Historie

Beim Verbraucherjournalismus handelt es sich um eines der jüngsten journalistischen Ressorts überhaupt. Zwar reichen die Wurzeln des Verbraucherjournalismus sehr weit zurück - schon in den ersten Reiseberichten fanden sich auch Tipps für andere Reisende - die Fokussierung der Berichterstattung auf Informationsgehalt und Service für den Nutzer erfolgte jedoch erst ab der Zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Dies hängt eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung insgesamt zusammen. Denn in den Jahrzehnten und Jahrhunderten zuvor mussten die Menschen ihren Verdienst einzig und allein dafür aufwenden, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Sie hatten schlicht und ergreifend kein Geld für Konsum übrig. Dies änderte sich erst zu den Zeiten des Wirtschaftswunders in den 1950er Jahren. Nun konnten die Verbraucher Konsumgüter erwerben und wollten sich über die Qualität der verschiedenen Produkte informieren.

Ein Meilenstein: die Stiftung Warentest wird gegründet

Einen ersten Meilenstein erlebte der Verbraucherjournalismus, als nach Jahren der Diskussion am 9. Oktober 1962 in der Bundesregierung der Beschluss gefällt wurde, eine Organisation für Warentests zu gründen. Die Stiftung Warentest wurde schließlich am 4. Dezember 1964 in der Rechtsform einer rechtsfähigen Stiftung bürgerlichen Rechts eingerichtet.

Die Stiftung Warentest nahm unverzüglich ihre Arbeit auf und publizierte ab 1966 in der Zeitschrift test die Testergebnisse von Diensteisturngen und Produkten. Das Qualitätsurteil mit Abstufungen von "sehr gut" bis "nicht zufriedenstellend" wurde zwei Jahre später eingeführt.

Der Verbraucherjournalismus setzt sich durch

Dank strenger Maßstäbe setzte sich die Stiftung Warentest in den folgenden Jahren schließlich durch, sodass das Konzept des nutzerorientierten Verbraucherjournalismus auch von anderen Medien und Mediengattungen aufgegriffen wurde. Der Stiftung Warentest ist es auch zu verdanken, dass der Verbraucherjournalismus in der Bevölkerung eine sehr hohe Akzeptanz und Vertrauenswürdigkeit genießt. Diese hatte die journalistische Unabhängigkeit nämlich in mehreren Gerichtsverfahren gegen die Anbieter verteidigt. So hatte der damals noch unabhängige Hersteller von Skibindungen Hannes Marker einen jahrelangen Rechtsstreit bis vor den Bundesgerichtshof geführt, weil drei Bindungen 1969 mit dem Testurteil "nicht zufriedenstellend" abgeschnitten hatten. Vor dem höchsten deutschen Gericht war in den 1980er Jahren auch ein Hersteller von Komposthäckslern. Dieser hatte geklagt, weil die Stiftung Warentest höhere Anforderungen in Bezug auf Sicherheit gestellt hatte als in den DIN-Normen vorgesehen. Auch diese Klage scheiterte. Das Argument der Richter: Die Aufgabe der Stiftung sei es, auch auf mangelhafte DIN-Normen aufmerksam zu machen.

Der Verbraucherjournalismus wird aufgewertet

Erheblich aufgewertet wurde der Verbraucherjournalismus insgesamt in den vergangenen Jahren durch diverse Preise, welche für dieses journalistische Ressort ausgelobt wurden. Zu den bedeutendsten gehören der Stiftung Warentest-Preis für Verbraucherjournalismus sowie der Verbraucherjournalistenpreis des deutschen Markenverbandes.


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