Berichterstattungsgegenstände

Die Bandbreite der Berichterstattung reicht im Kulturjournalismus von der klassischen Literatur-, Theater- oder Filmkritik über die darstellenden Künste bis hin zu medien- und gesellschaftskritischen Themen. In den klassischen Medien erfolgt die kulturjournalistische Berichterstattung im Feuilleton, neben Politik, Wirtschaft und Sport ein festes Ressort in allen Mediengattungen – wenn auch mit einer unterschiedlichen thematischen Ausrichtung.

Wo liegen die Schwerpunkte?

Auf den ersten Blick scheint der Kulturjournalismus thematisch sehr eng begrenzt zu sein. Jedoch gibt es kaum ein Ressort, in dem die Journalisten so viel Freiheit genießen wie im Kulturjournalismus. Während in den großen, überregionalen Medien vor allem große kulturelle Ereignisse wie die Wagner-Festspiele in Bayreuth, die Berlinale oder die Oscar-Verleihung im Vordergrund stehen, sind es bei regionalen Medien – ganz gleich ob Zeitung, Fernseh- oder Radiosender – vor allem die kulturellen Highlights vor Ort. Von der Arbeitsweise her unterscheidet sich der Kulturjournalismus sehr stark von der Tätigkeit in anderen Ressorts: Der Journalist arbeitet hier häufig mit Methoden aus der Kulturwissenschaft. Beispielsweise muss er für einen fundierten Beitrag das Werk eines Schriftstellers, eines Filmemachers oder die Inszenierung eines Theaterregisseurs in den zeitgeschichtlichen Zusammenhang einordnen können.

Journalisten genießen (fast) totale Freiheit

Es gibt in allen Mediengattungen außerdem kein Ressort, in welchem der Journalist seine persönliche Meinung so stark einfließen lassen kann und sogar soll, wie im Kulturjournalismus. Schließlich ist es bis zu einem gewissen Grad immer Geschmackssache, wie das Werk eines Kunstschaffenden beurteilt wird. Seine Meinung, Einschätzung und Beurteilung muss der Journalist natürlich auch gut begründen können. Deshalb haben sich im Lauf der Jahre zahlreiche eigene journalistische Stil- und Darstellungsformen entwickelt, die fast ausschließlich im Kulturjournalismus zu finden sind. Dazu gehören vor allem Rezensionen, bis zu einem gewissen Grad aber auch Essays oder Portraits von Kunstschaffenden.

Kulturjournalisten als Meinungsbildner

Durch diese vielfältigen Aufgaben und Möglichkeiten nehmen Kulturjournalismus eine wichtige Rolle als Meinungsbildner ein. Denn kulturell interessierte Leser, Hörer und Zuschauer informieren sich über aktuelle Neuerscheinungen meist im Kulturteil der Zeitung oder Kultursendungen in Radio und Fernsehen. Die Berichterstattung spielt darüber hinaus eine wichtige Rolle für die Mediennutzer, ob sie ein Buch kaufen oder einen Film schauen wollen.

Gibt es den Kulturjournalismus nur im Feuilleton?

Auch wenn der Kulturjournalismus sehr stark auf das Feuilleton in der Zeitung und auf die entsprechenden Formate in anderen Mediengattungen fokussiert ist, spielt er für andere Ressorts durchaus eine Rolle. Das gilt vor allem für den Serviceteil in den verschiedenen Medien. Beispielsweise finden sich hier aktuelle Veranstaltungshinweise, oft mit einer kurzen Vorstellung der jeweiligen Akteure. Auch im aktuellen Fernsehprogramm finden sich Elemente des Kulturjournalismus. Etwa wenn innerhalb des aktuellen Programms eine neue Serie kurz vorgestellt und rezensiert wird. Diese Aufgaben werden allerdings meist nicht von Kulturjournalisten wahrgenommen, sondern in den jeweiligen Ressorts auch von fachfremden Kollegen bearbeitet.


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