Quereinstieg

Wer eigentlich einen anderen Beruf erlernt hat und hauptberuflich in den Kulturjournalismus umsteigen möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Am leichtesten fällt der Umstieg Berufstätigen, die ihre erste Ausbildung im künstlerischen Bereich genossen haben. Den fachlichen Hintergrund bringen sie aus dem vorherigen Beruf mit, sodass sie lediglich noch eine journalistische Ausbildung absolvieren müssen. Die können sie sich nach einem erfolgreich absolvierten Hochschulstudium wie Kunstpädagogik oder Literaturwissenschaft auch mit mehrjähriger Berufserfahrung in einem anderen Bereich durch ein Volontariat aneignen. Alternativ können sie in Einrichtungen wie der Freien Journalistenschule ein Fernstudium zum Journalisten absolvieren.

Etwas schwieriger aber nicht unmöglich stellt sich der Quereinstieg in den Kulturjournalismus für Berufstätige dar, die weder im künstlerischen Bereich noch im Journalismus eine Ausbildung absolviert haben. Sie brauchen vor allem ein großes Interesse an der Materie und müssen bereit sein, sich zunächst in ihrer Freizeit zu engagieren. Sie können sich beispielsweise bei ihrer örtlichen Lokalzeitung als freie Mitarbeiter bewerben und für die Redaktion ausschließlich kulturelle Themen bearbeiten. Hier finden sie ein breites Betätigungsfeld, da während des Jahres in fast jeder Kommune zahlreiche kulturelle Veranstaltungen abgehalten werden. Dadurch sammeln sie zumindest die ersten journalistischen Erfahrungen und können bei Bewerbungen – sofern sie ein Volontariat absolvieren möchten und die Voraussetzungen dafür erfüllen – bereits Arbeitsproben vorlegen. Denn mit Kulturjournalismus für Lokalredaktionen können die Journalisten wegen der relativ niedrigen Honorare, die hier bezahlt werden, ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten. Für so machen Freelancer bietet diese Option allerdings einen attraktiven Nebenverdienst und die Möglichkeit, das Hobby zumindest teilweise zum Beruf zu machen.

Ist ein direkter Quereinstieg möglich?

Auch ein direkter Quereinstieg in den Kulturjournalismus ist möglich, allerdings mit einigem Aufwand verbunden. Die Fans einer bestimmten Literaturgattung wie Fantasy- oder Horrorliteratur, einer Musikrichtung oder eines Filmgenres können den Einstieg dadurch schaffen, dass sie regelmäßig in Fanzines veröffentlichen. Möglichkeiten dafür finden sie sowohl im Internet als bei zahlreichen Fanzines, die in gedruckten Ausgaben erscheinen. Oder sie gründen zusammen mit Gleichgesinnten ihr eigenes Webprojekt, für das sie regelmäßig schreiben. Sobald sie sich auf diese Art eine treue Lesergemeinde erarbeitet haben, können sie mit diesen Referenzen im Rücken auch an verschiedene Medien herantreten und sich als Freelancer für bestimmte Teilbereiche des Kulturjournalismus anbieten.

Die wichtigste Voraussetzung dafür ist eine gewisse Leidenschaft für die Thematik und vor allem ein sehr fundiertes Hintergrundwissen über ihr jeweiliges Spezialgebiet. Je nachdem, um welches Spezialgebiet es sich handelt, haben Interessenten hervorragende Chancen, zumindest als Freelancer Fuß fassen zu können und regelmäßig verschiedene Redaktionen mit ihren Beiträgen versorgen zu können. Der Grund dafür ist relativ einfach: Bei den Kulturjournalisten in den Redaktionen handelt es sich meist um Generalisten, die zwar grundsätzlich in der Materie Bescheid wissen, die sich jedoch das für zahlreiche Beiträge erforderliche Spezialwissen erst aneignen müssten. Im redaktionellen Alltag und im Produktionsstress bleibt jedoch nicht viel Zeit für eine tiefgreifende und fundierte Recherche. Für die Redakteure ist es deshalb einfacher, bestimmte Beiträge von Freelancern erstellen zu lassen. Und auch in den großen Kultur-Redaktionen sind nicht zwangsläufig Experten für jedes Thema verfügbar, da der Kulturjournalismus einen zu breit gefächerten Themenbereich abdeckt. Diese Lücken sind die große Chance für Quereinsteiger aus völlig branchenfremden Berufen.


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