Berichterstattungsgegenstände

Thematisch ist der Fachbereich des Umweltjournalismus sehr klar definiert: Die Journalisten berichten über alles, was mit Natur, Umwelt und Umweltschutz zusammenhängt. Trotz dieser sehr deutlichen Fokussierung verzichten die Medien größtenteils darauf, ein eigenes Umweltressort einzurichten. Allenfalls Ratgeber zum Umweltschutz und Ähnliches werden regelmäßig unter dieser Rubrik veröffentlicht.

Umweltjournalismus betrifft alle Ressorts

Der Grund dafür liegt darin, dass das Umweltressort sehr breit gefächert ist und unter verschiedenen Aspekten nahezu alle anderen Ressorts betrifft. Deshalb wird über Natur- und Umweltthemen meist unter dem jeweiligen Gesichtspunkt im entsprechenden Fachressort berichtet.

Der Umweltjournalismus beginnt im Lokalen, etwa wenn eine Kommune eine neue Kläranlage errichten will und in diesem Zusammenhang über Aspekte des Gewässerschutzes berichtet wird. Darüber hinaus zieht sich der Umweltjournalismus quer durch alle weiteren Ressorts bis hinauf zum internationalen Geschehen. In diesem Zusammenhang wird beispielsweise über Umweltschutz-Maßnahmen auf internationaler Ebene wie das Washingtoner Artenschutzabkommen berichtet. Weitere Themen aus dem Umweltschutzbereich auf internationaler Ebene sind vor allem Umweltkatastrophen, etwa die Nuklearkatastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima oder Aktionen von Umweltschützern, die international agieren. So besetzten Greenpeace-Aktivisten im April 1995 die Ölbohrinsel "Brent Spar", um zu verhindern, dass sie versenkt wird. In diesem Zusammenhang löste das große Medienecho eine größere politische und gesellschaftliche Diskussion zum Thema "Entsorgung von Industriemüll" im Meer aus.

Umweltjournalismus in den klassischen Ressorts

Eine besonders enge Verzahnung in der Berichterstattung ergibt sich zwischen Politik, Wirtschaft und Umweltjournalismus. So hatte etwa die politisch gewollte Verringerung des Schadstoffausstoßes bei Neufahrzeugen teilweise massive Auswirkungen auf die Autoindustrie. Während die Politikjournalisten über die gesetzlichen Vorgaben berichteten, untersuchten Wirtschaftsjournalisten die konkreten Auswirkungen auf Hersteller und Zulieferer. Umweltjournalisten ergänzten die Berichterstattung durch Berichte über die gesundheitlichen Gefahren des Feinstaubs für den Menschen und rundeten somit diesen Themenkomplex für den Mediennutzer ab.

Weitere Themen aus dem Umweltbereich, die ressortübergreifend behandelt werden, sind regenerative Energien oder Photovoltaik. Weil die Energiewende von fossilen Energieträgern hin zu erneuerbaren Energien gesellschaftlich gewollt ist, wurden vom Gesetzgeber attraktive Fördermöglichkeiten auch für private Bauherren geschaffen. Auch dieses Thema betrifft also alle journalistischen Ressorts bis hin zum Lokaljournalismus. Regenerative Energien werden für Lokaljournalisten etwa dann zum Thema, wenn in ihrem Zuständigkeitsbereich Windparks, alternative Kraftwerke oder in größerem Umfang Photovoltaikanlagen errichtet werden sollen.

Reise, Technik und Kultur

Auch diverse andere Fachressorts werden von umweltspezifischen Themen berührt. Für den Technikjournalisten etwa sind die technischen Hintergründe, etwa der technische Aufbau von Kraftwerken zur alternativen Energiegewinnung, durchaus Thema für die Berichterstattung. Die ökologischen Auswirkungen des Massentourismus sind für Reisejournalisten Aspekte aus dem Umweltjournalismus. So klagen etwa Alpinisten in den vergangenen Jahren verstärkt über eine zunehmende Verschmutzung des Himalaja-Massivs, nachdem die bis vor wenigen Jahren noch nahezu unberührten Berge inzwischen von zahlreichen Bergsteigern und Abenteurern erkundet werden.

Selbst das Feuilleton kommt immer wieder mit dem Umweltjournalismus in Berührung. So machen namhafte sowie noch unbekannte Künstler seit einigen Jahren durch aufsehenerregende Installationen in der freien Natur von sich reden. Regelmäßig sorgt auch der Nationalpark Bayerischer Wald – Deutschlands ältester Nationalpark – für überregional interessante kulturelle Aspekte des Umweltjournalismus, indem er etwa internationalen Künstlern, die sich mit Natur und Umwelt beschäftigen, in seinen Einrichtungen Flächen für Ausstellungen zur Verfügung stellt.


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