Historie

Im weitesten Sinne ist der kulinarische Journalismus sehr viel älter als die bekannten Medien an sich. Denn die ersten Rezepte mit Beschreibungen zur richtigen Zubereitung stammen aus den Zeiten der sumerischen Hochkultur aus dem dritten vorchristlichen Jahrtausend. Auch wenn diese als die ältesten Zeugnisse gelten, so handelt es sich bei der Niederschrift von Rezepten um ein weltweites Phänomen, denn auch aus China und dem antiken Griechenland sind Rezepte aus vorchristlicher Zeit bekannt. In Deutschland erschien mit der "Küchenmeisterey" 1485 erstmals ein Kochbuch.

Die Gastronomiekritik etabliert sich

Während sich die erhaltenen Dokumente aus vorangegangenen Jahrhunderten die Küche und Tischsitten in den Herrscherhäusern widmeten, entwickelte sich eine Frühform der heute bekannten Gastronomiekritik an der Schwelle vom 18. zum 19. Jahrhundert. Damals etablierte sich mit der Gastrosophie eine philosophische Wissenschaft des Essens. Deren Vertreter untersuchten neben den verschiedenen Aspekten der Erzeugung von Lebensmitteln auch die Bedeutung der Esskultur in verschiedenen Epochen. Für die Gastrosophen spielten auch soziologische und ethische Aspekte eine wichtige Rolle. Als wichtigste frühe Gastronomiekritiker aus dieser Epoche gelten der französische Richter Jean Anthleme Birllat-Savarin sowie der deutsche Kunsthistoriker Carl Friedrich von Rumohr.

Der kulinarische Journalismus wird erwachsen

Das Wirtschaftswunder brachte im Deutschland der 1950er Jahre zahlreiche Veränderungen vor allem für die einfachen Bürger mit sich: Bis zu einem gewissen Grad erreichte der Wohlstand die breite Masse. Nach den harten und entbehrungsreichen Jahren des Krieges und des Wiederaufbaus wollten sich die Menschen nun auch etwas gönnen.

Um das Bedürfnis nach einem Hauch von Luxus im Alltag zu bedienen, wurden schon in den 1950er Jahren die ersten Kochsendungen ausgestrahlt. Auch in den Printmedien bekam der Kulinar- bzw. Foodjournalismus zunehmend mehr Platz zugestanden. Trendsetter waren bei den Printmedien zunächst die Frauenzeitschriften, welche einen Service für Hausfrauen bieten wollten.

Kulinarischer Journalismus als "Event-Ratgeber"

Richtig etablieren konnte sich der kulinarische Journalismus schließlich ab dem Ende der 1960er Jahre. Zu verdanken ist das vor allem den herausragenden Gastrokritikern dieser Jahre, nämlich Klaus Besser, Gert von Paczensky und vor allem Wolfram Siebeck. Das Interesse der Medienkonsumenten ist seitdem kontinuierlich gewachsen, was vor allem zwei Einflüssen zu verdanken ist: Von zahlreichen Urlaubsreisen und Restaurantbesuchen ist den meisten Verbrauchern die internationale Küche bestens vertraut. Sie wollen die Gerichte, die sie aus dem Urlaub und aus dem Lokal kennen, gern auch selbst einmal probieren und nachkochen und brauchen dafür eben den Rat von Profis. Zudem sind die täglichen gemeinsamen Mahlzeiten längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Das gemeinsame Kochen im Familien- und Freundeskreis wird deshalb als regelrechter Event zelebriert, für welches sich die Hobbyköche gerne Anregungen aus den Medien holen.


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