Berichterstattungsgegenstände

Fremde Länder, faszinierende Kulturen aber auch lohnenswerte Ausflugsziele in der näheren Umgebung sind die Themen, welchen sich der Reisejournalismus widmet. Häufig entdecken die Mediennutzer mögliche Ausflugs- und Reiseziele sowie ihr Interesse für einen bestimmten Kulturkreis erst nach der spannenden Reportage eines Reisejournalisten. Reisejournalisten verbringen einen großen Teil ihrer Arbeitszeit auf Reisen in fremden Ländern, auf Tourismusmessen oder bei der ausführlichen Recherche über ein bestimmtes Land oder eine Urlaubsdestination. Genau das macht den Beruf des Reisejournalisten zum Traumjob für viele junge Journalisten – allerdings zu einem Traumjob, der auch Schattenseiten birgt. Diese sind jedoch ressortspezifischer Art und hängen nur indirekt mit dem Beruf an sich zusammen.

Reisejournalisten als Trendsetter

Regelmäßig berichten die verschiedenen Medien über die beliebtesten Urlaubsziele der deutschen. Bei diesen Themen steht die Vorstellung des Reiseziels, das den meisten Mediennutzern aus eigener Erfahrung ja bestens bekannt ist, im Vordergrund, sondern der Servicegedanke. Reisejournalisten stellen attraktive Ausflugsziele und Freizeitmöglichkeiten am Urlaubsort vor, aber auch Tipps, was die Reisenden bei der Anreise und am Urlaubsort berücksichtigen müssen. Beispielsweise, was die Auslandskrankenversicherung oder den Versicherungsschutz für das eigene Auto angeht.

Ein Ressort im Spannungsfeld

Obwohl nahezu jedes Medium außerhalb der Fachmedien ein Reiseressort unterhält, führt dieses im Vergleich zu den klassischen Ressorts vielfach ein Schattendasein. Denn während es einerseits qualitativ sehr hochwertigen Reisejournalismus – vor allem in Fachmagazinen, die sich auf Reise spezialisiert haben – werden andererseits die Reiseseiten vor allem in Tages- und Wochenzeitungen eher als Sonderveröffentlichungen gesehen. Sprich: Der redaktionelle Beitrag dient einerseits der Bindung der Nutzer an das Medium und andererseits als attraktives Umfeld für Anzeigenkunden.

Eine besondere Herausforderung stellt für Reisejournalisten außerdem der Spagat zwischen neutraler und seriöser Berichterstattung und PR-Journalismus dar. Denn Reisen, bei welchen der Journalist möglichst viele Facetten eines Landes oder einer Region kennenlernen möchte, sind teuer. Deshalb greifen sowohl Freelancer als auch die Redaktionen in den Medien auf das Angebot von Pressereisen, die regelmäßig von verschiedenen Reiseveranstaltern angeboten werden, zurück. Das bedeutet: Die Veranstalter übernehmen die Kosten für die Reise, im Gegenzug berichten die Journalisten über die Reise, das jeweilige Urlaubsland oder die Destination. An sich ist dieses Arrangement auch kein Problem. Zumindest, so lange die Teilnahme an der Pressereise nicht an bestimmte Bedienungen geknüpft ist. Etwa, dass ausschließlich der Veranstalter als Anbieter genannt wird, der zur Pressereise einlädt, nur bestimmte Fluggesellschaften erwähnt werden dürfen oder die Berichterstattung grundsätzlich positiv auszufallen hat.

Für Redaktionen und Reisejournalisten stellt das gleichermaßen ein Problem dar. Um uneingeschränkt neutral berichten zu können, müssten sie die Reise selbst bezahlen, was aus wirtschaftlichen Gründen ein Ding der Unmöglichkeit ist. Mit einer zu positiven Berichterstattung hingegen würde das Reiseressort den Ruf des Mediums schädigen. Eine Alternative: Die Pressereisen werden anbieterübergreifend von Dachverbänden und Vereinigungen organisiert. Auf diese Art arbeiten beispielsweise die Touristiker in Ostbayern, die Reisejournalisten auf ihre Region aufmerksam machen wollen.

Überschneidungen mit anderen Ressorts

Wie kaum ein anderes journalistisches Ressort überschneidet sich der Reisejournalismus mit anderen Ressorts. Die wichtigsten Schnittmengen ergeben sich mit dem Kultur- und dem Gastronomiejournalismus. Denn ein ausführlicher Reisebericht wirkt auf den Mediennutzer erst dann rundum gelungen, wenn der Reisejournalist auch Tipps zur regionalen Küche und besonderen Spezialitäten gibt. Dazu gehört vor allem bei exotischen Reisezielen auch eine kurze Einführung zu den örtlichen Traditionen und Gepflogenheiten. Beispielsweise gilt im arabischen Raum die rechte Hand als unrein, weshalb hier ausschließlich mit der linken Hand gegessen wird.

Ein weiterer, wichtiger Schnittpunkt ergibt sich mit dem Kulturjournalismus, weil der Reisejournalist auch kulturelle Highlights, bekannte Museen oder Veranstaltungen im Rahmen seiner Berichterstattung vorstellt. Der Reisejournalist benötigt in diesem Bereich also zumindest etwas Hintergrundwissen, um beurteilen zu können, welche Einrichtungen und Veranstaltungen für seine Zielgruppe interessant sein könnten.

Welche Rolle spielen Politik und Wirtschaft?

Der Mediennutzer erwartet vom Reisejournalisten darüber hinaus Informationen darüber, wie sicher die Reise in ein bestimmtes Land ist und ob er besondere Sicherheitsvorkehrungen treffen muss. Das gilt vor allem für beliebte Reiseländer wie Ägypten, Mexiko oder Brasilien. In Ägypten etwa wirkten sich die Unruhen im Zuge des Arabischen Frühlings massiv auf die Reisebranche aus. Deshalb dürfen hier aktuelle Sicherheitshinweise nicht fehlen.

Gerade in ärmeren Ländern wie Mexiko, Brasilien oder auf verschiedenen Inseln der Karibik ist hingegen die Kriminalität ein wichtiges Thema, der besonders unvorsichtige Urlaubsgäste zum Opfer fallen. Der Hintergrund ist hier die schlechte wirtschaftliche Lage der Bevölkerung. Auch hier dürfen entsprechende Warnungen und Hinweise in der Reiseberichterstattung nicht fehlen.


Zurück zur Übersicht:

Portrait Reisejournalismus

Kontakt

030 81003688-0

030 81003688-9

E-Mail-Kontakt


Gesprächszeiten
Mo, Fr: 10-
12 Uhr & 14-16 Uhr
Di-
Do: 10-12 Uhr & 13-16 Uhr

Mitgliedschaft

Ihre Vorteile einer Mitgliedschaft

DFJV-Mitglieder haben es gut: Sie profitieren von hochwertigen Dienstleistungen. Für nur 95,– EUR im Jahr. Zum Beispiel:

Beratungsservice
Presseausweis
Fachpublikationen
Weiterbildung
Networking
Berufliche Absicherung
u.v.m.

Mehr