Sozialpolitik für Journalisten

Die soziale Sicherheit von Journalisten ist eine Grundvoraussetzung für ihre journalistische Unabhängigkeit. Im Gegensatz zu den meisten anderen Berufsfeldern gliedert sich der Journalismus in solche Berufsträger, die fest angestellte Arbeitnehmer sind, und in solche, die freiberuflich tätig sind. Diese Dualität kann nur ein Berufsverband auffangen, da zwischen Gewerkschaftsarbeit und Interessenvertretung freier Journalisten häufig ein Trade-off besteht.

Der DFJV nimmt mit Bedauern zur Kenntnis, dass immer mehr Verlage und Sender Tarifflucht begehen, sei es durch den Austritt aus dem Arbeitgeberverband, durch die OT-Mitgliedschaft ("ohne Tarifbindung") oder durch Outsourcing von Redakteuren in neue Gesellschaften, für die keine Tarife gelten. Die klassischen Instrumente der Gewerkschaftsarbeit stoßen zunehmend an ihre Grenzen. Dieser Tatsache muss ohne ideologische Verblendung ins Auge gesehen werden. Der DFJV sieht daher das Erfordernis des instrumentellen Paradigmenwechsels und setzt sich ein für dialogische Maßnahmen zur Konfliktreduzierung.

Der DFJV befürwortet Maßnahmen zur Arbeitszeitflexibilisierung zugunsten von Redakteuren sowie zur Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg des Medienunternehmens, sei es in Form einer Tantieme oder durch Kapitalbeteiligung. Bei Kapitalbeteiligungen fordert der DFJV eine angemessene steuerliche Begünstigung. Der DFJV spricht sich aus für einen Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge in jeder Durchführungsform und fordert eine deutliche Anhebung der steuer- bzw. sozialabgabenbegünstigten, gesetzlichen Höchstgrenzen. Bei Direktzusagen empfiehlt der DFJV eine Rückdeckungsversicherung, die über die reine Insolvenzsicherung über den Pensionssicherungsverein hinausgeht. Für Freiberufler fordert der DFJV eine stärkere steuerliche Förderung beim Aufbau ihrer privaten Rente. Eine gesetzliche Rentenversicherungspflicht für Selbständige lehnt der DFJV ab.

Weiterhin plädiert der DFJV für eine stärkere Weiterbildungsorientierung in Arbeitsverhältnissen. Viele Branchen haben für ihre festen und freien Mitarbeiter inzwischen dezidierte Weiterbildungspläne für ein gesamtes Berufsleben ausgearbeitet. Dem Journalismus fehlt hier jede Systematik. Weiterbildung ist hier noch kein fester Bestandteil des beruflichen Selbstverständnisses. Dies zu ändern, gehört zu den dringendsten Aufgaben des Berufs.

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