Berichterstattungsgegenstände

Sport in seiner ganzen Vielfalt sind der Gegenstand der Sportberichterstattung. Berichtet wird von den Sportjournalisten allerdings nicht nur über sportliche Großereignisse wie Olympische Sommer- und Winterspiele, Welt- und Europameisterschaften, sondern auch über regionale und überregionale Sportereignisse, am bekanntesten dürfte der Ligabetrieb in den Ballsportarten sein. Sportjournalisten berichten außerdem nicht nur über sportliche Ereignisse an sich, sondern auch über das Umfeld, in dem sie stattfinden sowie über die Akteure und ihr Leben außerhalb des Wettbewerbs.

Warum ist das Umfeld interessant?

Viele Themen, die ein Sportjournalist bearbeitet, gehören eigentlich nicht zu den Kernaufgaben seines Ressorts. Ein klassisches Thema sind beispielsweise die Baumaßnahmen für die Sportstätten bei internationalen Großereignissen und ihre ökologischen Folgen, wie es etwa bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotchi der Fall war. Der Sportjournalist bearbeitet bei der Berichterstattung unter diesen Gesichtspunkten also auch Themen, die eher in die Ressorts Politik oder Wirtschaft fallen. Für das jeweilige Medium macht das durchaus Sinn. Schließlich ist der Sportexperte bestens mit der Materie vertraut, kennt die Ansprechpartner und vermutlich auch Hintergründe, die seinen Kollegen fremd sind.

Auch wenn es sich dabei eher um ein Thema der Yellow Press handelt, gehört das Privatleben der Sportstars ebenso zum Themenbereich, den ein Sportjournalist bearbeitet. Diese Beiträge werden allerdings – je nach Thema – nicht zwangsläufig im Sportressort gedruckt oder gesendet, sondern auch unter Gesellschaft, Buntes oder in einer ähnlichen Rubrik. Interessant sind diese Beiträge vor allem für die Fans des jeweiligen Sportlers, die auch ein Bild des Menschen jenseits des Sports bekommen wollen. Prominente Beispiele für Sportler, die auch außerhalb ihres Berufsfeldes in den Medien auftauchen, sind etwa Boris Becker oder Lothar Matthäus – meist in Zusammenhang mit ihrem Liebesleben.

Persönliche Schicksale wie der tragische Skiunfall und das anschließende wochenlange Wachkoma des Rennfahrers Michael Schuhmacher sind ebenfalls Themen, die von Sportjournalisten bearbeitet werden. Dass diese Themen von Sportjournalisten bearbeitet werden hat einen ganz einfachen Hintergrund: Durch die Berichterstattung in den vergangenen Monaten und Jahren hat sich ein gewisses Vertrauensverhältnis zwischen Sportjournalist und Sportler ergeben, sodass die Athleten und ihre Familien über Persönliches eher mit dem Sportjournalisten sprechen als mit einem unbekannten Kollegen.

Sportjournalismus als Spiegel der Gesellschaft

Im Vergleich zu den anderen klassischen Ressorts hat der Sportjournalist weniger Einfluss auf die Themen, die er bearbeitet. Denn berichtet wird in erster Linie über populäre Sportarten, bei welchen das Interesse der Mediennutzer am größten ist. Ereignisse wie die Paralympics, die Olympischen Spiele für behinderte Sportler, werden im Sportjournalismus zwar berücksichtigt, allerdings bei weitem nicht in dem Ausmaß wie etwa die Olympischen Sommer- und Winterspiele.

Eigene Akzente in der Berichterstattung kann der Sportjournalist aber dennoch setzen. Dafür nutzt er vor allem die nachrichtenarme Zeit, etwa die Pausen im Spielbetrieb der Fußball-Bundesliga. Hier hat der Sportjournalist die Möglichkeit, über eher unbekannte Sportarten zu berichten.

Während Fußball seit Jahrzehnten als unangefochtener König in der Sportberichterstattung gilt, kommt es durchaus immer wieder zu einer Trendwende in der Gewichtung der verschiedenen Sportarten. So erlebte etwa der zuvor als elitär verrufene Tennissport mit den Erfolgen von Steffi Graf und Boris Becker auf internationaler Ebene einen wahren Boom, der sich natürlich auch auf das Ausmaß der Berichterstattung auswirkte. Vergleichbar – wenn auch in weit geringerem Ausmaß – ist die Entwicklung des Golfsports. Tiger Woods hat diesem Sport ein cooles Flair verliehen, wodurch das Interesse der Mediennutzer massiv angestiegen ist.

Pflicht oder Kür?

Zwar nehmen Großereignisse und hochklassige Begegnungen in den verschiedenen Sportarten den größten Raum im Sportjournalismus ein. Der weitaus größte Teil der Sportjournalisten arbeitet jedoch auf einem etwas niedrigeren Niveau. Der Tätigkeitsschwerpunkt orientiert sich vor allem am Medium, für welches sie arbeiten. Der Mediennutzer eines regionalen Fernseh- oder Hörfunksenders oder einer Regionalzeitung informiert sich in seinem Medium zwar gern über die aktuellen Ereignisse aus den höchstklassigen Wettbewerben. Im Fokus seines Interesses stehen jedoch vor allem die sportlichen Ereignisse in der Region. Deshalb haben regionale Medien den Schwerpunkt ihrer Sportberichterstattung auch auf Vereine gelegt, die unterhalb der Bundesebene agieren. Beim Fußball etwa reicht die Berichterstattung bis hinunter in die Kreisklasse. Die großen regionalen Tageszeitungen haben dafür das eigene Ressort Lokalsport eingeführt.


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