Recherche

Die Art der und die Vorgehensweise bei der Recherche des Medienjournalisten ist höchst unterschiedlich und extrem themenabhängig. Von medienpolitischen Entscheidungen und wirtschaftlich interessanten Nachrichten aus der Welt der Medien erfahren Medienjournalisten meist auf die klassische Art, also häufig über Pressemitteilungen oder durch Nachrichtenagenturen. Sie recherchieren in diesen Fällen entweder per Telefon und Mail vom Schreibtisch aus oder persönlich vor Ort. Berichten Medienjournalisten über andere Unternehmen oder Kollegen ist eine gründliche Recherche absolute Pflicht. Eine unsaubere Arbeitsweise kann hier nicht nur juristische, sondern auch persönliche Konsequenzen haben: Der Medienjournalist könnte nun im schlimmsten Fall sogar selbst zum Gegenstand der Berichterstattung werden.

Besonderheiten investigativer Arbeit

Die gründliche Recherche gilt vor allem dann, wenn ein Medienjournalist Missstände bei anderen Medienunternehmen aufdecken möchte. Als Paradebeispiel dafür gilt der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff, der sich während seiner Karriere bei verschiedenen Großunternehmen oder Institutionen einschleuste, um aus erster Hand Reportagen und Bücher machen zu können. Unter anderem arbeitete er 1977 als Redakteur für die Bild-Zeitung in Hannover. In seinem Bestseller "Der Aufmacher. Der Mann, der bei "Bild" Hans Esser war", warf er dem Boulevardblatt unsaubere Methoden der Recherche sowie schwere Verstöße gegen journalistische Grundsätze vor. Die Folgen: Die Bild-Zeitung kassiere sechs Rügen des Deutschen Presserates, Günter Wallraff eine für die "nicht zulässige verdeckte Recherche". Juristische Auseinandersetzungen zwischen Wallraff und dem Axel Springer Verlag folgten.

Die Online-Recherche

Für den größten Teil der Medienjournalisten ist die Online-Recherche ein unerlässliches Element ihrer Tätigkeit. Im Netz finden sie am schnellsten und einfachsten die Basisinformationen, welche die Grundlage ihrer Berichterstattung darstellen. Und selbst exklusive Informationen und Nachrichten lassen sich im Netz finden, wobei es sich dabei aber wohl eher um Zufallstreffer handeln dürfte.

Da sowohl in Medienunternehmen als auch bei Film- und Serienproduktionen zahlreiche Mitarbeiter beteiligt sind, lassen sich eventuelle Informationslecks nicht ausschließen. So mancher Mitarbeiter führt vielleicht seinen eigenen Blog und veröffentlicht darin Informationen, die eigentlich noch nicht publik gemacht werden sollten. Für die Medienjournalisten, die auf eine derartige Information stoßen, bedeutet das einen absoluten Glücksfall. Natürlich können sie diese Information nicht ungeprüft übernehmen, sondern müssen nach bester journalistischer Gepflogenheit gründlich gegenrecherchieren.

Medienjournalisten und die Sorgfaltspflicht

Die journalistische Sorgfaltspflicht gilt grundsätzlich als eine der höchsten Pflichten des Journalisten. Keine Information darf ohne eine gründliche Gegenrecherche und ohne dass die Betroffenen Gelegenheit für eine Stellungnahme hatten, veröffentlicht werden. Der Grundsatz der Sorgfaltspflicht gilt insbesondere für Medienjournalisten  schon aus eigenem Interesse. Schließlich macht ein wesentlicher Teil ihrer Arbeit die Berichterstattung über die Tätigkeit von Kollegen aus. Kein Medienjournalist will unter Umständen als Nestbeschmutzer wegen unsauberer Arbeitsweise in der Öffentlichkeit stehen. Und nicht zuletzt kann auch seine eigene Arbeit von Kollegen kritisch unter die Lupe genommen werden.


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