Ausblick

Die Serviceorientierung dürfte künftig einen noch wichtigeren Faktor für den Wirtschaftsjournalismus darstellen, als es bisher der Fall ist. Dazu dürfte eine weitere Entwicklung beitragen, die sich bereits seit einigen Jahren abzeichnet: Geht es um wirtschaftliche Themen, sind nicht mehr die klassischen Medien die wichtigsten Informationsquellen für die Mediennutzer, sondern Online-Portale.

Forciert wird dieser Prozess zusätzlich von der Werbewirtschaft. Denn während die Werbeumsätze in Printmedien, Hörfunk und Fernsehen seit Jahren schrumpfen, steigt der Werbeumsatz im Online-Bereich kontinuierlich an. Die Branche rechnet damit, dass über kurz oder lang Online-Medien die endgültig die Informationsquelle Nummer Eins für Wirtschaftsthemen sein dürften. Deshalb arbeiten nahezu alle Medien an Bezahlmodellen für die Nutzung der Online-Angebote. Ein Modell, das zahlreiche Tageszeitungen nutzen, lautet: Die Top-Themen der nächsten Ausgabe werden im Online-Portal nur angeteasert. Leser, die ein Abonnement der Zeitung besitzen, können den Bericht bereits vorab im Netz lesen.

Differenziert sich der Wirtschaftsjournalismus?

Insgesamt wird erwartet, dass durch die Neuen Medien zahlreiche neue Arbeitsplätze im Umfeld des Wirtschaftsjournalismus entstehen werden. Zudem dürfte der klassische Allrounder, der alle Themen im Wirtschaftsjournalismus bedienen kann, bald Geschichte sein.

Ein Grund liegt im wachsenden Aufgabenfeld. So bringen Banken und Versicherungen regelmäßig neue Finanzprodukte auf den Markt. Allein dieser Bereich kann einen ausgewiesenen Experten auf dem Gebiet bereits auslasten. Auch der stetig anwachsende Finanzsektor bietet ausreichend Raum für Spezialisten auf diesem Sektor.

Hinzu kommt die geografische Ausweitung. Noch in den 1990er Jahren musste der Wirtschaftsjournalist lediglich die aktuellen Ereignisse in Deutschland, Europa, die USA und Japan verfolgen. Denn diese Staaten gaben wirtschaftlich und politisch weltweit den Ton an. Mittlerweile haben diese Staaten – teilweise massiv – an Bedeutung verloren, während das geopolitische Gewicht der Schwellenländer wie China und selbst von Dritte-Welt-Staaten deutlich gestiegen ist. Der Grund dafür liegt teilweise darin, dass die Produktion vieler Wirtschaftsgüter in mehreren Staaten erfolgt. Bricht in den Grenzen eines wichtigen Rohstoffproduzenten plötzlich ein Bürgerkrieg aus, kann das im Extremfall indirekt zur Unternehmenspleite in einem Industriestaat führen. Auch diese globalen Zusammenhänge bieten hervorragende Chancen für junge Berufseinsteiger.

Arbeitsteilung zwischen klassischen und neuen Medien?

Der große Vorteil der Online-Medien ist die Möglichkeit, hier fast zeitgleich mit den wichtigen Geschehnissen zu publizieren. Die Entwicklung dürfte also dahin gehen, dass in Online-Portalen vor allem serviceorientierter und aktueller Wirtschaftsjournalismus geboten wird. In den klassischen Medien wie Zeitungen und Zeitschriften dürfte in den kommenden Jahren hingegen die Hintergrundberichterstattung wieder mehr Gewicht bekommen.


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