Historie

Die Entwicklung des Wissenschaftsjournalismus hängt eng mit der Geschichte der Industrialisierung in Deutschland, während des 19. Jahrhunderts in Forschung und Entwicklung eines der führenden Länder weltweit, zusammen. Bahnbrechende Erfindungen wie das Automobil und rasante Fortschritte in der Medizin, über die in den Zeitungen und Zeitschriften berichtet wurde, sorgten für ein wachsendes Interesse der Mediennutzer an wissenschaftlichen Themen.

Endgültig etabliert hatte sich der Wissenschaftsjournalismus als eigenständiges Ressort während der Weimarer Republik. Nun wurde in den Medien regelmäßig über aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen wie die moderne Physik, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts allmählich etablierte und die klassische Physik ablöste, berichtet.

Standards werden etabliert

In den ersten Jahren und Jahrzehnten war Wissenschaftsjournalismus noch sehr stark auf den technischen Bereich fokussiert. Die frühen Wirtschaftsjournalisten hatten sich meist darauf beschränkt, die Fachsprache der Wissenschaftler für den Laien verständlich darzustellen. Erst durch die Vereinigung TELI wurden erstmals Kriterien für eine qualitativ hochwertige Berichterstattung im Bereich des Wissenschaftsjournalismus definiert. Die Technisch-Literarische Vereinigung, so der voll ausgeschriebene Name, wurde 1929 als weltweit erste Vereinigung von Technik- und Wissenschaftsjournalisten gegründet. Als Vereinszweck sahen die 32 Gründungsmitglieder, einen Beitrag zur Förderung von Bildung, Forschung und Wissenschaft beizutragen, indem ein von keinen Interessensgruppen abhängiger Wissenschaftsjournalismus betrieben wurde.

Ein Einbruch mit dem Nationalsozialismus

Von der inhaltlichen Qualität her dürfte der Wissenschaftsjournalismus von der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1932 zu den am stärksten betroffenen journalistischen Ressorts gehört haben. Zwar wurde der Wissenschaftsjournalismus wie alle anderen Bereiche des Journalismus von den neuen Machthabern gleichgeschaltet. Jedoch erlebten die Forschungseinrichtungen und Universitäten einen regelrechten Aderlass, weil weltweit führende deutsche Forscher wie Albert Einstein in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg in die USA emigriert waren und dort weiterforschten. Damit hatten die Wissenschaftsjournalisten die wichtigsten Gegenstände der Berichterstattung verloren und durften wie alle anderen Journalisten nur noch ausschließlich über nationalsozialistische Erfolge berichten.

Über Jahrzehnte hinweg schlug das wissenschaftliche Herz der westlichen Welt in den USA, weshalb der Wissenschaftsjournalismus in den etablierten Medien Deutschlands bis in die 1980er Jahre hinein eher ein Schattendasein fristete. Außerhalb von Fach- und Special-Interest-Medien erfolgte in den großen Publikumsmedien kaum eine Berichterstattung aus der Wissenschaft. Falls doch, handelte es sich meist um populärwissenschaftliche Beiträge.

Der Wissenschaftsjournalismus erobert neue Medien

An die Stelle des klassischen Wissenschaftsjournalismus traten in den 1960ern populärwissenschaftliche Formate. Zu den Pionieren gehörten der Physiker und Moderator Heinz Haber mit einer Sendung über Astronomie sowie das Magazin Querschnitt.

Seit 1981 wird die Sendung Löwenzahn ausgestrahlt, deren Zielgruppe Grundschulkinder etwa bis zur sechsten Klasse sind. Themen aus der Wissenschaft werden hier häufig unter ökologischen Gesichtspunkten betrachtet. Diese und weitere Wissensmagazine trugen dazu bei, dass sich eine breitere Schicht von Mediennutzern für den Wissenschaftsjournalismus interessierte.

Der Wissenschaftsjournalismus wird zum Mainstream

Dank des höheren Interesses und der zunehmenden Technisierung des Alltags wurde die Berichterstattung im Bereich des Wissenschaftsjournalismus während der 1990er Jahre erheblich ausgeweitet. Als Trendsetter im deutschsprachigen Raum gelten die Neue Züricher Zeitung, die den Wissenschaftsteil erheblich ausbaute sowie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die als eines der ersten Medien wissenschaftsjournalistische Themen auch im Feuilleton behandelte.


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