Quereinstieg

Die Justizberichterstattung gilt eher als schwieriges Pflaster für Quereinsteiger. Der Grund: Sie brauchen sowohl journalistisches Know-how als auch juristisches Hintergrundwissen. Zwar lässt sich beides aneignen, bei der Justizberichterstattung ist es wegen der umfangreichen und komplizierten Materie allerdings um einiges schwieriger als beispielsweise im Sportjournalismus.

Die journalistische Ausbildung können Abiturienten oder Interessenten, die eine abgeschlossene Berufsausbildung und eine mindestens dreijährige Berufspraxis haben, an der privaten Journalistenschule Deutsches Journalistenkolleg im Rahmen eines Fernstudiums nachholen. Neben den Pflichtfächern können sie an der Schule auch Kurseinheiten mit einem bestimmten Thema belegen. Dazu gehört unter anderem auch die Justizberichterstattung. Im Kurs werden neben Zielen und Aufgaben der Justizberichterstattung auch die Informationsbeschaffung und die rechtlichen Grenzen vermittelt. Zusätzlich lernen die Teilnehmer, wie sie ihre Gerichte am besten gestalten können.

Wer ist für den Quereinstieg am besten geeignet?

Dieses Angebot der journalistischen Zusatzausbildung eignet sich hervorragend für Quereinsteiger in die Justizberichterstattung, die Vorbildung mitbringen. Mitarbeiter von Anwaltskanzleien, die beruflich umsatteln wollen, können dieses Angebot hervorragend nutzen, weil ihnen aus der vorherigen Arbeitsstelle sowohl Fachbegriffe als auch juristische Zusammenhänge bestens vertraut sind.

Weil die durchschnittlichen Noten in den Rechtswissenschaften weit unter dem Notenschnitt anderer Studiengänge liegt, stellt das Umsatteln auf den Journalismus auch für Studenten, die eigentlich als Juristen arbeiten wollten, eine willkommene Alternative dar. Denn sie brauchen ein sogenanntes Prädikatsexamen, dessen Note erheblich über dem Notendurchschnitt liegt, um als Jurist in den öffentlichen Dienst übernommen zu werden. Auch wenn sie das Zweite Staatsexamen, woran im ersten Anlauf immerhin zehn Prozent aller Studenten scheitern, nicht schaffen, bietet ihnen die Justizberichterstattung eine berufliche Alternative. Das Zweite Staatsexamen ist in der Juristenausbildung die Grundvoraussetzung dafür, dass Jurastudenten den Beruf eines Richters, eines Staatsanwalts, des Anwalts oder des Notars ergreifen können.

Welche Möglichkeiten haben Quereinsteiger aus anderen Branchen?

Der Quereinstieg in die Justizberichterstattung ist für Interessenten, die aus anderen Branchen kommen, zwar etwas schwieriger, aber nicht unmöglich. Allerdings müssen sie dafür wohl einige Umwege in Kauf nehmen. Sie sollten zunächst einmal darauf setzen, ohne besonderen Ressortwunsch in den Journalismus einzusteigen. Der weitere Weg in das Fachressort hängt anschließend von der Mediengattung und dem Ressort, für das sie arbeiten, ab.

Am einfachsten fällt der Einstieg für Freelancer in regionalen Medien. Hier gilt die Justizberichterstattung eher als ungeliebtes Ressort, das gern an kompetente freie Mitarbeiter ausgelagert wird. Der Grund: Diese Themen erfordern eine gute Vor- und Nachbereitung, zudem können sich Gerichtsverhandlungen unkalkulierbar in die Länge ziehen, oft werden Zeugenaussagen, Plädoyers und Urteilsverkündung gar kurzfristig auf einen weiteren Verhandlungstag gelegt. Die Justizberichterstattung kostet also sehr viel Zeit, die im redaktionellen Alltag fehlt.

Arbeiten die Quereinsteiger dagegen für Mantelredaktionen, können sie hier einen Tätigkeitsschwerpunkt bei juristisch relevanten Themen legen. Schließlich spielen rechtliche Aspekte bei zahlreichen Themen aller Ressorts mit Ausnahme des Feuilletons eine Rolle. Ihre Fachkompetenz können sie beispielsweise dadurch unter Beweis stellen, dass sie privat einen Blog betreiben, in welchem sie Themen mit Bezug zur Justizberichterstattung erläutern – natürlich ohne dem eigentlichen Auftrag- oder Arbeitgeber dadurch Konkurrenz zu machen. Beispielsweise können sie inhaltlich aktuelle Urteile von verschiedenen Gerichten aufnehmen, erläutern und kommentieren oder Gesetzestexte und die Auswirkungen der Gesetze auf die Verbraucher so darstellen, dass sie der Leser des Blogs ohne Probleme verstehen und nachvollziehen kann.


Zurück zur Übersicht:

Portrait Justizberichterstattung

Kontakt

030 81003688-0

030 81003688-9

E-Mail-Kontakt


Gesprächszeiten
Mo, Fr: 10-
12 Uhr & 14-16 Uhr
Di-
Do: 10-12 Uhr & 13-16 Uhr

Mitgliedschaft

Ihre Vorteile einer Mitgliedschaft

DFJV-Mitglieder haben es gut: Sie profitieren von hochwertigen Dienstleistungen. Für nur 95,– EUR im Jahr. Zum Beispiel:

Beratungsservice
Presseausweis
Fachpublikationen
Weiterbildung
Networking
Berufliche Absicherung
u.v.m.

Mehr