Auf einen Blick: „Ein Handbuch für Theorie und Praxis. Mit Beiträgen von EU-Korrespondent:innen“, wie es im Untertitel heißt. Der Titel erscheint in der Reihe „Journalistische Praxis“ und beleuchtet die EU aus journalistischer Sicht. Die thematische Bandbreite reicht von institutionellen Einblicken bis zu medienethischen Fragen.
Hinter den Seiten: Michael Grytz war den Angaben zufolge mehr als 12 Jahre Korrespondent und Redakteur in Brüssel für die ARD und Filmautor zahlreicher Dokumentationen. Er ist Redakteur beim WDR in der Abteilung Zeitgeschehen, Europa, Ausland.
Verlagspräsentation mit Leseprobe
Inhalt:
- Wie Ursula von der Leyen Präsidentin wurde
- Der Kompromissfaktor
- Das Kontrollsystem funktioniert nicht
- Die fünfte Macht
- Noch mehr Quellen
- Brexit: Wie Fake News und Desinformation wirken
- Mehr oder weniger EU? Anmerkungen und journalistische Ansätze
- Entpolitisierung als Weg der Kompromissfindung
- Netzwerke in Brüssel
- Bloggen in Brüssel
- EU investigativ
- Konstruktiver Journalismus in der Europaberichterstattung
Leseerfahrung:
- Der Band gliedert sich in zwei Teile: Teil 1: „Die Arbeitswelt von EU-Korrespondenten“ – 14 Kapitel mit Fokus auf Strukturen, Abläufe und Herausforderungen. Teil 2: „Erfahrungen und Ansichten von EU-Journalisten„ mit 14 Beiträgen über persönlichen Reflexionen aus dem journalistischen Alltag.
- Das Buch bietet einen tiefen Einblick in die Funktionsweise der EU und zeigt exemplarisch, wie journalistische Aufgaben in diesem komplexen Umfeld wahrgenommen werden. Es bewegt sich zwischen politischer Analyse und journalistischer Praxis – stets mit einem Blick auf Hintergründe, Netzwerke und komplexe Fragestellungen.
- Der sehr lesenswerte Beitrag zum „Kompromissfaktor“ regt zur Diskussion über europäische Politikbewertung und über eine angemessene journalistische Perspektive an.
- Die Frage nach einem „europäischen Journalismus“ wird ebenso aufgeworfen wie seine Bedeutung für den redaktionellen Alltag.
- Persönliche Einsichten wie „Es gibt nicht die eine oder einzige Wahrheit, aber ziemlich viele Grautöne“ unterstreichen die Vielschichtigkeit des Berufs. Der Journalismus wird als „wunderbares Berufsfeld“ gewürdigt – trotz aller Herausforderungen.
- Der Inhalt ist gehaltvoll und fundiert, doch könnten zusätzliche Visualisierungen und weitere gestalterische Elemente die Zugänglichkeit erhöhen.
- Ein facettenreiches Handbuch, das journalistische Praxis im EU-Kontext fundiert darstellt. Es bietet Orientierung, regt zur Reflexion an und benennt sowohl Potenziale als auch Grenzen des EU-Journalismus und berührt darüber hinaus zahlreiche journalistische Grundsatzfragen.
