Mediengattungen

Gelten die Regeln für alle Mediengattungen?

Grundsätzlich gelten diese Regeln der Justizberichterstattung für alle Medien. Lediglich Zeitungen und Fernsehsender, die sich dem Boulevardjournalismus zurechnen, setzen meist nicht auf Neutralität, sondern bewegen sich sehr oft an der Grenze dessen, was presserechtlich möglich ist. Die Jagd nach einer guten Schlagzeile bezieht sich im Boulevardjournalismus also auch auf die Justizberichterstattung.

Die Gerichtsberichterstattung in den Medien

Die Zahl der journalistischen Darstellungsformen ist in der Justizberichterstattung relativ beschränkt. Dennoch haben sich in den verschiedenen Mediengattungen typische Formen der Berichterstattung etabliert.

Justizberichterstattung in Printmedien

Am vielfältigsten präsentiert sich die Justizberichterstattung in den Printmedien. Werden allgemeine juristische Themen aufgegriffen, handelt es sich meist um Nachrichten oder Berichte, die in den betreffenden Mantelressorts veröffentlicht werden. Werden dagegen Gerichtsverfahren dargestellt, entscheiden sich die Journalisten häufig für die Form der Reportage, um den Fall lebendiger darstellen zu können.

Justizberichterstattung im Radio

Im Radio erfolgt die Justizberichterstattung meist in Nachrichtenform. Weil dem Medium Bilder oder Text fehlen, lassen sich komplexere Themen aus dem Ressort anderweitig nur schwierig darstellen. Eine Ausnahme bilden große und aufsehenerregende Verfahren, wo der Zuhörer seine Informationen auch aus weiteren Kanälen beziehen kann. In diesen Fällen entscheiden sich die Journalisten häufig für die Reportage oder das Feature. Letzteres ist eine radiospezifische Darstellungsform, bei der Elemente der Reportage mit Berichten vermischt wird. Der Mannesmann-Prozess, ein Wirtschaftsstrafverfahren, welches von 2004 bis 2006 vor dem Düsseldorfer Landgericht verhandelt wurde, bot sich für diese Darstellungsform an. Thema des Verfahrens waren Prämien, die im Jahr 2000 in Zusammenhang mit der Übernahme des Telefonnetzbetreibers Vodafone durch Mannesmann ausgezahlt worden waren. Dieser Prozess bot die Möglichkeit, zahlreiche Hintergrundinformationen in die Features einzustreuen.

Justizberichterstattung im Fernsehen

Ton- und Bildaufnahmen sind in deutschen Gerichten mit Ausnahme von Schiedsgerichtsverfahren oder Verfahren, die vor dem Bundesverfassungsgericht verhandelt werden, grundsätzlich verboten. Die Justizberichterstattung erfolgt im Fernsehen deshalb meist in Nachrichtenform oder im Rahmen von Expertengesprächen. Aufgegriffen werden juristische Themen von verschiedenen Magazinen reportagehaft, indem Sachverhalte nachgestellt und erläutert werden. Eine pseudojournalistische Darstellungsform, nämlich Gerichtsshows, erfreuten sich in den 200er Jahren großer Beliebtheit beim deutschen Publikum. Hier wurden zwar teilweise reale Fälle nachgestellt, allerdings weit entfernt von der Realität im Gerichtssaal.

Justizberichterstattung im Onlinejournalismus

Im Onlinejournalismus erfolgt die Justizberichterstattung im Rahmen der Onlinepräsenz des jeweiligen Mediums. Bei den sogenannten Lawblogs handelt es sich eher um Fachblogs, in welchen von Experten aktuelle Entwicklungen in der Gesetzgebung beleuchtet werden.

Justizberichterstattung und Fotojournalismus

Das Recht am eigenen Bild macht die Arbeit in der Justizberichterstattung besonders schwierig. Angeklagte beispielsweise dürfen nur so dargestellt werden, dass sie nicht erkannt werden können. Eine Ausnahme davon bilden Personen des öffentlichen Lebens. Fotojournalisten behelfen sich gern dadurch, dass sie ein zum Thema des Berichts passendes Motiv nachstellen und dieses fotografieren.


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Portrait Justizberichterstattung

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