Qualitätskriterien

Qualitativ hochwertiger Medienjournalismus zeichnet sich dadurch aus, dass beim jeweiligen Thema auch Hintergründe beleuchtet werden. Die Medienjournalisten benötigen dafür unter Umständen Hintergrundwissen, das weit über ihren eigentlichen Fachbereich hinausgeht. Unter welchen Facetten sie ein Thema beleuchten, ist natürlich stark abhängig von der Zielgruppe, für die sie schreiben.

Hintergründe zu soften Themen

Auch die Mediennutzer, die sich vor allem über Filme und Fernsehserien informieren wollen, erwarten von hochwertigem Medienjournalismus Hintergründiges. Die Journalisten können etwa die einzelnen Darsteller in einem eigenen Bericht kurz vorstellen oder dem Mediennutzer einen Einblick in die Dreharbeiten und Informationen zur Produktion liefern. Die notwendigen Informationen dafür bekommen sie mit einem relativ geringen Rechercheaufwand üblicherweise von der Produktionsgesellschaft oder dem Sender. Schließlich stellt die Berichterstattung in großen Publikumsmedien für sie einen nicht zu unterschätzenden Werbeeffekt dar. Die Journalisten müssen gerade in diesem Bereich jedoch sehr vorsichtig agieren, wenn sie keinen reinen PR-Journalismus betreiben wollen.

Medienkritik und Hintergründe

Etwas schwieriger ist qualitativ hochwertiger Journalismus im Bereich der Medienkritik. Ein Filmkritiker etwa sollte ein gewisses Basiswissen zur Arbeit hinter der Kamera mitbringen, wenn er die handwerklichen Qualitäten eines Drehbuches oder eines Filmes fundiert einschätzen will.

Medienjournalismus und Politik

Berichtet der Medienjournalist hingegen über aktuelle Entwicklungen, Strömungen oder gesellschaftliche Entwicklungen, liegt das Erfolgsgeheimnis für eine qualitativ hochwertige Berichterstattung vor allem in der guten und gründlichen Recherche. Berichtet der Medienjournalist beispielsweise über den Zusammenschluss von Medienunternehmen, sollte er auch die Geschäftszahlen und die gesamtwirtschaftlichen Folgen einschätzen können. Diese Informationen sind oft nicht so einfach zu bekommen, weil selbst kleine und mittelgroße Unternehmen aus der Branche aus einem Konglomerat von mehreren Firmen bestehen. So sind etwa die Abteilungen Redaktion, Verkauf, Vertrieb und Technik in vielen Medienhäusern in rechtlich eigenständige Firmen ausgelagert.

Auch politische Hintergründe muss der Medienjournalist zumindest kennen. Schließlich spielen Medien als Meinungsbildner und Multiplikatoren eine extrem wichtige Rolle. Legendär ist in diesem Zusammenhang folgende Aussage des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder: "Zum Regieren brauch' ich nur Bild, Bams und Glotze!"

Auch außerhalb des Medienjournalismus bilden Journalismus und Politik eine eher seltsam anmutende Symbiose. Denn während es zu den Aufgaben des Journalisten gehört, Politik kritisch zu beobachten, setzt die Politik über die Medienpolitik den gesetzlichen Rahmen. Das begann mit der Lizenzvergabe an die ersten Zeitungen nach dem Zweiten Weltkrieg, setzte sich über die Vergabe von Frequenzen an Hörfunk und Fernsehsender fort und hat mit der gezielten Förderung der Ansiedlung von Medienunternehmen – etwa im Großraum München – noch lange kein Ende. Auch wenn derartige Zusammenhänge nicht zwangsläufig in die Berichterstattung des Medienjournalismus einfließen, muss der Journalist sie kennen.

Woran ist schlechter Journalismus zu erkennen?

Qualitativ schlechter Medienjournalismus lässt sich am besten daran erkennen, dass der Journalist unkritisch und unkommentiert die Informationen, die ihm von Dritten gegeben werden, wiedergibt. Darin unterscheidet sich qualitativ schlechter Medienjournalismus nicht von anderen Ressorts.

Ob hochwertiger Medienjournalismus gefragt ist oder nicht, hängt allerdings auch von der Zielgruppe ab. Beispielsweise legen Mediennutzer, die sich nur über das aktuelle Fernseh- oder Radioprogramm informieren wollen, nur Wert auf einige Basisinformationen, die ihnen auch ohne großen journalistischen Anspruch präsentiert werden können.

 


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