Allgemeine Hinweise

Die Möglichkeit für Studenten, sich direkt zum Musikjournalisten ausbilden zu lassen, existiert erst seit wenigen Jahren und nur an wenigen Hochschulen. Allerdings haben angehende Musikjournalisten mehrere Möglichkeiten, eines Tages ihren Traumjob ausüben zu können, sodass es keinen Königsweg gibt, der sicher zum Ziel führt.

Musikwissenschaft als Starthilfe

Sehr häufig haben Musikjournalisten ein beliebiges Musikstudium oder das Studium der Musikwissenschaft absolviert, bevor sie die journalistische Ausbildung im Rahmen eines Volontariats begonnen haben. Diese Option bietet sich vor allem dann an, wenn sich der angehende Musikjournalist entweder auf die Sparte Klassische Musik spezialisieren oder als Musikjournalist mit einem möglichst breit gefächerten Themenspektrum arbeiten möchte.

Der Vorteil, den der Musikjournalist in diesem Studium genießt, besteht darin, dass er lernt, alle erdenklichen Aspekte der Musik zu erforschen. Er bekommt hier also das bestmögliche Rüstzeug für seine spätere Tätigkeit mit auf den Weg. Zu den Themen der Musikwissenschaft gehören nämlich auch sozial-, geistes- und naturwissenschaftliche Aspekte. Die moderne Musikwissenschaft wird in folgende Bereiche unterteilt: Musikgeschichte oder historische Musikwissenschaft, systematische Musikwissenschaft, Musikethnologie und angewandte Musikwissenschaft.

Die Historische Musikwissenschaft

In der Historischen Musikwissenschaft verbindet die Forschung Musik mit Geschichte. Zu den gängigen Arbeitsmethoden gehören Quellenforschung, aber auch die Notenkunde sowie die Analyse von Notentexten. Im Fokus der Forschung steht vor allem die Geschichte der europäischen Musik. Insgesamt präsentiert sich dieser Fachbereich äußerst facettenreich. Die Bandbreite des Studiums reicht von der Instrumentenkunde bis hin zur Stilkunde, in der bestimmte Charakteristika der Musik einer Epoche herausgearbeitet werden. Erleichtert wird das Studium der Historischen Musikwissenschaft, wenn die Studenten Kenntnisse in Musikarchäologie, Frühgeschichte und Altertumskunde besitzen.

Die systematische Musikwissenschaft

Die Musik an sich ist Gegenstand der Forschung in der systematischen Musikwissenschaft. Themengebiete dieses Studiums sind beispielsweise musikalische Akustik, Musikpsychologie oder Musiksoziologie. In den beiden letztgenannten Teilbereichen steht die Wirkung von Musik auf den einzelnen oder die Wechselwirkung zwischen Gesellschaft und Musik im Vordergrund. Ein wichtiges Element dieser Teildisziplin ist außerdem die Musikpädagogik.

Musikethnologie

Die Musikethnologie ist auch bekannt als vergleichende Musikwissenschaft. Sie untersucht Ähnlichkeiten und Unterschiede europäischer und außereuropäischer Musik außerhalb der Kunstmusik. Untersucht werden vor allem die Musikkulturen außerhalb Europas. In die Musikethnologie spielen aber auch Elemente aus der Geschichte und Systematik hinein.

Die angewandte Musikwissenschaft

In der angewandten Musikwissenschaft beschäftigt man sich schließlich praktisch mit Musik. Dieser Bereich untergliedert sich in den Musikinstrumentenbau, die Musiklehre und die Musikkritik.

So entstand die moderne Musikwissenschaft

Die Tradition der europäischen Musikwissenschaft reicht zurück bis ins antike Griechenland, wo man durch die Musik Geist und Körper des Menschen bilden wollte. Der Philosoph Platon erweiterte das Unterrichtsfach schließlich um wissenschaftliche Elemente. Während des europäischen Mittelalters galt die Musikwissenschaft als eine von insgesamt vier mathematischen Künsten und wurde der Philosophie zugerechnet.

Im Zuge der Aufklärung wurde die Kunst der Musik aus dem Lehrangebot der Universitäten entfernt. Jedoch gründete Lorenz Christoph Mizler 1738 die Correspondierende Societät der musicalischen Wissenschaften, die als erste musikwissenschaftliche Gesellschaft gilt. Er entwickelte einen neuen Lehrplan, gemäß dessen er ab 1736 für sechs Jahre Musikwissenschaften an der Universität Leipzig unterrichtete. Damit war der Grundstein für die Musikwissenschaft im heutigen Sinne gelegt.

Welche anderen Studiengänge lohnen sich?

Studenten, die anschließend eine Festanstellung bei einem Medium anstreben, sollten allerdings eher ein etwas breiter angelegtes Studium wählen. Denn das Feuilleton bietet hier in allen Mediengattungen die größten Chancen. Musikjournalisten müssen dann zwar auch andere ressortrelevante Themen bearbeiten, können aber ihren Schwerpunkt auf den Musikjournalismus legen. Das Fachwissen aus dem Bereich Musik müssen sie sich unter Umständen in Eigeninitiative aneignen.


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