Historie

Die Berichterstattung über sportliche Ereignisse erfolgt, seitdem es überregionale Sport-Events gibt. Schon aus dem antiken Griechenland sind diverse Siegeslisten von Olympiaden bekannt. Und auch die Gladiatorenkämpfe, die Jahrhunderte später in Rom stattfanden, wurden in verschiedenen Berichten verewigt. Ebenfalls erhalten blieben bildhafte Darstellungen von Athleten, während sie ihren Sport ausübten. Bei den schriftlichen Aufzeichnungen handelt es sich größtenteils um literarische Darstellungen oder Listen der Sieger.

Während sich die Geschichte anderer Ressorts, etwa der Reisejournalismus, bis in die Antike zurückverfolgen lässt, hat sich der Sportjournalismus erst relativ spät entwickelt. Die ältesten Wurzeln des Sportjournalismus reichen bis ins frühe 18. Jahrhundert zurück, als die ersten Zeitungen hauptsächlich dafür genutzt wurden, um offizielle Verlautbarungen zu verbreiten. Sportliche Ereignisse wurden zwar berücksichtigt, genossen aber keinen hohen Stellenwert.

Der Durchbruch kommt Ende des 19. Jahrhunderts

Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden in Zeitungen die ersten Sportressorts eingerichtet. Mit der Sport im Bild wurde 1895 sogar die erste reine Sportzeitung gegründet. In den Jahrzehnten zuvor hatten breite Schichten der Bevölkerung verschiedenste Leibesübungen als Freizeitbeschäftigung und zur Stärkung der Gesundheit entdeckt. Erst dadurch entstand ein breiteres Interesse am Sport.

Während der beiden Weltkriege trat der Sportjournalismus zwar in den Hintergrund, allerdings brachten die beiden Kriege auch Zäsuren mit sich, die den Sportjournalismus bis heute prägen. So erwarb sich der Fußball während des Ersten Weltkriegs eine riesige Fangemeinde und wurde dadurch zum dominierenden Zugpferd in der Berichterstattung der deutschen Sportjournalisten.

Der Sportjournalismus erobert neue Medien

Technische Errungenschaften trugen ein Übriges dazu bei, um den Sportjournalismus für die kommenden Jahrzehnte zu prägen. So konnten sich in den Jahren nach der Weltwirtschaftskrise auch einfachere Bevölkerungsschichten die ersten Radios leisten. Dadurch war es ihnen möglich, die elften Olympischen Spiele der Neuzeit in Berlin sogar von zu Hause aus live zu verfolgen. Dieses Großereignis nutzten die nationalsozialistischen Machthaber jedoch in erster Linie für Propagandazwecke. Dieses dunkle Kapitel setzte sich in den folgenden Jahren fort, als Sportjournalisten direkt dem Propagandaministerium unterstellt waren und nationalsozialistische Ideologie statt Informationen verbreiten sollten.

In der Schlussphase des Zweiten Weltkrieges und den ersten Nachkriegsjahren kam der Sportjournalismus komplett zu erliegen. Erst 1949 erlebte das Ressort eine erneute Renaissance. Und schon wenig später kam der nächste Quantensprung, der die Sportberichterstattung bis in die Gegenwart prägen sollte: Obwohl die Fernsehübertragung schon in den 1930er Jahren möglich war und ab 1935 sogar ein regelmäßiges Programm ausgestrahlt wurde, eroberte dieses neue Medium die Wohnzimmer der deutschen erst in den 1950er Jahren im Zuge des Wirtschaftswunders. Als Meilenstein der Fernsehgeschichte und des Sportjournalismus gleichermaßen gilt die Liveübertragung der Fußball-Weltmeisterschaft von 1954 aus der Schweiz. Das Fernsehen als Massenmedium prägt den Sportjournalismus bis in die Gegenwart hinein – trotz harter Konkurrenz durch die Onlinemedien.

Der Sportjournalismus erlebt einen Imagewandel

Obwohl der Sportjournalismus spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Medienangebot nicht wegzudenken war, hatten Sportjournalisten branchenintern nicht das beste Image, sie waren gewissermaßen die Underdogs der Redaktionen. Der Grund dafür lag in der fehlenden journalistischen Ausbildung. Sehr oft wechselten Sportler nach ihrer aktiven Zeit und berichteten über die Sportarten, die sie vorher selbst betrieben hatten.

Schwerer als die fehlende Kenntnis über journalistische Darstellungsformen, die sie sich im Laufe der Tätigkeit aneignen konnten, wog die fehlende Distanz zur Welt des Sports. Denn das Prinzip der größtmöglichen Neutralität in der Berichterstattung gilt auch für das insgesamt sehr emotional und persönlich geprägte Ressort des Sportjournalismus. Einem ehemaligen Sportler fehlt gegenüber dem Mediennutzer die Glaubwürdigkeit, dass er neutral berichten kann.

Erst in den 1980er Jahren wandelte sich dieses Image allmählich. Nun wurden die Qualitätskriterien, die im Journalismus allgemein gelten, auch auf die Sportberichterstattung übertragen.


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