Berichterstattungsgegenstände

Beim Wissenschaftsjournalismus handelt es sich um ein relativ junges journalistisches Ressort, das sich erst während des 20. Jahrhunderts durchsetzte. Die Aufgabe des Wissenschaftsjournalisten besteht darin, Neues aus der Welt der Wissenschaft zu veröffentlichen. Das können neue wissenschaftliche Erkenntnisse ebenso sein wie aktuelle Entwicklungen und Diskussionen.

Energiewende als gesellschaftliche Diskussion

Das Thema Energiewende mit den Aspekten Atomausstieg, Nutzung alternativer Energiequellen und Rohstoffverknappung gilt als Beispiel für ein Thema, das sowohl in wissenschaftlichen Zirkeln als auch in der breiten Öffentlichkeit diskutiert wird. Dieses Themengebiet wird zwar primär von anderen Ressorts wie dem Technikjournalismus oder dem Wirtschaftsjournalismus bedient, jedoch hat der Wissenschaftsjournalismus einen wesentlichen Anteil an der Berichterstattung. Beispielsweise interessierten sich nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima zahlreiche Mediennutzer für die Funktionsweise eines Kernreaktors und die Gefahren, die von atomarer Energiegewinnung ausgehen.

Auch die Photovoltaik und andere regenerative Energiequellen sind in diesem Zusammenhang verbrauchernahe Themen, die von Wissenschaftsjournalisten bearbeitet werden. Denn Bürger, die sich überlegen, viel Geld in eine entsprechende Anlage zu investieren, informieren sich zunächst gründlich darüber. Sie interessiert nicht nur der aktuelle Stand der Technik, sondern auch, welche Neuerungen in absehbarer Zeit zu erwarten sind. Denn wenn hier Systeme kurz vor der Marktreife stehen, die einen weitaus größeren Wirkungsgrad versprechen als die aktuellen Anlagen, verschieben sie diese Ausgaben unter Umständen, bis die neue Technik verfügbar ist.

Ein Vermittler zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit

Der Wissenschaftsjournalist widmet sich vor allem den Naturwissenschaften, der aktuellen Forschung in der Technik, aber auch der Sozial- und Geschichtswissenschaft. Denn selbst in der Geschichtswissenschaft, die ja in erster Linie auf originalen und zeitgetreuen Quellen beruht, gibt es immer wieder neue Erkenntnisse. Zum 100jährigen Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges etwa gibt es eine ganze Reihe von Publikationen, die diesen Krieg umfassend beleuchten und in den Gesamtkontext stellen. Die Ursachen des Ersten Weltkrieges werden nun, nachdem die letzten Zeitzeugen verstorben sind, von den Forschern eher in Zusammenhang mit dem damals in der Gesellschaft vorherrschenden Imperialismus als Teil einer längerfristigen Entwicklung betrachtet.

Wissenschaftsjournalismus: ein Exoten-Ressort

Obwohl sich der Wissenschaftsjournalismus mittlerweile neben den klassischen journalistischen Ressorts etabliert hat, gilt er nach wie vor als Fachbereich für Exoten, dem in vielen Medien kein eigener Raum eingeräumt wird. Zahlreiche Redaktionen integrieren den Wissenschaftsjournalismus in den übergeordneten Bereich "Wissen" ein. Gibt es ein eigenes, festes Ressort "Wissenschaft", wird in diesem Teil hauptsächlich über Naturwissenschaft und Technik berichtet, während Wissenschaftsjournalismus aus dem Bereich der Sozialwissenschaften seinen Platz meist im Feuilleton findet. Andere Medien wiederum haben eigene Spartensendungen und -seiten für den Wissenschaftsjournalismus reserviert. Bei aktuellen Anlässen, etwa der Reaktorkatastrophe in Japan, arbeiten Wissenschaftsjournalisten aber auch eng mit ihren Kollegen aus anderen Ressorts zusammen, um das jeweilige Thema möglichst umfassend beleuchten zu können.


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