Rezipienten

Generell lässt sich sagen, dass in erster Linie technikinteressierte Menschen Beiträge aus dem Technikjournalismus konsumieren. In den meisten Fällen interessieren sie sich jedoch nicht für die gesamte Bandbreite, sondern nur für einzelne Teilaspekte – und das oft auch nur für eine gewisse Zeit. Ein Immobilienbesitzer beispielsweise, der seinen Besitz energetisch auf den neuesten Stand bringen möchte, informiert sich mit großer Wahrscheinlichkeit nur während der Planungsphase über Heizanlagen der neuesten Generation, Wärmeaustauschpumpen und die technischen und finanziellen Möglichkeiten, die sich für ihn aus der Nutzung der Solarenergie ergeben.

Andere Mediennutzer halten sich hingegen stets über die technischen Neuerungen in ihren Interessensgebieten auf dem Laufenden. Das gilt vor allem für IT-, computer- und motorsportbegeisterte Mediennutzer. Weitere Aspekte, etwa was die industrielle Produktion angeht, interessiert fast ausschließlich Fachpublikum, das sich auch beruflich mit der Materie beschäftigen muss.

Maschine schlägt Mensch

Eine breite Öffentlichkeit erreicht der Technikjournalismus – dann aber quer über alle journalistischen Ressorts hinweg – nur dann, wenn inszenierte Spektakel arrangiert werden. So wurde der Wettkampf zwischen dem Schachcomputer "Deep Blue", den der Computerhersteller IBM entwickelt hatte, mit dem damals amtierenden Schachweltmeister Garri Kasparow zum Duell "Mensch gegen Maschine" hochstilisiert. 1996 gelang es "Deep Blue", den Schachweltmeister in einer Partie zu schlagen, im folgenden Jahr schlug der mittlerweile nachgerüstete Rechner Kasparow  wenn auch knapp  sogar in einem ganzen Wettkampf.


Noch publikumswirksamer trat die künstliche Intelligenz Watson, ebenfalls von IBM entwickelt, ins Rampenlicht. Entwickelt wurde das Programm, um Fragen zu beantworten, die in der natürlichen Sprache gestellt wurden, zu beantworten. Das Fernziel lautet, eine Semantische Suchmaschine zu kreieren, die den Sinn einer gesprochenen Frage erfassen kann und nach der Suche in einer Datenbank das Ergebnis auf dieselbe Weise liefern kann. Die Verantwortlichen von IBM demonstrierten die Leistungsfähigkeit ihrer künstlichen Intelligenz im Februar 2011 in drei Folgen der Quizshow "Jeopardy". Auch dieses Duell gegen zwei Sieger aus vorangegangenen Shows entschied die Maschine für sich. Diesmal aber mit einem mehr als deutlichen Abstand: Watson erspielte fast das Dreifache an Preisgeld als der Zweitplatzierte.

Berichtet wurde über beide Duelle von den Medien weltweit unter den verschiedensten Gesichtspunkten. Während die Wirtschaftsressorts beispielsweise den technischen Fortschritt priesen, wurde in den Feuilletons eher die philosophische Frage aufgeworfen, wie sich die künstliche Intelligenz auf die menschliche Gesellschaft auswirken könnte.


Zurück zur Übersicht:

Portrait Technikjournalismus

Kontakt

030 81003688-0

030 81003688-9

E-Mail-Kontakt


Gesprächszeiten
Mo, Fr: 10-
12 Uhr & 14-16 Uhr
Di-
Do: 10-12 Uhr & 13-16 Uhr

Mitgliedschaft

Ihre Vorteile einer Mitgliedschaft

DFJV-Mitglieder haben es gut: Sie profitieren von hochwertigen Dienstleistungen. Für nur 95,– EUR im Jahr. Zum Beispiel:

Beratungsservice
Presseausweis
Fachpublikationen
Weiterbildung
Networking
Berufliche Absicherung
u.v.m.

Mehr