Historie

Zwar ist die moderne Justizberichterstattung eng mit der Entwicklung der modernen Medien verwoben, doch die Wurzeln des Ressorts reichen sehr viel weiter zurück. Denn Institutionen, die Recht sprechen, existieren, seitdem es die menschliche Zivilisation gibt. Als älteste Berichte zu Rechtsfragen dürfen deshalb die Gleichnisse und Erzählungen über Gottesurteile aus religiösen Schriften und Sagen gelten. Wie auch in späteren Jahrhunderten sollten diese Berichte in erster Linie der Abschreckung dienen, um im menschlichen Zusammenleben bestimmte Verhaltensnormen durchzusetzen.

Ähnliches gilt auch für das antike Griechenland, wo in den meisten Stadtstaaten die Versammlung der sogenannten Vollbürger – üblicherweise handelte es sich dabei um die freien Männer der Stadt mit Grundbesitz – Recht sprach. Eine damals gängige Strafe war die komplette oder zeitweilige Verbannung aus der Stadt. Berichte über die Verhandlungen und die Strafen wurden damals allerdings nicht von Augenzeugen verfasst, sondern meist durch Hörensagen weitergegeben und irgendwann von Geschichtsschreibern wie Herodot, der den Beinamen "Vater der Geschichtsschreibung" trägt, niedergeschrieben.

Römisches Reich bietet Rechtssicherheit

Erst das römische Reich schuf mit dem sogenannten Zwölftafelgesetz einen verbindlichen Rechtskodex, der etwa um 450 vor Christus in Kraft trat. Von nun an wurden Gesetze und Verstöße gegen das geltende Recht schriftlich fixiert. Damit sollte eine willkürliche Rechtsprechung durch Priester und Adelige verhindert werden.

Aufgrund der Anklageschriften und schriftlich fixierten Verteidigungsreden lassen sich bis heute die Abläufe vor einem römischen Gericht rekonstruieren. Diese dürfen, ebenso wie das umfangreiche schriftliche Werk römischer Anwälte wie Marcus Tullius Cicero ebenfalls als sehr frühe Form der Justizberichterstattung gelten.

Gleiches gilt für die Protokolle, die von Prozessen aus dem Mittelalter erhalten sind. Die genannten Beispiele gelten zwar als Vorläufer, entsprechen allerdings nicht den objektiven Maßstäben, die heute an die Justizberichterstattung gelegt werden. Die Berichte wurden entweder nicht von Augenzeugen oder von neutralen Außenstehenden verfasst, sondern von den Prozessbeteiligten selbst.

Eine neue Technik revolutioniert die Berichterstattung

Eine neutralere Berichterstattung setzte sich erst ab dem 16. Jahrhundert durch, als etwa 100 Jahre nachdem Johannes Gutenberg den Druck mit beweglichen Lettern erfunden hatte, die ersten regelmäßig erscheinenden Zeitungen auf den Markt kamen. Von Anfang an gehörten Berichte und Nachrichten über Gerichtsverfahren und deren Verlauf zum Inhalt der Zeitungen. Diese wurden in den ersten Jahrzehnten des modernen Zeitungswesens nicht einem eigenen Ressort zugewiesen.

Die Justizberichterstattung wurde erst während des 20. Jahrhunderts, als das Medium Zeitung seinen absoluten Höhepunkt erlebte, zu einem eigenen Aufgabenbereich, für den in zahlreichen Zeitungen auch eigene Mitarbeiter zugewiesen wurden. Dieser Höhepunkt währte jedoch nur wenige Jahrzehnte lang: Das Ressort der Justizberichterstattung fiel bei Regionalzeitungen als eines der ersten dem Spardiktat im Zuge der Medienkrise Mitte der 1990er Jahre zum Opfer. Den Printmedien machten vor allem sinkende Auflagenzahlen und damit verbunden niedrigere Anzeigenpreise sowie die Neuen Medien schwer zu schaffen. Für Fernseh- und Radiosender hingegen bedeuteten eher die zahlreichen Regionalsender, die ebenfalls seit den 1990er Jahren gegründet wurden, eine ernsthafte Konkurrenz. Die Justizberichterstattung wurde deshalb zunehmend von freien Mitarbeitern übernommen. Ausblick

Daran, dass bei den etablierten Medien bis auf wenige Ausnahmen die Justizberichterstattung von freien Mitarbeitern übernommen wird, dürfte sich in absehbarer Zeit nichts ändern. Dennoch bleibt der Bereich ein attraktives Betätigungsfeld für junge Journalisten, die bereit sind, über den Tellerrand der branchenüblichen Tätigkeit hinauszuschauen.

Denn Texte aus dem Fach der Juristerei werden vor allem im Internet gebraucht. Unter anderem haben zahlreiche Blogbetreiber beziehungsweise Agenturen, die sich mit Suchmaschinenoptimierung beschäftigen, einen ständigen Bedarf an Texten mit fachlich relevanten Inhalten. Diese Option bietet vor allem für fachlich versierte Freelancer eine attraktive Möglichkeit, ihr Einkommen deutlich aufzubessern.


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