Mediengattungen

Grundsätzlich lassen sich die Themen des Wissenschaftsjournalismus in jeder beliebigen journalistischen Darstellungsform bearbeiten. Es haben sich jedoch im Lauf der Zeit bestimmte Charakteristika in den verschiedenen Mediengattungen herauskristallisiert.

Die Nachricht, eine beliebte Darstellungsform in allen anderen Ressorts, spielt für den Wissenschaftsjournalismus nur eine untergeordnete Rolle. Der Grund: Die meisten Themen haben einen zu hohen Erklärungsbedarf für die Mediennutzer, als dass sich in wenigen Zeilen oder Sätzen tatsächlich ein Beitrag erstellen lässt, der für den Mediennutzer einen informativen Wert besitzt. Bei Publikumsmedien ist die Nachricht allenfalls für Themen verbreitet, bei welchen davon auszugehen ist, dass der Mediennutzer zumindest eine gewisse informative Grundlage besitzt, was beispielsweise bei aktuellen Zeckenwarnungen der Fall ist.

Weiter verbreitet ist die Nachricht in besonderen Fachmedien wie historischen oder technischen, populärwissenschaftlichen Zeitschriften. In Radio und Fernsehen werden gerne "Informationshäppchen" am Rande von Wissenssendungen in Rubriken wie etwa "Wissen kompakt" präsentiert. Dieses – oft skurrile – Wissen dient als Stilmittel, um ein kleines Gegengewicht zu den längeren Beiträgen der jeweiligen Sendung zu bieten.

Wissenschaftsjournalismus in Printmedien

Der Bericht hat sich in den Printmedien als klassische Darstellungsform des Wissenschaftsjournalismus durchgesetzt. Denn dadurch lassen sich vor allem im Bereich der Naturwissenschaften und der Technik die neuen Erkenntnisse ebenso wie die Hintergründe am besten darstellen. Je nach Anlass wählt der Wissenschaftsjournalist gelegentlich auch die Reportage, um seinen Beitrag lebendiger zu gestalten. Diese bietet sich jedoch nur an, sofern es einen aktuellen und besonderen Anlass dafür gibt. Beispielsweise, wenn in einem Kraftwerk oder auf einer Baustelle eine neue Technologie eingesetzt oder in einem Naturschutzgebiet eine neue Art entdeckt wird.

Aktuelle Anlässe wie historische Feste bieten dem Wissenschaftsjournalisten einen idealen Einstieg, um etwa einen historischen Fachbeitrag zu verfassen. Als hervorragende Anlässe gelten beispielsweise die zahlreichen Mittelalterfeste, die regelmäßig in ganz Deutschland auf Burgen gefeiert werden. Einer der bekanntesten Events in dieser Richtung ist die "Landshuter Hochzeit", bei dem die Besucher in das Bayern des 15. Jahrhunderts entführt werden.

Der Kommentar wird in Printmedien als Darstellungsform lediglich dann gewählt, wenn der Wissenschaftsjournalist seine persönliche Meinung zum jeweiligen Thema unterbringen möchte. Unter Umständen nutzt der Journalist den Kommentar auch, um Kritik zu äußern.

Der Wissenschaftsjournalismus im Radio

Bericht und Feature sind die gängigen Darstellungsformen des Wissenschaftsjournalismus im Radio. Der Bericht wird zur sachlichen Information des Hörers genutzt, weil sich hier, eventuell untermalt von einigen Interviews und Expertenmeinungen im O-Ton, die größte Faktendichte in der Berichterstattung unterbringen lässt.

Das Feature wird genutzt, um wichtige Neuerungen in einem längerfristigen Gesamtzusammenhang darzustellen. Bei dieser Darstellungsform werden Fakten und Fiktion vermischt und zur Untermalung auch gern Elemente des Hörspiels verwendet. Die Reportage hingegen eignet sich, bedingt durch die Mediengattung, eher weniger. Denn es fehlt entsprechendes Bildmaterial, um die Reportage für den Zuhörer richtig lebendig wirken zu lassen und seine Vorstellungskraft zu stimulieren.

Wissenschaftsjournalismus im Fernsehen

Die Darstellungsformen, die für wissenschaftsjournalistische Berichterstattung im Fernsehen gewählt werden, richtet sich erheblich nach der Zielgruppe der jeweiligen Fernsehsendung. Während für jüngeres Publikum die Themen eher in Form einer Reportage aufbereitet wird, ist ansonsten der Bericht die gängige Darstellungsform. Das richtige Bildmaterial vorausgesetzt, bieten sowohl Bericht als auch Reportage die optimalen Möglichkeiten, um ein Thema für den Zuschauer anschaulich und verständlich zu gestalten.

Wissenschaftsjournalismus in Online-Medien

Die größte Vielfalt zur Darstellung des Wissenschaftsjournalismus bieten Onlinemedien. Hier werden gerne verschiedene Darstellungsformen sowie Mediengattungen interaktiv miteinander vermischt. Es ist durchaus üblich, dass der geschriebene Beitrag zusätzlich zu Fotos mit Audio-Interviews oder Videostreams untermalt wird. Dadurch können Onlinemedien – zumindest theoretisch – dem Seitenbesucher die umfassendsten Informationen zum jeweiligen Thema bieten.

Wissenschaftsjournalismus im Fotojournalismus

An Fotojournalisten stellt der Wissenschaftsjournalismus keine besonderen Herausforderungen. Sie müssen üblicherweise lediglich eine zum jeweiligen Beitrag passende Optik finden. Ansonsten gelten dieselben Regeln wie in der Fotografie allgemein.

Was wäre wenn?

Bei dieser Fragestellung handelt es sich um eine an das Feature angelehnte Form der Berichterstattung, die in der Alternativen Geschichtswissenschaft entwickelt wurde. Die Forscher stellen sich die "Was wäre wenn?"-Frage gern in Bezug auf bedeutende historische Wendepunkte und zeichnen die weitere geschichtliche Entwicklung unter diesen anderen Voraussetzungen nach. Beliebte Fragestellungen lauten etwa: "Was wäre, wenn die Spanische Armada die englische Flotte besiegt hätte?", "Was wäre, wenn die Achsenmächte den Ersten Weltkrieg gewonnen hätten?" oder "Was wäre, wenn Hitler den Zweiten Weltkrieg gewonnen hätte?" Die Erkenntnisse der Forscher, die sich diese Fragen stellen, werden gern von Printmedien und im Fernsehen aufgegriffen.


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