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gamescom 2026: Rekordzahlen zeigen wachsende Bedeutung von Games und Chancen für den Fachjournalismus

Digitale Spiele als Wirtschafts-, Kultur- und Gesellschaftsthema.

Mit 368.000 Besucher:innen aus 131 Ländern ist die gamescom 2026 am Wochenende in Köln zu Ende gegangen. Mehr als 36.000 Fachbesucher:innen und 1.743 Aussteller:innen machten die diesjährige Veranstaltung zur bislang internationalsten Ausgabe. Die gamescom nähert sich damit ihrem Besucher:innenrekord aus dem Jahr 2019 und unterstreicht ihre Position als weltweit bedeutendes Games-Event. Doch die Bedeutung der gamescom erschöpft sich längst nicht mehr in Besucher:innenzahlen und Aussteller:innenrekorden. Das zeigt insbesondere der gamescom congress, der in diesem Jahr mit mehr als 1.100 Besucher:innen einen neuen Rekord verzeichnete. Das Programm widmete sich unter anderem den Potenzialen von Games für Demokratie, Bildung, Gesundheit, Innovation und digitale Kultur. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnete den Kongress erstmals und betonte damit auch auf höchster politischer Ebene die gewachsene kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung digitaler Spiele.

Rund um Games: Einordnungsbedarf durch Fachberichterstattung wächst

Diese Entwicklung ist auch für den professionellen Fachjournalismus relevant: Je stärker Games in gesellschaftliche, politische, wirtschaftliche und kulturelle Bereiche hineinwirken, desto größer wird der Bedarf an Journalistinnen und Journalistein, die diese Entwicklungen fachlich fundiert, kritisch und unabhängig einordnen können; das journalistische Feld rund um Games reicht dabei längst über klassische Spielekritik oder Previews hinaus: Gefragt sind Berichterstattung über Industrie und Wirtschaft ebenso wie Beiträge zu Kultur, Politik, Bildung, Technologie, Wissenschaft und Gesellschaft. Die gamescom bietet hierfür einen wichtigen Ort der Vernetzung zwischen Medienschaffenden, Unternehmen, Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit und macht zugleich sichtbar, wie unheimlich vielfältig das journalistische Arbeitsfeld rund um Games inzwischen geworden ist.

Zwischen Forschung und Öffentlichkeit wächst der Vermittlungsbedarf

Damit wird auch deutlich, dass Games zunehmend Gegenstand wissenschaftlicher Auseinandersetzung sind und sein müssen. Wenn digitale Spiele eine derart zentrale kulturelle, gesellschaftliche und technologische Rolle einnehmen, braucht es entsprechende Forschung, Lehre und wissenschaftliche Strukturen, um diese Entwicklungen kritisch zu begleiten und zu verstehen. Der gamescom congress macht sichtbar, wie groß der Bedarf an wissenschaftlicher Expertise inzwischen ist: von Fragen der politischen Bildung und Demokratie über Kultur und Gesellschaft bis hin zu neuen Forschungsinstrumenten und Methoden. Prof. Dr. mult. Rudolf Thomas Inderst betont: „Wenn digitale Spiele eine derart zentrale kulturelle, gesellschaftliche und technologische Rolle einnehmen, braucht es entsprechende Forschung, Lehre und wissenschaftliche Strukturen, um diese Entwicklungen kritisch zu begleiten und zu verstehen. Gleichzeitig braucht es Medienschaffende, die dieses Wissen in eine fundierte und verständliche öffentliche Berichterstattung übersetzen.“

Für Journalistinnen und Journalisten eröffnet sich damit ein zunehmend relevantes und ausdifferenziertes Fachgebiet. Die wachsende Aufmerksamkeit für Games schafft nicht nur neue Themen für die Berichterstattung, sondern auch Chancen für professionelle Spezialisierung und Veröffentlichungen und das von der Spiele- und Branchenberichterstattung bis hin zur journalistischen Auseinandersetzung mit Games als Kultur- sowie Gesellschaftsphänomen.

(red. / Prof. Dr. mult. Rudolf Inderst, Kulturwissenschaftlicher, Spieleforscher und DFJV-Fachbeiratsmitglied.) 

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