Recherche

Die Recherche stellt sich im Reisejournalismus etwas anders dar als in anderen journalistischen Ressorts. Das liegt daran, dass eine solide, faktenbasierte Gegenrecherche in den meisten Fällen nicht möglich ist. Die Vorgehensweise in der Recherche hat sich allerdings in den vergangenen Jahren dank des großen Angebots an Reiseinformationen im Internet gewandelt. Dadurch ist es nicht mehr zwingend erforderlich, dass sich der Reisejournalist vor Ort persönlich informiert. Er kann auf eine Vielzahl an Daten und Fakten zurückgreifen, aus welchen er einen Reisebericht formulieren kann. Zudem erhält er zahlreiche Informationen von Reiseveranstaltern und Touristikern vor Ort.

Diese Informationen genießt der Journalist zwar generell mit Vorsicht, weil die Veranstalter sie mit dem Hintergedanken zur Verfügung stellen, dass sie Reisen in das jeweilige Zielgebiet verkaufen wollen. Was Zahlen und Fakten angeht, sind sie jedoch meist sehr zuverlässig, weil auf dem aktuellen Stand.

Der Reisejournalist auf Reisen

Ganz gleich, ob der Reisejournalist an einer organisierten Pressereise teilnimmt oder das Land auf eigene Faust erkundet: Zunächst studiert er üblicherweise Reiseführer und Berichte von Kollegen. Dort findet er neben Tipps für die eigentliche Reise auch Anhaltspunkte und Anregungen für die eigene Berichterstattung.

Anschließend besucht er so viele interessante Orte und Lokale wie möglich, spricht nach Möglichkeit mit den Einheimischen und anderen Urlaubsgästen. Allein dadurch, dass der Reisejournalist, der von eigenen Reisen berichtet, alles selbst erlebt hat, kann er seinen Bericht nicht komplett neutral verfassen, sondern färbt ihn immer mit persönlichen Eindrücken ein und berichtet in Form einer Reportage.

Reisejournalismus vom Schreibtisch aus?

Seitdem alle wichtigen Informationen mit relativ geringem zeitlichen Aufwand im Internet zu finden sind, setzt sich zunehmend der Trend durch, dass Reisejournalisten nicht mehr selbst auf Reisen gehen müssen, um einen guten Reisebericht zu verfassen. In diesem Fall sichten und ordnen sie die Fakten, Reiseberichte von Gästen, die in der Region bereits Urlaub gemacht haben und die touristischen Angebote vor Ort. Vor allem für touristisch gut erschlossene Regionen wie das europäische Ausland stellt das üblicherweise kein Problem dar, weil alle wichtigen Freizeiteinrichtungen und Lokale ihren eigenen Auftritt im Netz haben. Selbst Insidertipps, die kaum jemand kennt, lassen sich auf diese Art mit etwas Aufwand recherchieren.

Darauf sollten Reisejournalisten achten

Obwohl einzelne Reiseveranstalter versuchen, für die Organisation einer Pressereise eine exklusive Berichterstattung zu bekommen, sollten sich Reisejournalisten nicht auf diese "unmoralischen Angebote" einlassen. Auch wenn Geschäfte nach dem Modell "Eine Hand wäscht die andere" nicht unüblich sind, sollten Reisejournalisten zumindest andere Anbieter recherchieren und erwähnen. Denn wenn sie zu offensichtlich in den PR-Journalismus abgleiten, machen sie sich nicht nur selbst unglaubwürdig, sondern schädigen damit sogar den Ruf des gesamten Reisejournalismus. Diese Problematik lässt sich jedoch bereits im Vorfeld der Reise klären.


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