Dummies“, die unter dem Motto „Lernen einfach gemacht“ steht und Themen auf lockere Art vermittelt.
Die Autorin: Petra Winkler ist freiberufliche Texterin, Schreibberaterin und Autorin.
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Die Themen:
- Einführung
- Geschichten und ihre Bestandteile
- Planen Sie Ihre Geschichten
- Produzieren und publizieren Sie Ihre Geschichten
- Praxiserprobt: Die Beispiele für die Praxis
- Der Top-Ten-Teil
Das Resümee:
- Das Geschichtenerzählen zu Kommunikationszwecken gewinnt in PR, Marketing, Beratung und auch im Journalismus an Bedeutung.
- Der Band behandelt Storytelling als Kommunikationsmethode in 22 Kapiteln (zuzüglich Einleitung) recht ausführlich. Zunächst baut die Autorin ein grundsätzliches Verständnis auf, erläutert Storytelling vielschichtig. Danach wird zur konkreten Herangehensweise viel Handwerkliches vermittelt. Eine Vielzahl von Beispielen und praktischen Impulsen erweitert das Nutzenspektrum.
- Das Buch ist gut zu lesen, der flüssige Schreibstil, die tiefe Gliederung, Abbildungen, die Verwendung von Symbolen als Orientierungshilfe ergeben insgesamt ein benutzerfreundliches Buch. Witzige Zeichnungen beleben den Text.
- Der Zugriff ist über das detaillierte Inhaltsverzeichnis und über das ausführliche Stichwortverzeichnis schnell und leicht möglich. Textliche Hervorhebungen unterstützen die Lektüre.
- Insgesamt eine handlungs- und nutzenorientierte Veröffentlichung, die die Kommunikationsform Storytelling wirkungsvoll präsentiert und zudem viel Wissenswertes zum Texten vermittelt.
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Krisenkommunikation komplex: 11 Analysen prominenter Fälle mit medialer Einordnung und Nachbetrachtung beteiligter Experten.
von Jana Wiske (Hrsg.)
Köln: Herbert von Halem 2020 – 290 SeitenDas Buch: Der Sammelband behandelt mit der Krisenkommunikation eine sowohl besonders wichtige als auch recht schwierige Kommunikationsform.
Die Herausgeberin: Prof. Dr. Jana Wiske ist Professorin für PR/Unternehmenskommunikation an der Hochschule Ansbach.
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Die Themen:
- Krisenkommunikation allgemein
- Der Fall Ritter Sport
- Der Fall Angela Merkel und die „Flüchtlingskrise“ seit 2015
- Die Finanz- und Staatsschuldenkrise
- Der Fall Jan Böhmermann und die Grenzen der Satire
- Der Fall Mesut Özil/Ilkay Gündogan und die Krise für den deutschen Fußball
- Datenpanne beim sozialen Netzwerk Knuddels
- Der Fall Schlecker
- Der Fall Maria L. und der Vorwurf „Lügenpresse“
- Der Fall Relotius und die Auswirkungen auf den Spiegel
- Der Fall BASF – Krisenkommunikation im Umweltbereich
- Der Fall Scharapowa und die Auswirkungen auf den Sponsor Porsche
Das Resümee:
- Zeiten, die verstärkt durch Komplexität, Unsicherheiten und Unberechenbarkeit gekennzeichnet sind, bringen vermehrt Krisen hervor. Insofern ist sowohl die Berichterstattung über Krisen als auch der kommunikative Umgang der Verursacher mit „ihren Krisen“ ein Thema mit wachsender Relevanz.
- Der vorliegende Band nimmt exemplarisch die Behandlung und Bewältigung von Krisen aus kommunikativer Sicht in den Blick. Nach einer theoretischen Einführung werden 11 reale Krisen strukturiert betrachtet. Neben der Beschreibung des jeweiligen Krisenfalls erfolgt eine konzeptionelle Einordnung der Krisenkommunikation sowie eine Stellungnahme beteiligter Experten. Ein Fazit beschließt den jeweiligen Fall.
