Historie

Der Musikjournalismus ist eine relativ junge Sparte innerhalb des Journalismus, der sich erst im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts etablierte. Die Wurzeln des Musikjournalismus, wie er sich seit dieser Zeit entwickelt hatte, reichen auf die Musikkritiker vergangener Jahrhunderte zurück. Diese hatten keine besondere Ausbildung für diese Tätigkeit und waren in ihren Möglichkeiten zudem äußerst beschränkt. Denn bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war es nicht möglich, musikalische Werke aufzunehmen. Die ersten Kritiker mussten also für die Beurteilung eines Werkes vor allem Noten studieren können. Deshalb waren die ersten Musikkritiker im engeren Sinne auch Musiker und Komponisten, die ein gewisses schriftstellerisches Talent mitbrachten.

Die Geburtsstunde des Musikjournalismus

Der Musikverleger Gottfried Christoph Härtel und Friedrich Rochlitz gründeten in Leipzig anno 1798 mit der Allgemeinen musikalischen Zeitung das erste Medium, das sich ausschließlich der Musik widmete und bis 1882 erschien. Längeren Bestand hatte die Neue Zeitschrift für Musik, die 1834 gegründet wurde und bis heute existiert. In beiden Zeitschriften publizierten namhafte Musikkritiker wie Robert Schuman, Friedrich Nietzsche, George Bernhard Shaw oder Romain Rolland.

Der Musikjournalismus wird international

Auch im Ausland, vor allem in den USA, spielte der Musikjournalismus bald eine Rolle in der Medienlandschaft. So wurde das Billboard Magazin, das bis heute einen großen Einfluss auf den Musikjournalismus der westlichen Welt hat, 1894 gegründet. Ursprünglich wurde im Magazin über Karnevalsunterhaltung berichtet, jedoch nahm der Anteil der Musik in der Berichterstattung kontinuierlich zu, sodass die Themen, welche die Musik betrafen, in den 1950er Jahren ein eigenes Magazin bekamen.

Der Musikjournalismus wird politisch vereinnahmt

Als Alfred Heuß in den 1920er Jahren in verantwortlicher Stellung für die Neue Zeitschrift für Musik arbeitete, begann die dunkle Ära des Musikjournalismus in Deutschland: Der Musikwissenschaftler und -kritiker publizierte in erster Linie zur Alten Musik und über die Epochen der Klassik und Romantik, zeitgenössische Musik hielt er für undeutsch. Aus der eigentlich fortschrittlichen Zeitschrift formte er ein nationalistisches Blatt, das später die nationalsozialistische Ideologie im Musikjournalismus umsetzte. Der Musikwissenschaftler Alfred Einstein bezeichnete die Neue Zeitschrift für Musik deshalb schon 1925 als Kampfblatt für deutsche Musik.

Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Wiederaufbau der Medienlandschaft in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg distanzierte sich vor allem die Jugend von der Musik und den Vorbildern der Eltern. Musikjournalisten, welche über zeitgenössische Musik berichteten, konzentrierten sich deshalb auch eher auf musikalische Strömungen, die aus den USA und Großbritannien stammten. Von Fachpresse und Fans wird deutschsprachige Musik außerhalb des Schlagers und der Volksmusik erst berücksichtigt, seitdem sich auch in Deutschland nach dem Mauerfall eine junge, kreative deutsche Musikszene etabliert hatte.


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