Berichterstattungsgegenstände

Wo im Wirtschaftsjournalismus die Schwerpunkte in der Berichterstattung liegen, hängt von der Art des Mediums ab: Während Medien mit bundesweiter Reichweite das Geschehen in der Wirtschaft auch aus volkswirtschaftlicher Sicht beleuchten und auch Nachrichten aus der internationalen Wirtschaft aufgreifen, werden diese Aspekte von regionalen und lokalen Medien weniger ausführlich dargestellt. Bei diesen Medien steht eher die regionale Wirtschaft im Vordergrund.

Wirtschaftsjournalismus: mehr als Wirtschaft

Dass der Wirtschaftsjournalismus zu den Kernressorts gehört, die von allen Medien mit einer Vollredaktion angeboten werden, hat vor allem historische Gründe: So war der Wirtschaftsjournalismus bereits im ausgehenden Mittelalter der wichtigste Motor für die Verbreitung von Nachrichten: Kaufleute, die international Handel trieben, waren auf die Informationen aus den sogenannten Kaufmannsbriefen, die als Vorläufer der modernen Zeitung gelten, dringend angewiesen. Darüber hinaus ist vor allem seit der politischen Wende anno 1990 eine immer enger werdende Verzahnung zwischen Wirtschaft und Politik zu beobachten, die sich auch in der Berichterstattung aus beiden Ressorts niederschlägt: Politische Entscheidungen beeinflussen die wirtschaftliche Entwicklung während umgekehrt große Konzerne einen wesentlichen Einfluss auf die Politik nehmen. Dieses Vorgehen ist als Lobbyismus bekannt und wird von Spezialisten in politischen Zentren ausgeübt, wo sie einen engen Kontakt zu Politikern pflegen.

Schieflagen in einzelnen Branchen gelangen meist nur dann an die breite Öffentlichkeit, wenn politische Maßnahmen erforderlich sind, um die Branchen zu stützen und Arbeitsplätze zu retten. Das war etwa mit der Abwrackprämie für die deutsche Automobilindustrie oder in der jüngsten Bankenkrise der Fall. In diesen Fällen arbeiten Wirtschaftsjournalisten eng mit ihren Kollegen aus anderen Ressorts, vor allem dem Politikressort, zusammen. Je nachdem, unter welchem Aspekt das Thema beleuchtet wird, liegt dann der Schwerpunkt entweder auf Wirtschaft oder auf Politik.

Ein Ressort im Umbruch

Schon seit einigen Jahren zeichnet sich ab, dass sich der Beruf des Wirtschaftsjournalisten zunehmend differenziert. Die Berichterstattung erfolgt schon seit einigen Jahren nicht mehr nur in den Publikums- und Fachmedien sowie Verbrauchermagazinen, sondern zunehmend auch in Publikationen von Innungen, Kammern, Berufs- und Branchenverbänden. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um interne Publikationen für die Mitglieder. Diese können sich dort über die aktuellen Entwicklungen in ihrer Branche informieren und erfahren dadurch frühzeitig, wenn sich die politischen Rahmenbedingungen ändern. Beispielsweise, wenn in der Politik über neue Förderinstrumente für einzelne Branchen oder Regionen diskutiert wird. Große Unternehmen oder einzelne Branchen wie beispielsweise Bäcker und Metzger geben darüber hinaus eigene Zeitschriften für ihre Kunden heraus. Neben einem hohen Serviceanteil bieten diese auch Wirtschaftsnews aus der jeweiligen Branche, die für den Verbraucher interessant sein können.


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