Zahl der Angriffe auf Journalisten mehr als verdoppelt Großer Teil der Attacken aus dem rechten Milieu

Im vergangenen Jahr kam es zu 252 Straftaten gegen Medien und ihre Vertreter. Davon waren 22 Körperverletzungen, 33 Sachbeschädigungen, Brandstiftungen, zahlreiche Fälle von Bedrohungen und Nötigung, Volksverhetzung sowie Erpressung und diverse Propagandadelikte. Die Zahl der Angriffe hat sich im Vergleich zu den Vorjahren mehr als verdoppelt. In 2019 lag die Zahl noch bei 104 Gewalt- und Straftaten, im Jahr 2018 waren es 93. Nach Regierungsangaben kamen die Gewalttaten zu einem großen Teil aus dem rechten Spektrum. Es gab aber auch Taten gegen Journalisten, die von Linksradikalen stammten.

Der Deutsche Fachjournalisten-Verband (DFJV) verurteilt jegliche Gewalt und Angriffe auf Medien und ihre Vertreter auf das Schärfste und verweist auf einen besseren Schutz von Journalisten gerade bei Demonstrationen hin. Verstärkt wurden in den vergangenen Monaten Journalisten bei ihrer Arbeit attackiert und behindert. Die Polizei muss im Sinne der Presse- und Meinungsfreiheit die Rechte von Journalisten wahren und sie vor Angriffen noch besser schützen.

Reporter ohne Grenzen (ROG) bezeichnet die Aggression gegenüber Journalisten als „erschreckend“. Jennifer Schiementz, Sprecherin von ROG, erklärt: „Aufgrund der hohen Zahl wird es immer zeitaufwändiger, alle Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten, nachzuverfolgen und zu verifizieren.“ Deshalb haben ROG eine E-Mail-Adresse eingerichtet, an die Medienschaffende Übergriffe eigenständig melden können: uebergriffe(at)reporter-ohne-grenzen(punkt)de

Die aktuellen Zahlen der Angriffe gegen Medien und ihre Vertreter gehen auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion zurück, die das Bundesinnenministerium beantwortete.

 

 

 

 

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