- Der Sammelband skizziert erfahrungsgestützt kommunikative Umgangsweisen mit Krisen und vermittelt erfolgversprechende Bewältigungsweisen. Die Fälle machen zum Beispiel deutlich, welche inhaltliche Transparenz der Öffentlichkeit gewährt wurde und mit welcher Kultur die Krisenbewältigung erfolgt.
- Das Buch lässt sich gut lesen, die Textqualität einzelner Passagen ist optimierungsfähig. Möglichkeiten der Visualisierung werden wenig genutzt.
- Insgesamt lassen sich aus dieser recht substanzhaltigen Veröffentlichung viele Erkenntnisse gewinnen. Der Band ist eine Einladung, einerseits aus Sicht von Krisen-Verursachern mögliche Erscheinungs- und Wirkungsformen der Krisenkommunikation zu bedenken und anderseits aus Sicht der Berichterstattung entscheidende und problematische Punkte zu kennen und zu betrachten.
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Mehr Wahrheit wagen: Warum Demokratie einen starken Journalismus braucht.
von Alexandra Borchardt
Berlin: Duden 2020Das Buch: Der Titel ist einerseits ein Plädoyer für einen leistungsfähigen und wirksamen Journalismus und andererseits ein kritisch-konstruktiver Beitrag zur Sicherung der Demokratie.
Die Autorin: Alexandra Borchardt ist Autorin, Dozentin und Beraterin. Sie zählt zu den führenden Köpfen im Journalismus.
Die Themen:
- Warum Journalismus und Demokratie zusammengehören
- Das große Misstrauen
- Ein Blick in den Redaktionsalltag
- Was die Medienbranche bedroht
- Wie Google, Facebook & Co. den Journalismus prägen
- Wie künstliche Intelligenz den Journalismus verändern könnte
- Wie sich Journalismus wandeln muss
Das Resümee:
- Journalismus und Demokratie gehören zusammen – lautet die zentrale These dieses Buches. Die zwischen Journalismus und Demokratie bestehenden innere Beziehungen und vielfältigen Verbindungen bestimmen diese Veröffentlichung. Ein Buch der journalistischen Perspektiven.
- Dazu beleuchtet die Autorin facettenreich den Journalismus. Sie fragt nach Ausprägungsformen, befasst sich mit Einfluss- und Bestimmungsgrößen, sucht nach Abhängigkeiten und Erfolgsfaktoren.
- „Dies ist auch ein Buch über die vielfältigen Krisen des Journalismus, nicht zuletzt im Verhältnis zu seinem Publikum“, wie Borchardt ihre eigene Veröffentlichung einordnet. Sie identifiziert vier Krisen und Gefährdungen: eine Vertrauenskrise, die Krise der Geschäftsmodelle, die Identitätskrise und die Talentkrise.
- Wesentliche Aspekte dieser Arbeit liegen u. a. auf der Wirkung der Sozialen Medien, auf dem Einfluss der Künstlichen Intelligenz, auf der Bedeutung von Werten und Strategien oder auf der Problematik von Falschinformationen.
- In welche Fallen Journalisten immer wieder tappen und damit besondere Formen des Gefährdetseins schildert die Verfasserin anschaulich und eindrücklich: Ego-Falle, Neid-Falle, Innovations-Falle, Tempofalle, Hierarchie-Falle etc.
- Wesentliche Stellschrauben, an denen Redaktionen aus Sicht der Autorin drehen müssen, sind beispielsweise: Journalismus muss präziser werden, mehr erklären, investigativer werden, Haltung zeigen usw.
- Das Buch bewegt sich auf hohem sachlichem Niveau, nimmt eine grundsätzliche Bestandsaufnahme vor und vermittelt zahlreiche Anstöße und Anregungen zur konstruktiven Weiterentwicklung der journalistischen Arbeit.
- Der Band beruht auf umfangreichem Sach- und Erfahrungswissen, der analytischen Schärfe sowie der engen Beziehung der Autorin zum Journalismus.
- Der Journalismus ist eine wesentliche und sichernde Bedingung der Demokratie. Dazu bedarf es aber eines wirkungsvollen, leistungsfähigen und -willigen Journalismus – dies ist die zentrale Botschaft des vorliegenden Buches.