Themenfindung

Weil Medizinjournalisten größtenteils keine tagesaktuellen Themen bearbeiten, sondern Hintergründe beleuchten, sind sie relativ frei darin, welche Themen sie bearbeiten. Ihre Anregungen holen sie sich von verschiedensten Quellen, darunter aus der Tagespresse und anderen Medien, aber auch von Universitäten und Forschungseinrichtungen.

Tagesaktuelle Themen im Medizinjournalismus

Falls Medizinjournalisten tagesaktuell arbeiten, handelt es sich meist um Themen aus Politik und Wirtschaft, welche ihr eigenes Metier vor allem in Bezug auf die Rahmenbedingungen betreffen. Ein Beispiel dafür sind die Gesundheitsreformen in Deutschland. Während die Kollegen aus dem Politikressort über die eigentlichen Entscheidungen berichteten, beleuchteten Medizinjournalisten das Thema im Hinblick auf die Auswirkungen für Patienten und Mediziner.

Teilweise werden die Themen den Medizinjournalisten auch saisonal vorgegeben. Vorbeugemaßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten gegen Grippe sind etwa im Winter gefragte Themen, während im Vorfeld der Hauptreisezeit von den Mediennutzern informative Gesundheitstipps für die Reise in die beliebtesten Urlaubsländer gefragt sind.

Ein gutes Netzwerk bringt Themen

Schon am Anfang ihrer Karriere sollten Medizinjournalisten ein besonderes Augenmerk darauf legen, sich ein großes Netzwerk aufzubauen. Das können Dozenten für Medizin an der Universität ebenso sein wie Apotheker und praktizierende Ärzte. Im Idealfall können Medizinjournalisten indirekt deren Informationskanäle nutzen und werden auf interessante Themen, die sie im besten Fall sogar exklusiv bearbeiten können, aufmerksam gemacht.

Dieses Netzwerk ist vor allem dann wichtig, wenn Medizinjournalisten eine Krankheit und ihre Behandlung anhand von Fallbeispielen schildern wollen. Dass es sich bei Fibromyalgie um eine ernsthafte Erkrankung handelt, drang beispielsweise erst im Lauf der 1990er Jahre ins öffentliche Bewusstsein, als Patienten über die Medien an die Öffentlichkeit traten und ihr oft Jahre währendes Schicksal schilderten, bevor sie Experten fanden, die ihre Symptome ernst nahmen und einem Krankheitsbild zuordnen konnten.

Ein anderes Beispiel dafür, dass Ärzte und Medizinjournalisten gut zusammenarbeiten können, sodass beide Seiten davon profitieren, ist die Krankheit Leukämie. Patienten, die unter dieser Form des Krebses leiden, haben allenfalls Chancen auf Heilung, wenn sie eine Knochenmarkstransplantation bekommen. Hier ist es jedoch oft sehr schwierig, einen passenden Spender zu finden, zumal die Bereitschaft zur Knochenmarkspende äußerst niedrig ist. Die möglicherweise letzte Rettung für die Patienten stellt es oft dar, wenn sie mit ihrem Schicksal an die Öffentlichkeit gehen und von den Medienjournalisten in Zusammenhang mit der Berichterstattung dahingehend unterstützt werden, dass Aufrufe an die Mediennutzer gestartet werden, sich testen zu lassen, ob sie als Spender in Frage kommen.


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