Qualitätskriterien

Was unterscheidet guten von schlechtem Journalismus in der Auslandsberichterstattung?

Dem Mediennutzer selbst fällt es schwerer, in der Auslandsberichterstattung guten von schlechtem Journalismus zu unterscheiden. Er kann sich in diesem Fall nur schwierig andere Quellen besorgen, ein Thema von mehreren Seiten her zu Betrachten. Seriös beurteilen können die Qualität der Auslandsberichterstattung eigentlich nur Journalisten, die selbst in diesem Ressort gearbeitet haben.

Diese machen allerdings einen schleichenden Qualitätsverlust aus. Der langjährige Moskau-Korrespondent Gerd Ruge kritisiert beispielsweise, dass in der aktuellen Auslandsberichterstattung zu oft Aussagen ungeprüft übernommen und verbreitet werden. Defizite macht auch der Kommunikationswissenschaftler Lutz Mükke in seinem "nr-Dossier" aus. Beispielsweise werde die Kriegsberichterstattung zunehmend von PR-Profis gesteuert. Das sorgte beim jüngsten Afghanistan-Krieg sogar für die Kritik einer breiten Öffentlichkeit: Berichterstatter durften sich nur in Begleitung von Militärs in umkämpfte Regionen des Landes wagen. Offiziell sollte diese Maßnahme dem Schutz der Journalisten dienen, jedoch ist es hierbei nur noch ein kleiner Schritt zur Zensur.

Darüber hinaus verliert die Auslandsberichterstattung zunehmend an Bedeutung, wie Mükke feststellt. Dagegen gewinne die Berichterstattung aus dem Inland an Bedeutung. Zusätzlich stellt er auch in der Auslandsberichterstattung einen wachsenden Deutschlandbezug fest. Außerdem werden verstärkt Themen, die eher dem Boulevard zuzurechnen sind, aufgegriffen.


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