Rollenverständnis

Welche Rolle der Sportjournalist mit seiner Berichterstattung einnimmt, richtet sich erheblich danach, für welches Medium und welche Mediengattung er arbeitet. Die Rolle des Sportjournalisten hat sich bei den verschiedenen Mediengattungen so weit manifestiert, dass der Mediennutzer mit einer gewissen Grunderwartung an das jeweilige Medium herangeht.

Der Sportjournalist als Berichterstatter

Die neutrale Berichterstattung und eine möglichst sachliche Schilderung der Abläufe eines Wettkampfes erwartet der Mediennutzer vor allem von der Tageszeitung oder in Online-Medien. Vor allem, wenn er selbst den Event nicht besuchen konnte, möchte der Leser gründlich informiert werden. In Hörfunk und Fernsehen spielt die neutrale Berichterstattung lediglich für Nachrichtensendungen eine Rolle, etwa wenn der aktuelle Medaillenspiegel oder die Ergebnisse aus dem jüngsten Bundesliga-Spieltag bekanntgegeben werden.

Der Sportjournalist als Kommentator

Das sportliche Tagesgeschehen wird von Sportjournalisten, die im Printbereich arbeiten, nur selten – und wenn, dann durch einen eigenen Bericht kenntlich gemacht – kommentiert. Kommentare sind hier eher zum Abschluss oder zum Auftakt einer neuen Saison gefragt, wenn der Sportjournalist ein Fazit ziehen kann oder seine Einschätzung für die kommende Saison darlegen will.

In Hörfunk und Fernsehen hingegen ist der Kommentar die dominierende Darstellungsform. Im Fernsehen muss der Sportjournalist lediglich die Bilder, welche der Zuschauer auf dem Bildschirm sieht, untermalen. Für den Hörfunk hingegen muss es dem Sportjournalisten gelingen, das Event so darzustellen, dass sich der Zuhörer lebhafte Bilder vorstellen kann. Er muss den Zuhörer mit seinen Worten also regelrecht fesseln können. Für Sportjournalisten, die in diesen Medien arbeiten, ist deshalb eine gute und verständliche Stimme eine absolute Grundvoraussetzung, für die Tätigkeit im Fernsehen sollte der Sportjournalist zudem ein telegenes Aussehen mitbringen. Denn anders als die Kollegen aus anderen Ressorts steht der Sportjournalist selbst oft vor der Kamera. In beiden Mediengattungen erwarten die Mediennutzer vom Sportjournalisten eine gewisse Leidenschaft den Sport, sie wollen vielfach hören, dass der Journalist mit den Ereignissen förmlich mitfiebert.

Der Sportjournalist als Informierer

Die Rolle des Informierers nimmt der Sportjournalist in allen Mediengattungen ein. Welchen Umfang diese Rolle einnimmt, ist abhängig vom Medium. Bei Radio und Fernsehen streuen die Sportjournalisten gerne Hintergrundinformationen zu einzelnen Akteuren oder verschiedene Anekdoten ein, um ereignislose Sendeminuten überbrücken zu können.

Im Printbereich sind es vor allem wöchentlich erscheinende Medien sowie Fachmagazine, die den Schwerpunkt auf tiefgründige Informationen setzen. Denn sobald diese erscheinen, ist das jüngste Event beim Mediennutzer schon längst vergessen. Diese Medien konzentrieren sich deshalb in erster Linie auf die Berichterstattung über die bevorstehenden Events. Nicht fehlen darf dabei etwa während der laufenden Sportsaison eine gründliche Analyse der vergangenen Wettkämpfe, eventuell verbunden mit einer Einschätzung für die kommenden Ereignisse, nicht fehlen.

Der Sportjournalist als Kritiker

Auch die Rolle des Kritikers nimmt der Sportjournalist in allen Mediengattungen ein. Gibt es Grund zur Kritik wählt der Sportjournalist entweder eine kommentierende Darstellungsform oder er konfrontiert die Akteure im Rahmen eines Interviews mit kritischen Fragen. Eine sogenannte Manöverkritik ist ein gängiger Bestandteil der Sportberichterstattung bei Medienformaten, die ihren Schwerpunkt nicht in der Tagesaktualität haben.

Der Sportjournalist als Entertainer

Die Rolle des Entertainers ist für den Sportjournalisten sehr eng mit der des Kommentators verbunden und deshalb vor allem in Fernsehen und Hörfunk gängig. Auch Online-Medien, in welchen gern mit den verschiedenen journalistischen Darstellungsformen gespielt wird, kann der Sportjournalist ohne Probleme in die Rolle des Entertainers schlüpfen, etwa in Form eines Videoblogs oder vergleichbaren Formaten.


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