Allgemeine Hinweise

Berufseinsteiger, die eines Tages im Bereich der Auslandsberichterstattung arbeiten wollen, sollten eine zweigleisige Ausbildung absolvieren. Das bedeutet: Sie benötigen ein Studium aus dem kultur- oder sprachwissenschaftlichen Bereich, bevor sie ein Volontariat absolvieren können. Der erfolgreiche Besuch einer Journalistenschule oder ein Studium der Kommunikationswissenschaften allein verhilft nicht zur ersehnten Stelle. Dafür gibt es auch einen guten Grund. Denn Auslandskorrespondenten müssen der jeweiligen Landessprache zumindest so weit mächtig sein, dass sie sich ohne Probleme mit den Einheimischen unterhalten und ihre Recherchen durchführen können. Zudem liegen die außereuropäischen Auslandsbüros größtenteils in fremden Kulturkreisen, in die sich die Korrespondenten möglichst schnell einfinden sollten. Sie benötigen deshalb auch Kenntnisse über die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Gastlandes sowie über die dortigen Lebensverhältnisse.

Diese Studienfächer eignen sich als Einstieg

Die Weichen für die spätere Karriere als Auslandskorrespondent können Studenten bereits bei der Immatrikulation stellen. Hervorragende Wegbereiter sind Studiengänge, bei welchen sie sich intensiv mit einem bestimmten Kulturkreis befassen und auch verschiedene Sprachen lernen. Dazu gehören vor allem Sprach- und Kulturwissenschaftliche Studiengänge.

Kulturwissenschaftler beschäftigen sich umfassend mit verschiedenen Kulturen und beleuchten sie während des Studiums unter verschiedenen Aspekten. Teilweise spielen in dieses Fachgebiet auch die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften hinein. Dieser Fachbereich ist an der Universität deshalb sehr stark von einem interdisziplinären Ansatz geprägt. Angehende Journalisten werden in diesen Studiengängen also auf mehrere Arten für die Auslandsberichterstattung vorbereitet: Sie lernen einen jeweiligen Kulturkreis intensiv kennen und lernen zugleich, mit fachübergreifenden Zusammenhängen umzugehen, was ihren späteren beruflichen Alltag erleichtert.

Weniger stark ist der interdisziplinäre Ansatz in den Sprachwissenschaften, die sich mit den Grundsätzen der menschlichen Sprache beschäftigen. Interessant ist für angehende Auslandskorrespondenten vor allem die Angewandte Sprachwissenschaft, die sich unter anderem auch mit Fremdsprachendidaktik beschäftigt. Auch hier spielt die jeweilige Kultur, in welcher die Sprache gesprochen wird, hinein, weil sich die Sprache nicht isoliert vom Kulturkreis betrachten lässt. Zu den beliebtesten Studienfächern gehört die Anglistik, die sich der Sprache, Kultur und Literatur des englischen Sprachraums widmet. Für angehende Journalisten, die sich mit der Auslandsberichterstattung beschäftigen wollen, gilt Anglistik als eine gute Wahl. Denn Englisch ist zumindest eine der Amtssprachen in zahlreichen internationalen Institutionen wie verschiedenen Einrichtungen der EU oder der UNO. Zudem stehen im englischsprachigen Raum, vorwiegend in Großbritannien und den USA auch die meisten Korrespondentenstellen offen. Auch in Staaten wie Indien, die einst zum Kolonialreich des British Empire gehörten, ist Englisch auch heute noch die offizielle Landessprache.

Die Universität Passau bietet ihren Studenten gleich mehrere Studiengänge an, die sie auf die Tätigkeit in der Auslandsberichterstattung vorbereiten. Dazu gehört etwa Südostasienkunde, die 1984 an der Passauer Hochschule deutschlandweit den ersten Lehrstuhl bekam. Neben der historischen Entwicklung der Region zwischen Indonesien und Myanmar steht auch die vorherrschende Kultur in diesen Ländern auf dem Programm. Vor allem das Sprachenprogramm ist im Rahmen dieses Studiums sehr ausgeprägt. Anfänger und Fortgeschrittene können Indonesisch, Thai, Chinesisch und Vietnamesisch lernen und sich so auf die spätere Tätigkeit in der Region vorbereiten.

