Bedeutung

Lange Zeit galt im Journalismus die Regel, dass nicht über Kollegen geschrieben wird. Das hat durchaus gute Gründe: Die Berichterstattung oder gar Kritik über die Arbeit anderer Medien oder Kollegen kann vom Mediennutzer nur allzu leicht als bewusstes "Schlechtmachenwollen" ausgelegt werden, wodurch schnell die eigene Arbeit oder gar das eigene Medium in die Kritik geraten kann.

In der Vergangenheit wurde deshalb im Medienjournalismus in erster Linie über softe Themen berichtet. Ausnahmen davon wurden nur dann gemacht, wenn tatsächlich herausragende Ereignisse innerhalb der Medienlandschaft geschehen sind. Die bekanntesten Beispiele dafür sind neben der Kirch-Pleite der Skandal um die gefälschten Hitler-Tagebücher oder der Watergate-Skandal.

Aus einem Coup wird ein Skandal

Mit dem Kauf der Hitler-Tagebücher schien das Nachrichtenmagazin Stern Anfang der 1980er Jahre einen grandiosen Coup gelandet zu haben. Das Magazin war jedoch dem geschickten Fälscher Konrad Kujau aufgesessen, welcher diesen Deal durch die Vermittlung durch den Reporter Gerd Heidemann machen konnte. Das Medienecho war zunächst gewaltig, weil sich selbst renommierte Experten über Wochen hinweg hatten täuschen lassen. Umso größer war die öffentliche Blamage, als eine chemische Analyse durch das Koblenzer Bundesarchiv die Fälschungen auffliegen ließ. Dieser Skandal beschädigte den Ruf und das Image des Magazins so sehr, dass es seine Rolle als eines der führenden deutschen Nachrichtenmagazine verlor.

Wenn Präsidenten fallen

Die Watergate-Affäre, welche in den 1970er Jahren den amtierenden US-Präsidenten zu Fall brachte, wurde erst in der Nachschau zu einem Thema des Medienjournalismus. Zunächst ging es nur um einen scheinbar belanglosen Einbruch in die Parteizentrale der Demokratischen Partei während des 1972er Präsidentschaftswahlkampfes. Die beiden Washington Post-Journalisten Bob Woodward und Carl Bernstein konnten schließlich dank ihrer Quelle "Deap Throat" nachweisen, dass höchste Regierungskreise bis hin zum Präsidenten direkt oder indirekt in den Einbruch verstrickt waren.

In den folgenden Jahren wurde der Watergate-Skandal immer wieder journalistisch und in verschiedenen Filmen aufgearbeitet. Der Medienjournalismus berichtete zuletzt weltweit darüber, als 2005 bekannt wurde, dass es sich bei dem geheimnisvollen Informanten um Mark Felt, einen hochrangigen FBI-Mitarbeiter gehandelt hatte.


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