Fokus Deutschland

Grundsätzlich unterscheidet sich der Musikjournalismus nicht von der Berichterstattung in anderen Ländern. Unterschiede gibt es allerdings nach wie vor in der Themenwahl, auch wenn sich diese in den vergangenen Jahren etwas relativiert haben. Denn bis vor wenigen Jahren erfolgte vor allem in der Sparte Popmusik die Berichterstattung fast ausschließlich über ausländische Musiker und Bands, vor allem aus dem angloamerikanischen Raum. Dadurch unterscheidet sich der deutsche Musikjournalismus etwa vom österreichischen, wo in den verschiedenen Medien sehr ausführlich über einheimische Künstler berichtet wird. Das hat in erster Linie historische Gründe, die in engem Zusammenhang mit der Rolle Deutschlands als Auslöser zweier Weltkriege steht.

Deutschtum ist verpönt

Diese Tradition reicht bis in die ersten Nachkriegsjahre zurück. Nach dem verlorenen Weltkrieg galten Deutschtum und deutsches Liedgut als verpönt, weil das zentrale Motive der nationalsozialistischen Rassenideologie waren. Vor allem die junge Generation suchte sich seine Idole also vorwiegend in den USA, wo sich in den 1950er Jahren mit Schauspielern wie James Dean und Musikern wie Elvis Presley junge Rebellen aufmachten, die verkrusteten gesellschaftlichen Institutionen aufzubrechen.

London wurde in den 1960er Jahren, vor allem mit den herausragenden Beatles und Rolling Stones zum europäischen Zentrum der populären Musik wurde und entsprechenden Raum im Musikjournalismus wurde. Nachdem von der britischen Hauptstadt aus außerdem neue Trends wie Punk und New Wave die Herzen der Jugend eroberten, spielen die Trends, die sich aktuell in London abzuzeichnen scheinen, bis heute eine wichtige Rolle für Musikjournalisten.

Deutsch erlebt eine Renaissance

Die deutsche Sprache galt deutschen Musikern außerhalb der Volksmusik- und Schlagerbranche bis in die 1980er Jahre hinein als tabu. Der neuen Deutschen Welle, die Anfang der 1980er Jahre die Hitparaden unsicher machte, blieb bis auf einzelne Musiker wie Nena oder Stephan Remmler nur ein kurzzeitiger Erfolg beschert. Die Situation änderte sich erst nach dem Mauerfall während der 1990er Jahre, als Berlin zum kreativen Hotspot für Künstler aus ganz Deutschland und Osteuropa wurde. Mit Bands wie den Fantastischen 4 hatte sich deutsch als Sprache für Songtexte endgültig wieder etabliert, sodass auch die Berichterstattung über einheimische Künstler im Musikjournalismus einen breiteren Raum bekam.


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