Recherche

Ebenso wie bei der Themenwahl sind auch die Recherchemöglichkeiten des Sportjournalisten im Vergleich zu anderen Ressorts etwas eingeschränkt. Der Sportjournalist muss sich im Alltag in erster Linie auf seine Beobachtungsgabe verlassen können. Die eigenen Beobachtungen ergänzt er üblicherweise durch Gespräche mit Sportlern, Trainern und Betreuern.

Eine gewisse Neutralität erreicht der Sportjournalist dadurch, dass er vor und nach wichtigen Wettkämpfen, Spielen und Begegnungen allen Beteiligten im Bericht in etwa einen gleichwertigen Platz für die eigene Darstellung einräumt, wodurch sich der Mediennutzer aus den einzelnen Facetten selbst ein Bild machen kann.

Wichtig: die Persönlichkeitsrechte

Da der Sportjournalismus an sich sehr persönlich eingefärbt ist, spielt die journalistische Sorgfaltspflicht eine eher untergeordnete Rolle. Worauf ein Sportjournalist dagegen sehr wohl extrem achten muss, sind die Persönlichkeitsrechte der Sportler. Es handelt sich zwar bei jedem aktiven Sportler, der sich im Wettbewerb stellt, ähnlich wie bei Politikern und Schauspielern um Personen des öffentlichen Lebens. Vor allem wenn der Sportjournalist aus dem Privatleben eines Sportlers, etwa über eine Affäre auf die er zufällig stößt, berichtet, muss er sorgfältig abwägen, was im konkreten Einzelfall schwerer wiegt: das Persönlichkeitsrecht des Betroffenen oder das öffentliche Interesse.

Dieser Konflikt sorgt auch unter Sportjournalisten immer wieder für Diskussionen. Für den jüngsten Diskussionsstoff sorgte der tragische Unfall von Michael Schumacher. Während einige Medien die Ansicht vertraten, dass die Familie des Rennfahrers und dessen Ärzte nicht mit ständigen Anfragen belästigt werden sollten, berichteten andere täglich darüber.

Für dieses grenzwertige moralische Dilemma gibt es keine einheitlichen Verhaltensrichtlinien. Der Grund: Vor allem prominente Sportler nutzen das öffentliche Interesse an ihrer Person gerne als Publicityplattform, um ihren Wert als Werbefiguren zu steigern oder anderweitige geschäftliche Interessen zu verfolgen. Nicht wenige Sportler profitieren sogar finanziell von den Skandalen aus ihren Privatleben und versorgen befreundete Sportjournalisten sogar gezielt mit den notwendigen Informationen für eine große Exklusivstory.


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