Qualitätskriterien

Dem Laien fällt es gerade im Reisejournalismus extrem schwer, qualitativ hochwertigen Journalismus zu erkennen. Gemeinhin wird Reisejournalismus sogar gern mit PR-Journalismus gleichgesetzt, der dem Kunden eine Region, ein bestimmtes Urlaubsressort oder sogar ein Hotel schmackhaft machen sollte, weil die Reiseziele in den meisten Fällen ausschließlich positiv dargestellt werden. Erschwert wird das Erkennen einer qualitativ hochwertigen Berichterstattung auch dadurch, dass es keine einheitlichen qualitativen Standards gibt.

Darstellungsformen verhindern neutrale Berichterstattung

Diese Tendenz wird dadurch verstärkt, dass firmenübergreifend die Reportage die häufigste Darstellungsform von Reiseberichten ist. Denn ein wesentliches Element der Reportage besteht darin, dass sie von persönlichen Eindrücken gefärbt ist. Eine negative Berichterstattung ist also sowohl dadurch ausgeschlossen als auch durch die Tatsache, dass die Organisatoren keine Pressereisen in unattraktive Regionen eines Landes anbieten, beziehungsweise der Reisejournalist eher nicht in Katastrophengebiete reist.

Information als Qualitätsmerkmal

Das bedeutet jedoch nicht, dass der Reisejournalist in seiner Berichterstattung auf negative Aspekte verzichtet. Beispielsweise erwähnt er durchaus die Armut der Bevölkerung oder andere sicherheitsrelevante Aspekte.

Über diese Aspekte will der Mediennutzer ebenso informiert werden wie über die Freizeitmöglichkeiten, die ihm die jeweilige Urlaubsregion bietet und wichtige Aspekte, die er für die Anreise beachten muss. Den Informationsgehalt eines Reiseberichtes kann der Mediennutzer also durchaus als wichtiges Merkmal für einen qualitativ hochwertigen Reisejournalismus werten.

Informationen müssen gebündelt werden

Das mögliche Reiseziel ausführlich und mit allen wichtigen Informationen vorzustellen stellt Reisejournalisten in den klassischen Medien wiederum vor ein ganz besonderes Problem: Sie müssen mit einem beschränkten Platzangebot auskommen. Das bedeutet für Reisejournalisten, dass sie in der Berichterstattung äußerst selektiv arbeiten müssen. Sie können also allenfalls einen kleinen Einblick in die jeweilige Region bieten.

Deshalb gilt vielen Reisenden mittlerweile das Internet als wichtigste Informationsquelle, wenn sie sich umfassend über Land und Leute informieren wollen, nachdem sie einen Reisebericht in einem klassischen Medium gelesen, gehört oder gesehen haben. Hier sind Reisejournalisten nicht vom zur Verfügung stehenden Platz her eingeschränkt und können unter verschiedenen Aspekten über eine Region berichten.


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