Die Universität Passau ist außerdem eine von bundesweit sieben Universitäten, die den interdisziplinären Studiengang Kulturwirt anbietet. Während des Studiums eignen sich die Studenten Fähigkeiten und Kenntnisse aus den Bereichen der Geistes- und Wirtschaftswissenschaften an. Die Passauer Studenten können sich während des Kulturwirtschaftsstudiums unter anderem auf die Regionen Südostasien oder Osteuropa spezialisieren. Ein grundsätzlicher Schwerpunkt des Studiums liegt darin, die interkulturelle Kompetenz der Studenten zu fördern, nachdem immer mehr Unternehmen aus verschiedenen Kulturkreisen eng miteinander zusammenarbeiten. Zwingend erforderlich für den Studienabschluss ist das Erlernen und Vertiefen mindestens einer Fremdsprache.

Mit etwas Glück können die Studenten im Rahmen der Auslandsaufenthalte, die während des Studiums gefordert werden, auch erste Erfahrungen in der Auslandsberichterstattung sammeln. In Zusammenarbeit mit der Universität bietet die örtliche Tageszeitung Passauer Neue Presse nämlich ein sogenanntes Stipendiaten-Programm an. Dabei arbeiten die Studenten während der Semesterferien in verschiedenen Redaktionen der Zeitung und absolvieren parallel zum Studium ein Volontariat.

Darum gibt es keine direkte Ausbildung

Der Aufgabenbereich in der Auslandsberichterstattung ist zu vielfältig, als dass eine gezielte Ausbildung in diese Richtung möglich wäre. Schließlich sind die Korrespondenten weltweit im Einsatz und decken von Politik bis Kultur und Sport alle klassischen Ressorts der Medien ab. Neben guten Kenntnissen bezüglich der Sprachen, die in der angestrebten Region der Welt gesprochen werden, ist eine beständige und konsequente Weiterbildung unerlässlich. Schließlich kann sich die politische, wirtschaftliche und sogar die geopolitische Lage innerhalb kürzester Zeit ändern, wie die Entwicklung seit dem Fall der Berliner Mauer gezeigt hat.

Sowohl journalistische Fortbildungseinrichtungen als auch öffentliche und private Bildungsträger bieten eine Vielzahl von Kursen aus dem Bereich Fremdsprachen, Landeskunde oder Presserecht an. Wer aus dem Ausland berichten möchte, sollte diese Fortbildungsmöglichkeiten nutzen. Denn in Festanstellung - für Freelancer gelten etwas andere Regeln - werden Journalisten erst dann versetzt, wenn sie eine mehrjährige Berufserfahrung gesammelt haben und sich ihre Sporen verdient haben. Die Korrespondentenstelle ist dann gewissermaßen eine Belohnung für die bisherigen Leistungen.

Warum Erfahrung so wichtig ist

Den Herausgebern ist ein großer Erfahrungsschatz ihrer Korrespondenten wichtig, um eine qualitativ hochwertige Berichterstattung garantieren zu können. Denn die Korrespondenten sind in gewisser Weise Einzelkämpfer in der Fremde: Gerade am Anfang müssen sie sich ein zuverlässiges Netz an Informanten und Ansprechpartnern aufbauen und mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut machen, während sie zugleich die nahtlose Berichterstattung aus der Region gewährleisten. Das fällt natürlich umso leichter, wenn sie entsprechendes bereits in der Heimatredaktion geleistet haben, wo sie notfalls auch den einen oder anderen Kollegen um Rat fragen können.


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