Berichterstattungsgegenstände

Der Medizinjournalismus gilt als einer der faszinierendsten und zugleich anspruchsvollsten Bereiche innerhalb des Fachjournalismus. Denn der Medizinjournalist muss sich nicht nur über den aktuellen Stand der medizinischen Forschung auf dem Laufenden halten, sondern auch über die Grenzen seines Ressorts hinausblicken.

Denn der Sektor Gesundheit gilt als einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren in Deutschland und spielt deshalb auch in der Bundes- und Landespolitik eine zentrale Rolle. Die Medienressorts Wirtschaft und Politik sollten dem Medizinjournalisten deshalb zumindest in Grundzügen vertraut sein. Weitere wichtige Elemente der Berichterstattung stellen im Medizinjournalismus außerdem die Ernährungskunde sowie die Psychologie dar. Diese Bereiche haben in der Berichterstattung vor allem in den vergangenen Jahren stark zugenommen, da einerseits psychische Probleme inzwischen zu einem signifikanten Problem in der Bevölkerung geworden sind und andererseits die Art der Ernährung den Verlauf zahlreicher Krankheiten positiv oder negativ beeinflussen kann.

Nicht zuletzt fallen auch zahlreiche Aspekte der Umweltpolitik und selbst der Ethnologie in den Bereich des Medizinjournalismus. Der Grund dafür liegt darin, dass Forscher auf der Suche nach Heilmitteln gegen Krankheiten wie Krebs auch natürliche Wirkstoffe aus der Natur untersuchen und deshalb auch die Lebensgewohnheiten von Naturvölkern, bei welchen diese Krankheiten nicht bekannt sind, untersuchen. Denn in der Medizin gilt der eherne Grundsatz, dass nicht die Symptome, sondern die Ursache der Krankheit behandelt werden sollen. Von diesem Grundsatz weichen Ärzte lediglich in einigen Fällen wie der Schmerztherapie ab, wenn die Symptome den Patienten ein geregeltes, normales Leben erschweren oder gar unmöglich machen.

Wenn exotische Krankheiten auf dem Vormarsch sind

Völkerkundliche Aspekte spielen vor allem dann in die Arbeit des Medizinjournalisten hinein, wenn scheinbar aus dem Nichts exotische Krankheiten auftauchen, gegen die es kein Heilmittel gibt. Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit sind etwa das AIDS-Virus oder Ebola, deren Erreger aus Afrika stammen. Für die Forscher ist es in diesen Fällen wichtig, den Weg der Krankheit nachzuvollziehen, um gezielt nach einem Heilmittel suchen zu können. Im Fall von AIDS ist der Medizin immerhin insoweit ein Fortschritt gelungen, als dass den Patienten mit der richtigen medikamentösen Einstellung ein langes und weitgehend beschwerdefreies Leben ermöglicht werden kann.

In diesen Fällen war es die Aufgabe der Medizinjournalisten, die Bevölkerung über das Gefährdungspotenzial aufzuklären. Natürlich wurde auch ausführlich über den Stand der Forschung berichtet, was vor allem für die betroffenen Patienten und ihre behandelnden Ärzte wichtig war. Sie wurden dadurch auf neue Therapiemöglichkeiten aufmerksam, die sie ihren Patienten empfehlen konnten.

Die Berichterstattung als Herausforderung

Gerade im Medizinjournalismus stellt die Berichterstattung eine besondere Herausforderung an den Journalisten dar. Er muss sehr komplexe Zusammenhänge und die nicht minder komplizierte Fachsprache schnell erfassen und verstehen, sodass er beispielsweise die Inhalte von Forschungsberichten in eigenen Worten wiedergeben kann. Dabei muss der Medizinjournalist sehr zielgruppenfokussiert schreiben, weil der Medizinjournalismus in einer Vielzahl von Medien berücksichtigt wird, vom Fachmagazin über Verbrauchersendungen bis hin zur Lokalzeitung.


Zurück zur Übersicht:

Portrait Medizinjournalismus

Kontakt

030 81003688-0

030 81003688-9

E-Mail-Kontakt


Gesprächszeiten
Mo, Fr: 10-
12 Uhr & 14-16 Uhr
Di-
Do: 10-12 Uhr & 13-16 Uhr

Mitgliedschaft

Ihre Vorteile einer Mitgliedschaft

DFJV-Mitglieder haben es gut: Sie profitieren von hochwertigen Dienstleistungen. Für nur 95,– EUR im Jahr. Zum Beispiel:

Beratungsservice
Presseausweis
Fachpublikationen
Weiterbildung
Networking
Berufliche Absicherung
u.v.m.

Mehr