Mediengattungen

Musikjournalismus lässt sich in den verschiedenen Mediengattungen auf die verschiedensten Arten darstellen. Vertreten sind grundsätzlich alle journalistischen Darstellungsformen. Allerdings gibt es ähnlich wie im Feuilleton allgemein einen gravierenden Unterschied zu allen anderen Ressorts: Der Musikjournalist kann auch in einem Bericht, der eigentlich objektiv und wertfrei sein sollte, durchaus seine eigene Meinung unterbringen. Völlig wertfrei sollte auch im Musikjournalismus hingegen die Nachricht bleiben. Schließlich steht hier der Informationsgehalt absolut im Vordergrund.

Der Musikjournalist in Printmedien

Die größten Entfaltungsmöglichkeiten und das breiteste Spektrum bieten sich dem Musikjournalisten in den verschiedenen Printmedien. Thematisch kann er von der Musikveranstaltung des örtlichen Brauchtumsvereins über die aktuellen Neuerscheinungen internationaler Stars bis hin zum klassischen Konzert in der Stadthalle berichten. Was die Darstellungsformen angeht, ist er lediglich an die Vorgaben der jeweiligen Redaktionsleitung gebunden. Während das Feuilleton in der Regel Wert auf eine saubere Trennung der Darstellungsformen legt, bieten die Regional- und Lokalteile dem Musikjournalisten ein größeres Feld für Experimente. Denn bei den Printmedien wird der Musikjournalismus in verschiedenen Ressorts berücksichtigt. Die Entscheidung, in welchem Ressort berichtet wird, hängt von mehreren Faktoren ab, etwa ob der Event eine überregionale oder eine lokale Bedeutung hat oder ob der Musiker im Verbreitungsgebiet des Printmediums lebt.

Das Interview eines Musikers ist keine allein für die Printmedien typische Darstellungsform, sondern wird von allen Mediengattungen praktiziert. Begleitet ein Musikjournalist einen Musiker aber über Jahre hinweg journalistisch, ergibt sich daraus vielleicht die Möglichkeit, eine Biographie über den Künstler zu schreiben. Auch wenn Musiker-Biographien eigentlich eher in den Bereich der Fach- und Sachliteratur fallen, werden sie gemeinhin doch dem Aufgabenbereich eines Musikjournalisten zugerechnet.

Musikjournalismus im Hörfunk

Nachricht, Kritik, Interview und Bericht sind die klassischen Darstellungsformen des Musikjournalismus im Hörfunk. Vor allem im Bereich der Musikkritik spielt das Medium seine kompletten Vorteile aus. Denn passend zum Beitrag kann auch gleich ein Titel des besprochenen Albums eingespielt werden, damit sich der Hörer selbst einen Eindruck verschaffen kann. Reportagen werden im Hörfunk eher selten gemacht, allenfalls wenn der Musikjournalist einen Musiker über einen längeren Zeitraum hinweg begleitet.

Musikjournalismus im Fernsehen

Spätestens mit Michael Jacksons Thriller, das mit Produktionskosten von über einer Million US-Dollar lange Zeit als teuerstes Musikvideo galt, haben sich Musikvideos als speziell für das Fernsehen produzierte Werbemittel für neue Alben etabliert. Für Musikjournalisten stellen sie ein wichtiges Stilelement dar, weil sie einzelne Ausschnitte in die Berichte einbauen können. Als typisch für Musikjournalismus im Fernsehen gelten außerdem Berichte mit reportagehaften Elementen.

Musikjournalismus in den Online-Medien

In den Online-Medien spielt der Musikjournalismus inzwischen eine sehr wichtige Rolle. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich das Verhalten der Mediennutzer durch die Möglichkeiten, die das Internet bietet, in den vergangenen Jahren radikal geändert hat: Wer gezielt nach einer Information sucht, greift als erste Informationsquelle auf die Suchmaschinen im Internet zurück, bevor er gezielt in anderen Medien sucht.

Deshalb haben sich mittlerweile neben journalistisch professionell betriebenen Magazinen und Blogs auch zahlreiche semiprofessionelle und Hobbyprojekte entwickelt, die auch mit den verschiedenen journalistischen Formaten spielen. Denn hier lassen sich grundsätzlich alle Elemente der musikjournalistischen Berichterstattung einbauen. Neben Text und Bild werden gerne Videos und Musikstreams eingebaut. Bei letzteren müssen sich die Betreiber der Seite allerdings juristisch sehr gründlich absichern, weil sie sonst Gefahr laufen, abgemahnt zu werden.

Musikjournalismus im Fotojournalismus

Fotojournalisten sind im Musikjournalismus vor allem bei Veranstaltungen gefragt. Schließlich haben sie den richtigen Blick dafür, welches Motiv sich im Umfeld einer Veranstaltung zu fotografieren lohnt. Außerdem braucht es einiges an Erfahrung im Umgang mit der Kamera, um von der Veranstaltung selbst gute Bilder zu machen. Während sie bei klassischen Konzerten, Jazz- oder Blueskonzerten im abgedunkelten Saal nur mit entsprechend langen Belichtungszeiten arbeiten müssen, stellen Rock- und Popkonzerte selbst für routinierte Fotojournalisten eine Herausforderung dar. Denn aufwändige Lichtshows gehören hier üblicherweise zum Bühnenprogramm, was jedoch die Arbeitsbedingungen für Fotografen nicht unbedingt erleichtert.


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